Die Produktion des neuen Audi A 4 in Neckarsulm ist jetzt angelaufen. Bis zu 380 fertige Limousinen werden pro Tag das Werk verlassen.
Zart streichen die Hände immer wieder über den Lack. Hin und her. Der junge Mann im schicken Anzug kann einfach die Finger nicht von dem neuen Auto lassen, das jetzt auch in Neckarsulm gebaut wird. Noch einmal geht er hin zum A4 - um die feinen Konturen des Autos mit den Fingerspitzen nachzuspüren. „Einfach klasse, was unsere Designer wieder hingestellt haben“, sagt der Jung-Audianer stolz.
Aber nicht nur der Form des neuen Mittelklasse-Audis ist geschuldet, dass die Neckarsulmer Werker ins Schwärmen geraten. Es ist die Tatsache, dass mit dem intern B8 genannten Modell die Produktionsdrehscheibe zwischen Neckarsulm und Ingolstadt verwirklicht wird. Und zwar, wie Werkleiter Jürgen Lunemann betont, in der vollen Fertigungstiefe.
Beschäftigung
Die Serienfertigung hat jetzt begonnen. Noch sind die Stückzahlen klein, aber spätestens im nächsten März soll die Fabrik auf vollen Touren laufen. Dann werden 1500 Audianer in drei Schichten den neuen A4 fertigen. Die Arbeit wird dringend benötigt, damit der Standort Neckarsulm mit seinen 13 500 Beschäftigten wieder ausgelastet wird.
Ruum-tumm. Ruum-tumm. Im Wareneingang des Presswerks liegt tonnenweise flaches Blech. Die gewaltigen Pressenstraßen verwandeln die Stücke - Ruum-tumm - in Autoteile. Nicht alle Blechteile, aus denen die A4-Karossen zusammengesetzt werden, kommen aus Neckarsulm. Aber immerhin 13 verschiedene. Der A4 sorgt auch im Presswerk für Arbeit.
In den Karosseriebau hat der Autohersteller kräftig investiert. Teilweise laufen der A4 und der große Bruder A6 hier über dieselben Anlagen - aber nicht überall. Alles ist so geplant, dass die Fabrik Karossen der unterschiedlichen Modelle so ausspucken kann, wie sie gebraucht werden.
Drehscheibe
In der Lackiererei fahren A4 und A6 einträchtig über dieselbe Linie: Hier wird nicht nach Modell sortiert, sondern nach Farbe. Auch die neuen Lack-Roboter können schon beide Modelle. Das Karosserieverteilzentrum KVZ sorgt für die notwendige Flexibilität. Außen prangte noch vor wenigen Tagen ein großes Plakat, mit dem das neue Drehscheiben-Zeitalter eingeläutet wurde. Vier Worte sagen alles: „Der A4 von hier!“
Insgesamt 5500 Teile müssen zusammengebaut werden, bis ein fertiger A4 das Werk verlassen kann. Über 10 000 Behälter bewegen die Mitarbeiter der Logistikabteilung des Standorts dafür jeden Tag, damit immer genau das Bauteil griffbereit am Band liegt, das benötigt wird. Für die Montage des A4 haben die Werksplaner die Halle umgebaut, in der früher der A2 gefertigt wurde. Die Mitarbeiter, deren neue Arbeitsplätze hier entstehen, kommen aus allen Bereichen des Werks - die meisten aber aus der A6-Montage. 200 Leute waren in den vergangenen Monaten in Ingolstadt: Dort haben sie gelernt, wie der A4 gebaut wird.
Bis zu 380 fertige Limousinen pro Tag werden von der Montagehalle aus mit einem Aufzug in die obere Etage gefahren, ins Prüfzentrum, wo die Autos auf Herz und Nieren durchgecheckt werden. Hier laufen wiederum die beiden Modellreihen A4 und A6 über dieselben Anlagen: Das lässt die Fabrik atmen. Blitzblank poliert und fertig für die Auslieferung vorbereitet werden die Autos aber erst am sogenannten Zählpunkt acht. Davor müssen sie noch auf der werksinternen Prüfstrecke Probe gefahren werden.
Die Produktion ist jetzt angelaufen. Bis die ersten Neckarsulmer A4 beim Kunden sind, werden aber noch ein paar Wochen vergehen, schließlich müssen zuerst die Händler mit den Autos ausgestattet werden. Verkaufsstart ist - rechtzeitig zu Weihnachten - in der ersten Dezemberwoche.
Quelle Heilbronner Stimme von Manfred Stockburger vom 19. Oktober 2007 www.stimme.de
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