Nun kann das Container-Terminal am Heilbronner Hafen wie ursprünglich geplant wohl ab 2008 gebaut und Mitte 2009 eingeweiht werden.
Weil der Fördertopf des Berliner Verkehrsministeriums zu klein war, drohte das Großprojekt auf die lange Bank geschoben zu werden. Nun kann das Container-Terminal am Heilbronner Hafen wie ursprünglich geplant wohl ab 2008 gebaut und Mitte 2009 eingeweiht werden. Am Freitag gab die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Münster grünes Licht für den „vorzeitigen Vorhabensbeginn“.
Laut Direktor Ataman Turanli will die Heilbronner Versorgungs GmbH (HVG) noch im September ein Büro mit der Planung beauftragen. Er geht fest davon aus, dass der Bundestag im November die notwendige Erhöhung der Haushaltsmittel für den „kombinierten Verkehr“ (Wasser, Schiene, Straße) absegnet. Das Kabinett hat dieser Tage bereits zugestimmt.
Firmen im Boot
Vorausgegangen war ein politischer Proteststurm. Eine „große Unterländer Koalition“ mit den Bundestagsabgeordneten Thomas Strobl (CDU), Josip Juratovic (SPD), Michael Link (FDP) und Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach an der Spitze war gegen die drohende Aufschiebung Sturm gelaufen. „Der Druck hat Früchte getragen“, meint Turanli. Er hatte die Politiker bei seinem sommerlichen Hafenfest auf das Problem aufmerksam gemacht.
Zwölf-Millionen-Projekt
Mit einem Jahresumschlag von zuletzt 4,7 Millionen Tonnen ist der Heilbronner Hafen der siebtgrößte Binnenhafen in Deutschland und der größte am Neckar. Durch das Terminal werde er „in seiner Bedeutung erheblich gestärkt“, betont Turanli. Bisher gibt es am Neckar nur ein Containerterminal mit Verlademöglichkeiten für Wasser-, Straßen- und Bahnverkehr, nämlich in Plochingen. In Kornwestheim kann man nur von der Straße auf die Bahn verladen.
Derweil wächst der Containerverkehr seit Jahren weltweit zweistellig. Laut HVG liegt das Containeraufkommen in der Region Heilbronn bald bei jährlich 50 000. Etliche Firmen hätten der HVG zugesagt, den neuen Umschlagplatz zu nutzen. Laut Turanli habe sich neben der Industrie- und Handelskammer (IHK) auch Audi für das Projekt stark gemacht.
Der erste Bauabschnitt des Terminals kostet zwölf Millionen Euro, wobei 85 Prozent aus Berlin kommen sollen. Er hat eine Uferlänge von 120 Meter und ist 22 000 Quadratmeter groß. 600 Container könnten hier gelagert werden. Schon 2014 will die HVG die Anlage auf die doppelte Größe ausbauen. Weil das Areal den nördlichen Zipfel der Bundesgartenschau 2019 beschneidet, wurden die Buga-Pläne hier bereits abgeändert.
Quelle Heilbronner Stimme vom 15. September 2007 von Kilian Krauth www.stimme.de
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