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Scheuerle und die Superlative

     
 
 

6.10.07

 

Schwerer, größer, breiter: Die Fahrzeuge von Scheuerle stehen für Superlative. Das gesamte Wissen aus der 138-jährigen Firmengeschichte steckt in zwei Fahrzeugen, die Ende November den Pfedelbacher Firmenhof verlassen. Die beiden Antennenfahrzeuge für ESO machen sich dann - mit einem bis ins Detail geplanten Transport - auf den (See-)Weg Richtung Chile. Dort werden sie Antennen zur Weltraumbeobachtung auf 5000 Meter Höhe bringen.

Einsatz unter extremen klimatischen Bedingungen: Eine Herausforderung für die Ingenieure bei Scheuerle, die diese Aufgabe in 22 Monaten bewältigten. „Dort oben ist die Luft so dünn, dass die Dieselmotoren nur noch 80 Prozent ihrer Leistung bringen“, wies Konstruktionsleiter Andreas Kohler auf eine Schwierigkeit hin. Die andere ist die Steigung von mehr als zehn Prozent auf den eigens dafür gebauten Straßen. Doch trotz Kälte, Hitze und bis zu 230 Stundenkilometer Wind wird von den tonnenschweren Giganten millimetergenaues Arbeiten verlangt.

Das erste dieser beiden ungewöhnlichen Fahrzeuge wurde am Freitag im Beisein der Familie, von Freunden und lokaler Politprominenz auf den Namen des Firmeninhabers Otto Rettenmaier getauft. Enkel Fabian Weingart (21) ließ den Sekt spritzen auf den 130 Tonnen schweren, zehn Meter breiten, 20 Meter langen und sechs Meter hohen gelben Riesen, der die 150 Tonnen schweren Antennen vom Basislager auf das chilenische Hochplateau bringen wird. „Und in einigen Wochen heißt die bessere Hälfte dann Lore“, stellte Fabian Weingart die zweite Taufe in Aussicht. „Denn zusammen sind sie stark“, sagte Otto Rettenmaiers Tochter Susanne. „Sie sind zu jung, um ihnen ein Denkmal zu setzen. Wir sehen das Fahrzeug mit ihrem Namen als Symbol ihrer Leidenschaft für die Technik und als unseren Dank, dass sie auch in schwierigen Zeiten hinter uns standen“, freute sich Hans-Jörg Habernegg, mit Ulrich Bochtler Geschäftsführer bei Scheuerle, über die Taufe.

Die Leidenschaft des Opas für die Technik teilt Enkel Fabian Weingart: „Ich war noch ziemlich klein, als ich erstmals neben einem Schwertransporter stand“, sagt Weingart, nach eigenem Bekennen ein „Spielekind“ und Student der Betriebswirtschaft.

Im November werden die Fahrzeuge - auf Scheuerle-Transportern - in den Heilbronner Hafen gebracht. Da Binnenschiffe zu schmal sind, fahren die Riesen auf Pontons nach Rotterdam und kommen dort dann auf Seeschiffe.

Quelle Heilbronner Stimme vom 6. Oktober von Yvonne Tscherwitschke www.stimme.de

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