20 Unternehmen, die Städte Schwäbisch Hall und Crailsheim, der Landkreis Schwäbisch Hall und die Arbeitsagentur Hall haben sich zusammengetan. Sie suchen mit einer Roadshow, einem gemeinsamen Internetportal und einer Printbeilage in Zeitungen deutschlandweit gemeinsam nach Fachkräften.
In der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken übersteigt demnächst die Zahl der offenen Stellen die der Arbeitslosen. Die Jagd auf qualifizierte Köpfe hat begonnen. Der Begriff "Vollbeschäftigung" macht die Runde. Ein Wort, das seit den 70er Jahren nicht mehr verwendet wurde. Es klingt grotesk: Langsam gehen im Wirtschaftsraum Schwäbisch Hall-Hohenlohe die Arbeitslosen aus. Der Bezirk belegt Platz 7 unter den 178 Arbeitsagenturen in Deutschland. "Ich rechne damit, dass in den nächsten ein bis zwei Monaten die Zahl der gemeldeten Stellen höher sein wird als die der Arbeitslosen", analysiert Elmar Zeller, Chef der Arbeitsagentur in Schwäbisch Hall.
Zeit zu Handeln: Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim hat nach Absprache mit Elmar Zeller den ersten Schritt gemacht. Er hat im Frühjahr Firmenvertreter an einen Tisch gebracht. Das Ziel: Eine gemeinsame Aktion anstatt vieler kleiner Einzelmaßnahmen, die schnell verpuffen und teuer sind. Pelgrim hat offensichtlich ins Schwarze getroffen: Immer mehr Partner wollten mitmachen. Eine knifflige Aufgabe stellte sich: Es galt, das Kirchturmdenken zu überwinden und gemeinsam mit Crailsheim, dem Landkreis und auch Firmen aus dem Hohenlohekreis für den Wirtschaftsraum zu werben. Das sei am Ende gelungen und gebe Mut für weitere Projekte, bei denen alle an einem Strang ziehen, äußerte ein Beteiligter hinterher.
Herausgekommen ist eine Zeitungsbeilage, deren Auflage 250 000 Stück beträgt. Sie wird morgen im Ruhrgebiet auf den Frühstückstischen der Menschen liegen. Die Erwartung der Projektpartner ist es, dass nach der Lektüre der Broschüre Fachkräfte die Chance eines Umzugs nach Hohenlohe erkennen, um dort freie Stellen zu besetzen. Die Broschüre beinhaltet eine Präsentation des Landkreises Schwäbisch Hall und des Hohenlohekreises inklusive Beschreibung des Arbeitsmarkts, der Branchen und Firmenpräsentationen. Flankiert wird die Broschüre von einer Internetseite. Auf http://www.jobs-sha.de sind Details über die Region zu erfahren, die nach motivierten Mitarbeitern sucht.
Von wegen verstaubtes Amt: Die Arbeitsagentur aus Hall macht sich jetzt auf die Socken. Mit einer Roadshow werden zusammen mit den Projektpartnern acht Städte in acht Tagen besucht, um Fachkräfte anzuwerben. In Oberhausen startet die Tour am Montag, 8. Oktober. Beim Auftakt werden bei einer Pressekonferenz Landrat Gerhard Bauer und die Oberbürgermeister von Hall und Crailsheim Rede und Antwort stehen. Die Tour führt durchs ganze Ruhrgebiet und endet im niedersächsischen Nienburg am 17. Oktober. Dass so viele Projektpartner aus Hall und Hohenlohe auf die Jagd nach Fachkräften gehen, das ist wohl einzigartig in Deutschland.
Ein Umzug in die Region lohnt sich, das zeigen Beispiele aus der Printbeilage. Neu-Hohenloher kommen zu Wort: "Man ist echt willkommen hier", sagt zum Beispiel Tony Britze erfreut. Der 21-jährige Werkzeugmacher bei hbc-radiomatic ist kürzlich aus Arnstadt in Thüringen nach Crailsheim gezogen. Seine Kollegen hätten ihn mehr als freundlich aufgenommen, der Abteilungsleiter hat ihm gleich das "Du" angeboten. "Das ist schon ungewöhnlich", meint Tony Britze.
Roadshow-Termine!
- 08.10.07: Oberhausen Technologiezentrum, 10:00 - 13:00 Uhr
- 09.10.07: Wesel Niederrheinhalle, 10:00 - 18:00 Uhr
- 10.10.07: Gelsenkirchen Agentur für Arbeit, 8:00 - 16:00 Uhr
- 11.10.07: Recklinghausen Agentur für Arbeit, 8:00 - 12:00 Uhr
- 12.10.07: Bochum Agentur für Arbeit, 8:00 - 14:00 Uhr
- 15.10.07: Neubrandenburg Agentur für Arbeit, 9:00 - 16:00 Uhr
- 16.10.07: Neustrelitz Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Strelitz, 8:00 - 12:00 Uhr
- 17.10.07: Nienburg Agentur für Arbeit, 10:00 - 14:00 Uhr
Weitere Informationen unter
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