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Wittenstein AG setzt Expansionskurs fort

     
 
 

20.9.07

 

Ein erfolgreiches Geschäftsjahr hat die Wittenstein AG hinter sich: Der Igersheimer Mechatronik-Spezialist hat seinen Umsatz 2006/2007 nach eigenen Angaben um 10,6 Prozent auf den neuen Rekordwert von 148 Millionen Euro gesteigert. Der erneute Aufwärtstrend lasse sich auch darüber hinaus vielfach belegen: mit der unverändert hohen Exportrate (58 Prozent), 113 neuen Mitarbeitern, der Gründung der rumänischen Tochter Wittenstein transilvania oder dem regen Bauboom am Firmenhauptsitz in Harthausen, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Auch für das laufende Geschäftsjahr 2007/2008 setze sich, so Wittenstein, der Wachstumstrend ungebrochen fort: die neue Unternehmenstochter Wittenstein electronics GmbH oder der erfolgreiche Einstand der alpha getriebebau GmbH in der Bühnen- und Hubtechnikbranche verweisen auf den stetigen strategischen Ausbau der Unternehmensgruppe. Wittenstein setze in der Zukunft generell auf wissens-basierte Antriebstechnologien und lege den Fokus bei seinen Produktinnovationen auch auf Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit, heißt es weiter.

Die Wittenstein-Gruppe hat mit dem weiteren Wachstum im Geschäftsjahr 2006/2007 - das am 31. März endete - die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Unternehmensgruppe hat ein Plus von 10,6 Prozent mit ihrem breiten Produktportfolio erzielt - in Technologiefeldern und Regionen, wo äußerst präzise angetrieben, gesteuert und geregelt werden muss. Am stärksten wuchs das Geschäft in Europa, nämlich um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sowie in Asien mit einem Plus von elf Prozent. Um künftig verstärkt den osteuropäischen Markt mit geeigneten Produkten vor Ort versorgen zu können, wurde die rumänische Tochter Wittenstein transilvania gegründet: In Hermannstadt wird bis Ende 2007 mit dem Bau eines Firmengebäudes begonnen - dort wird dann für den osteuropäischen Markt gefertigt.

Der 1000. Mitarbeiter und 39 Auszubildende wurden eingestellt, bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres 2007/2008 will die Wittenstein-Gruppe auf 1250 Mitarbeiter angewachsen sein. Um dem Fachpersonalbedarf ständig gerecht zu werden, hat die Gruppe in Kooperation mit der nahe liegende Berufsakademie Mosbach/Bad Mergentheim einen neuen Studiengang initiiert, der den dringendsten Bedarf abdecken soll: Anfang September haben die ersten angehenden Vertriebsingenieure ihr Studium begonnen. Sukzessive erhöht hat die Wittenstein AG in den vergangenen Jahren ihre Ausbildungsquote - die liegt jetzt bei zwölf Prozent und dürfte damit nach Einschätzung des Unternehmens einen Spitzenplatz in der Industrie belegen.

Karl-Heinz Schwarz, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender, hat zum 1. November 2006 in seiner neuen Funktion des Vorstandssprechers das operative Geschäft der Wittenstein-Gruppe übernommen. Vorstandsvorsitzender Manfred Wittenstein könne sich damit verstärkt seiner Verbandstätigkeit innerhalb des VDMA widmen, schreibt die Firma weiter.

Die neue Unternehmenstochter Wittenstein electronics GmbH unter der Leitung von Geschäftsführer Dr. Thomas Kalker produziert und vertreibt Elektronik- und Softwarekomponenten für die Antriebstechnik und öffnet sich damit neuen Märkten. Seit dem 1. April entwickelt die neue Tochterfirma Produkte und Dienstleistungen für komplexe mechatronische Systeme. Dieser neue Markt könnte durchaus symbolisch für die Zukunftsfähigkeit der Wittenstein-Gruppe stehen, gemäß dem Schlagwort "Mechatronik braucht Elektronik".

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Wittenstein AG einen neuen Rekordumsatz, weiterhin aufbauend auf den beiden Erfolgsgaranten Technologiekompetenz und Innovationskraft. Verstärkt setzt Wittenstein auf Wachstum in Nischen wie Luft- und Raumfahrt oder Antriebstechnik in und am Menschen sowie überall dort, wo "es kein Mensch mehr aushält", also beispielsweise tausende Meter unter der Eisdecke im Nordmeer, wo Wittenstein-Antriebe zur Erdgas- und Erdölförderung eingesetzt sind.

Mit der grundlegenden Ausrichtung auf intelligente, mechatronische Antriebssysteme und der Verschmelzung von Mikro- und Makrotechnologien werden das Kern-Know-how und die Kernkompetenzen sukzessive weiterentwickelt, teilte das Unternehmen mit. Die Produktpalette reicht heute von hochpräzisen Zahnrädern und spielarmen Planetengetrieben bis hin zu kompletten elektromechanischen Antriebssystemen sowie dynamischen AC-Servosystemen und -motoren. Einsatzgebiete sind zum Beispiel Roboter, Werkzeugmaschinen, Verpackungs-, Förder- und Verfahrenstechnik, die Formel 1, Papier- und Druckmaschinen, die Medizin-technik, Bühnentechnik sowie die Luft- und Raumfahrt.

Nachdem die Wittenstein AG mit einer weiteren (sechsten) Produktionshalle am Firmenhauptsitz vorausschauend und schnell auf das eigene rasche Wachstum und auch auf die angezogene weltweite Konjunktur reagiert habe, werde bereits im Januar 2008 ein weiterer Neubau in Igersheim-Harthausen bezugsfertig sein. Die Wittenstein talent arena, ein 2450 Quadratmeter großes Produktions- und Bürogebäude, ist dann Heimat für alle unternehmenseigenen Ausbildungsabteilungen - eine ebenfalls dringend notwendige bauliche Maßnahme, denn zum 1. September haben 60 neue "Azubis" ihre berufliche Ausbildung begonnen.

Räumlicher Expansionsbedarf besteht aber auch künftig. Für die nächsten zwei Jahre hat die Unternehmenstochter Wittenstein motion control GmbH vorübergehend im nahe gelegenen Igersheim ihr Domizil bezogen. 2008 ist geplanter Baubeginn der Wittenstein-Produktionsarena auf dem Firmengelände in Harthausen.

Fränkische Nachrichten vom 20. September 2007 www.fnweb.de

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