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Frisches Eigenkapital

     
 
 

10.10.07

 

Mühsam war der Anfang, jetzt kommt die 2001 Beteiligungsgesellschaft (SBG) der regionalen Sparkassen richtig in Schwung. Inzwischen ist die SBG an 36 Unternehmen in der Region beteiligt - Tendenz steigend. Für die ersten sechs Abschlüsse hatte die von Rolf Schiller geführte Gesellschaft vier Jahre gebraucht - im laufenden Jahr haben sich die Kapital-Geber allein in den ersten sieben Monaten an 13 Firmen beteiligt. „Es hat länger gebraucht, als wir gedacht haben. Aber jetzt ist da eine gewisse Dynamik drin“, freut sich Schiller.

Bekannte Namen

Eine ganze Reihe bekannter Namen findet sich mittlerweile im Portfolio der SBG: Vom Reiseunternehmen Gross bis zum Neuensteiner Verpackungshersteller Hepack, vom Heilbronner Getränkehändler GLH bis zum Hohenloher Werkzeughändler Güde, vom Offenauer Kunststoffteilespezialisten KWO bis zum Neckarsulmer Büroausstatter Asbo: Sie alle haben sich bei der SBG mit Eigenkapital versorgt. Im Gegensatz zu den Kollegen von der Kreditabteilung sind die SBG-Sparkässler nämlich nicht für Fremdkapital zuständig. Anders als andere Finanzinvestoren liegt der SBG aber an einer nachhaltigen Entwicklung. Der Sparkassen-Slogan „Gut für die Region“ gelte auch für die Beteiligungsgesellschaft. „Wir sind durchdrungen vom Sparkassengedanken“, grenzt sich Schiller von den Wettbewerbern ab, die als „Heuschrecken“ Schlagzeilen gemacht haben. Natürlich dürfe die SBG nicht dauerhaft auf Subventionen angewiesen bleiben, „aber wir brauchen keine Eigenkapitalrendite von 20 Prozent“.

Die Zeiten, in denen die Bilanz der SBG „null auf null“ aufgegangen ist, sollen allerdings vorbei sein. „Ich gehe schon davon aus, dass wir einen schönen Gewinn schreiben.“ Schillers Ziel ist eine Eigenkapitalverzinsung von zehn Prozent. In anderen Worten: Die Beteiligungen müssen pro Jahr eine halbe Million Euro verdienen. Denn mit fünf Millionen Euro Eigenkapital haben die Sparkassen der Region ihre Beteiligungsgesellschaft ausgestattet.

Auch Matthias Peschke, der als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Heilbronner Kreissparkasse bei der SBG in der Rolle des Großaktionärs unterwegs ist, erwartet „ein vernünftiges Ergebnis“. Das sei auch für die Mitarbeiter wichtig - die wollten schließlich etwas bewegen. Auch aus einem anderen Blickwinkel ist die SBG für Peschke wichtig: „Damit zeigen wir, dass die Kooperation in der Region hervorragend funktioniert.“

Keine Turbulenzen

Weder bei der SBG noch bei der Sparkasse Heilbronn hätten sich die Turbulenzen der Finanzmärkte ausgewirkt: Weil die Beträge, um die es bei den Finanzierungen auf dieser Ebene gehe, in der Regel zu gering seien, als dass die Institute sich um ein Refinanzierung kümmern müssten. Insofern hätten auch die gestiegenen Interbanken-Zinssätze keine großen Auswirkungen auf das Tagesgeschäft. In der Regel nimmt die SBG pro Kunde nicht mehr als eine Million Euro in die Hand, um sie als stille Beteiligung in das Unternehmen einzubringen.

Quelle Heilbronner Stimme vom 10. Oktober 2007 von Manfred Stockburger www.stimme.de

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