Die einen schreiben Verluste, bei den anderen boomt das Geschäft. Während die Kleinkolbenproduktion der Kolbenschmidt-Pierburg AG in Neckarsulm von massiven Einschnitten bedroht ist, erwartet die KS-Tochter MSI - Motor Service International - in diesem Jahr ein Umsatzplus von zehn Prozent.
Wachstum
Jetzt legten Geschäftsführer Hansjörg Rölle und Managing Director Stefan Ives den Grundstein für den künftigen Verwaltungssitz. Im August 2008 soll der Bau bezogen werden. Dann ist die MSI aus dem bisherigen und beengten Neckarsulmer Kolbenschmidt-Gelände komplett abgezogen und in Neuenstadt mit 200 Mitarbeitern komplett.
Die MSI kann ihre Arbeitsabläufe am neuen Standort, in den sie nach Gewerkschaftsangaben 15 Millionen Euro investiert, reibungsloser gestalten. Das sei eine Voraussetzung für weiteres Wachstum, wie Stefan Ives betont. Bisher war die Firma in Neuenstadt mit einer 7200 Quadratmeter großen Montagehalle vertreten, die im Dezember 2004 bezogen worden war. Hier werden im Jahr 750 000 Kolben komplettiert, 700 000 assembliert. Die 50 Mitarbeiter in dieser Halle stellen zudem jährlich über zwei Millionen Gleitsätze und zwei Millionen Ringsätze zusammen.
Die Ware geht in über 130 Länder dieser Erde und zwar ab 2008 zentral von den Hochregallagern der neuen, 15 Meter hohen Lagerhalle aus, die mit einer Grundfläche von 11 300 Quadratmetern in der Neuenstadter Maybach-Straße zurzeit im Endausbau ist.
Sobald das Bauwerk fertiggestellt ist, wird hier auch der Lagerbetrieb der MS Deutschland von Stuttgart nach Neuenstadt verlegt, wie Logistik-leiter Jürgen Nowack sagt.
Gemischte Gefühle
Mit Bedauern und Sorge reagiert Norbert Heuser auf die geplanten Stellenstreichungen bei Kolbenschmidt in Neckarsulm. Mit Blick auf die MSI atmet der Verwaltungschef hingegen wieder durch, weil diese Arbeitsplätze mit Zukunftsperspektive dem Raum Heilbronn erhalten bleiben: „Denn Kolbenschmidt gehört zu den Traditionsunternehmen unserer Region.“ „Der Standort Neuenstadt biete beste Voraussetzungen für den effizienten Betriebsablauf. Der Gewerbe- und Industriepark Unteres Kochertal nahe am Autobahnkreuz biete hervorragende Verkehrsanbindungen und vor allem Platz.
Die Grundsteinlegung für den Verwaltungsbau, so betont Hansjörg Rölle, sei ein Beleg für die Zukunft der MSI, ihre Aktivität und Dynamik, die Sicherung der Arbeitsplätze, aber auch für die Attraktivität des Standorts. Im künftigen Eingangsbereich versenkte er gemeinsam mit Stefan Ives eine Kupferrolle, in der eine Tagesausgabe der Heilbronner Stimme sowie ein Kolben und Bilder der aktuellen Mitarbeiter stecken. An der Spitze des lang gezogenenen Verwaltungsbaus mit einer 2700 Meter großen Nutzfläche wird eine als Kolben ausgestaltete Empfangshalle stehen. Ihr schließt sich der Bürokomplex mit Kantine an.
Quelle Heilbronner Stimme vom 28. September 2007 vom Rolf Muth www.stimme.de
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