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Saubere Maschinen fast ohne Wasser

     
 
 

19.9.07

 

Haller Firma Weidner bietet neuartiges Verfahren zum Einsatz in Produktionshallen an.

Hochdruckreiniger sind heutzutage fast jedem bekannt: In vielen Haushalten werden beispielsweise das Auto, die Gartenmöbel oder Fassaden mit diesen Geräten vom Schmutz befreit. Doch Privatpersonen sind nicht die Zielgruppe der Haller Firma Weidner, betont deren Technischer Leiter Rolf Weidner. Das Familienunternehmen, das bereits in dritter Generation in der Kocherstadt produziert, hat sich auf Reinigungssysteme für die Industrie spezialisiert.
 
Und dort trete häufig ein Problem auf, berichtet Tino Clondaris, Regionalleiter Vertrieb: Wie können Maschinen im Innenbereich gesäubert werden, ohne dass es einer Demontage bedarf? Beim Einsatz von Hochdruckreinigern, die bei Weidner bisher im Mittelpunkt des Sortiments standen, falle Abwasser an, das - häufig stark verunreinigt - speziell entsorgt oder aufbereitet werden müsse. Nicht nur ein Kosten-, sondern auch ein Umweltfaktor, betont Weidner. Und beim so genannten Trockeneisstrahlen lägen die Kosten der Anschaffung und des Betriebs deutlich höher. Deshalb habe man nach einer Alternative für die Kunden gesucht.
 
Vor rund drei Jahren habe die Zusammenarbeit mit einem österreichischen Entwickler begonnen, dessen Verfahren - eine Kombination aus Trockendampf und Druckluft - mittlerweile weltweit zum Patent angemeldet sei. Nachdem man das neue Gerät im Juni auf der Reinigungsfachmesse "Pulire" im italienischen Verona vorstellte, habe es sehr viel Resonanz und Nachfragen geben, sagt Verkaufsleiter Issa Halagah. "Wir kommen derzeit kaum nach." Seit zwei Monaten werde in Serie produziert.
 
Das Konzept: Die Industriemaschinen werden vor Ort mit einer so genannten Dampf-Reinigungslanze bei 185 Grad Celsius gereinigt. Gleichzeitig könne Druckluft mit bis zu 16 bar zugefügt werden. Benötigt würden lediglich ein Stromanschluss, etwas Heizöl und 0,6 bis 0,8 Liter Wasser pro Minute. Damit könnten Fette, Öle, Graphit oder andere Grobverschmutzungen entfernt werden. Mit entsprechendem Zubehör könnten beispielsweise auch Decken, Wände und Böden gereinigt werden.
 
Der Vorteil: Durch die geringen Wassermengen falle auch sehr wenig Abwasser ein, erklärt Clondaris. Ein Argument, das er bei der Debatte um den Klimaschutz für wesentlich hält. Er stellt einen Vergleich an: Reinige man einen Automotor zehn Minuten lang mit einem Hochdruckreiniger, würden rund 150 Liter Wasser verbraucht - bei dem neuen Verfahren fielen in derselben Zeit nur zwei Liter an.
 
Und auf noch etwas legt Rolf Weidner Wert: "Alle unsere Produkte werden auf traditionell handwerkliche Art und ausschließlich in Deutschland produziert." Am Stammsitz in Hall könnten die derzeit 38 Mitarbeiter im Monat etwa 100 bis 200 der neuen Geräte herstellen. "Die Aufträge sind schon da", sagt Halagah. Für das kommende Jahr rechne die Firma deshalb mit einer Umsatzsteigerung von rund 20 Prozent. Konkrete Zahlen will das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen nicht nennen.

Quelle Haller Tagblatt vom 14.09.2007 von Sabine Rochlitz www.hallertagblatt.de

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