Die Stadt Heilbronn macht Nägel mit Köpfen in punkto Familien- und Kinderfreundlichkeit. Nach Auskunft des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend ist Heilbronn die erste Großstadt in Deutschland, die – ab 2008 - komplett auf Gebühren für Kindertageseinrichtungen verzichtet.
Eine große Mehrheit des Gemeinderats folgte mit diesem Beschluss in der gestrigen Sitzung interfraktionellen Anträgen von CDU, SPD und Bündnis 90/Grüne. Die komplette Gebührenbefreiung für reine Betreuungsleistungen in Kindergärten und Kindertageseinrichtungen – ausgenommen sind etwa Entgelte für Essen und Sonderleistungen - gilt vom 1. Januar 2008 an für alle Heilbronner Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt. Diese neue kinder- und familienfreundliche Regelung, für die Kosten in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro pro Jahr entstehen, ist zunächst bis Ende 2009 befristet.
„Dies ist ein weiteres klares Signal, dass Gemeinderat und Verwaltung große Anstrengungen unternehmen, um die Chancen für Familien zu verbessern“, betont Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach. „Allerdings macht eine solche Vorleistung in Form einer finanziellen Entlastung von Familien nur Sinn, wenn sie nachhaltig ist und nicht mit einer Netto-Neuverschuldung einhergeht.“
Unabhängig der Heilbronner Vorleistung, die mit einer vor der Sommerpause vom Gemeinderat beschlossenen Qualitätsoffensive für Kindergärten und Kindertageseinrichtungen einhergeht und mindestens 90 neue Erzieherinnen bringt, „bleiben Bund und Land nach wie vor in der Pflicht, den vom Städtetag geforderten 30-prozentigen Anteil für die Betreuung der unter 3-Jährigen zu erstatten“, stellt Himmelsbach klar. Das Stadtoberhaupt verweist zudem mit Nachdruck darauf, dass das Land diejenigen Kosten komplett zu tragen hat, die entstehen, sollte das Vorschuljahr zum Kindergartenpflichtjahr werden.
Weitere Informationen unter
|