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Günter Verheugen vom Handwerk begeister

     
 
 

1.9.07

 

Günter Verheugen hat den Dreh raus. Der Vizepräsident der EU-Kommission besuchte am Freitag den Stammsitz der Würth-Firmengruppe in Künzelsau, um sich zu informieren, aber auch um seine Botschaften loszuwerden. Es begann mit einem Vortrag vor 150 ausgewählten Mitarbeitern des mittleren Managements. „Handwerk begeistert“ stand auf dem rot-weißen Stehpult. Das galt auch für das politische Handwerk. Verheugen schmeichelte sich zunächst mit der Erklärung ein: „Ich bin nicht nur Kommissar für Industrie, sondern auch für Unternehmen.“ Es folgte ein Loblied auf den Mittelstand. „Die Perlen der Wirtschaft sind die etwas größeren Familienunternehmen - wie dieses hier.“ Firmenchefin Bettina Würth lächelte.

Der Polit-Profi schraubte dann seine Inhalte fest. Er zog eine positive Bilanz der deutschen EU-Ratspräsidentschaft („Schockstarre überwunden“), bekannte sich zu Ordnungspolitik, Marktwirtschaft („Ich schütze auch die Würth-Gruppe nicht“) und Globalisierung („Aber nach fairen Regeln“), warb für Umweltschutz (mit Lob für Würths Solar-Engagement) und stellte sich vor allem als Drachentöter des „bürokratischen Monsters“ EU dar. Auf seine Initiative hin sei beschlossen, bis 2012 ein Viertel der Bürokratielasten abzubauen.

Hier erntete der Gast aus Brüssel viel Zustimmung, aber auch die kritische Nachfrage nach der Chemie-Verordnung „Reach“, die Unternehmen viel Geld koste. Derart sensibilisiert staunte Verheugen beim anschließenden Rundgang durch das Logistikzentrum über zahlreiche Fässer, Kanister und Dosen. Und noch etwas überraschte den Polithandwerker im Gespräch mit einem Gabelstaplerfahrer zwischen den 14 Meter hohen Regalen voller Schrauben: Dass die Lagerhaltung nicht vollautomatisiert, sondern weitgehend Handwerk ist. Und dass dies sogar wirtschaftlicher sei, wie Leiter Jürgen Graf erläuterte.

Quelle Heilbronner Stimme vom 1. September 2007 von Gernot Stegert www.stimme.de

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