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Wirthwein startet in China

     
 
 

4.10.07

 

Wirthwein – das steht im oberen Taubertal für Kunststofftechnik und Spritzgießformenbau auf höchstem Niveau, aber auch für ein innovatives Familienunternehmen „Made in Creglingen“. Begonnen hat alles 1949 mit achteckigen Holzpflöcken für den Bahnoberbau. 1978 übernahm Udo Wirthwein das Unternehmen von seinem Vater und führt es seitdem auf Erfolgs- und Wachstumskurs. Nach dem Aufbau eines Unternehmens im polnischen Lodz und dem Sprung über den „großen Teich“ im Jahre 2003 mit der Gründung der Carolina Technical Plastics in New Bern (USA), North Carolina wurde nun der asiatische Markt in Angriff genommen. Das gigantische Wachstum dieser Länder lässt natürlich auch die Kunststoff-Spezialisten aus Creglingen nicht unberührt. Im Zuge eines Zukunftsprojektes des chinesischen Eisenbahnministeriums erhielt Wirthwein einen Großauftrag zur Lieferung von Befestigungskomponenten aus Kunststoff für den Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken. Dadurch konnte die Expansion nach China erfolgen. Im September 2007 startete nun die Produktion in der chinesischen Millionenstadt Kunshan.

Der neue Standort liegt an der Pazifikküste der Volksrepublik im Mündungsbereich des Jangtse, unweit der bedeutendsten Industriestadt Chinas, Shanghai. Die Stadt Kunshan weist etwa 1,5 Millionen Einwohner auf. Die Industrielandschaft dieser Region ist von den fünf Schlüsselindustrien Elektro, Fahrzeugbau, Petrochemie, Eisen/Stahl und Energie geprägt. Ein Vergleich mit dem Leistungsportfolio der Wirthwein AG drängt sich hier nahezu auf. Die Wirthwein AG fertigt am chinesischen Standort Kunststoffteile für die Automobil- und Bahnindustrie, unter anderem für die neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken der Volksrepublik. Aufgrund des gigantischen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums ist die chinesische Regierung bestrebt, die Transport- und Reisezeiten zwischen den Millionenstädten zu verkürzen und so insgesamt zu einer Beschleunigung des rasant steigenden Verkehrsaufkommens beizutragen. Das von Wirthwein produzierte Befestigungssystem ist baugleich zu deutschen Hochgeschwindigkeitsverbindungen, beispielsweise die Schnellfahrstrecke Nürnberg-München.

Der momentan startende Produktionsprozess im chinesischen Kunshan erfolgt mit acht Spritzgießmaschinen und aktuell rund 50 Mitarbeitern. Bis Jahresende soll die Zahl auf 100 Mitarbeiter gesteigert werden. Fachkräfte aus den Standorten Creglingen, Nauen und Brandenburg lernen die chinesischen Kollegen im Umgang mit den modernen Maschinen ein. Die Formen für die Spritzgießmaschinen werden in den Werkzeugbauabteilungen der deutschen Standorte gefertigt, was bedeutet, dass es keine Arbeitsplatzverlagerung, sondern vielmehr eine Stärkung der Standorte in Deutschland gibt. Dies gilt umso mehr, da neben den Eisenbahnprodukten auch schon größere Aufträge für den Automobilbereich akquiriert werden konnten.

Mit der Expansion auf den chinesischen Markt führt die Wirthwein-Gruppe unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden Dipl.-Ing. Udo Wirthwein die erfolgreiche Ausweitung der Geschäftsfelder des Konzerns fort. Insgesamt ist die Wirthwein AG nun mit Standorten in Deutschland, Polen, USA und China präsent. Neben dem Stammsitz in Creglingen gehören in der Region die Bembé AG Bad Mergentheim, Winkler Design in Röttingen und die Firma Keller Fußbodentechnik zur Unternehmensgruppe.

Insgesamt produzieren heute elf Unternehmen der Wirthwein-Gruppe vielfältige, komplexe Kunststoffbaugruppen und Werkzeugformen für die Automobil-, Bahn-, Elektro- und Hausgeräteindustrie sowie Parkett und Innenausbau. Unter anderem ist Wirthwein Zulieferer des größten deutschen Waschmaschinen- und Trocknerherstellers.

Im Bereich Automobil beschritt Wirthwein mit der Umstellung von Türmodulen neue Wege. Der bisher aus Blech gefertigte Aggregateträger wurde durch ein neuartiges Kunststoffbauteil substituiert. Somit wird die Integration weiterer Funktionen, wie beispielsweise Kabelführungen oder Befestigungselementen ermöglicht. Aufgrund dieser Innovation ist Wirthwein nun führender Hersteller in diesem Segment.

Mit der 2005 erfolgten Übernahme der Firma Riegler in der Nähe von Darmstadt mit zwei Standorten in Mühltal sowie einem Werk in Ober-Ramstadt, konnte die Produktpalette durch die hocheffiziente Reinraumfertigung um die Sparte Medizintechnik ergänzt werden.

Die Maximen des täglichen Arbeitsprozesses lauten Qualität, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit der Produkte. Weltweit sorgen 1.400 Mitarbeiter für die Erfüllung dieser Ziele und werden bei einem starken Wachstum im Geschäftsjahr 2007 einen Gruppenumsatz von rund 210 Millionen Euro realisieren. Hierfür setzt Wirthwein auf innovative Fertigungsmethoden und die Nutzung von Synergien innerhalb der Gruppe.

Wirthwein - ein innovatives Unternehmen im Bereich der Kunststoffverarbeitung und führend im Sektor der Schienenbefestigungstechnik, entwickelte sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem international renommierten Unternehmen. Und dennoch gibt der Vorstandsvorsitzende, Dipl.-Ing. Udo Wirthwein ein ganz klares Bekenntnis zum Sitz des Stammhauses ab „Creglingen ist und bleibt die Zentrale des Konzerns“. Das wird man in dem Tauberstädtchen sicher gerne hören, denn Wirthwein ist mit 150 Arbeitsplätzen im Stammhaus der größte Arbeitgeber in Creglingen – und auch das mit steigender Tendenz.

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