Im Jubiläumsjahr richtet sich Berner am internationalen Anspruch aus. Der Künzelsauer Direktvertreiber agiert immer globaler und konzentriert sich dabei gezielt auf seine Hauptmärkte in Europa.
Der konzerneigene Leitsatz heißt: "Berner GO 21". Hinter diesen Worten verbirgt sich die strategische Ausrichtung, mit der das Handelsunternehmen kontinuierlich zweistellig wachsen will.
Ob es denn so kommt, wird die Zukunft zeigen. Doch bislang liegen die Direktvertreiber auf dem Künzelsauer Garnberg voll im Plan. Auch das 50. Geschäftsjahr bescherte dem Direktvertreiber ein sattes Plus von 8,6 Prozent. Bei einem Umsatz von 779,5 Millionen Euro stand unter dem Strich ein Ergebnis von 37,5 Millionen Euro.
Ob im In- oder Ausland - Berner ist zwischenzeitlich in 21 Ländern vertreten - oder bei der Betrachtung der drei Sparten Bau, Kfz und Chemie: Berner kann Positives berichten. Wenn gänzlich unvorhersehbares passiert, wird Berner in zwei Jahren die Umsatzmilliarde überschreiten. Je nachdem wie man es rechnet, hat Berner heute einen Marktanteil von ein Prozent. "Da ist noch viel Potential drin", bilanziert Jörn Werner nüchtern. Der Vorsitzende der Geschäftsführung hält deshalb das vorgegebene Ziel von einem zweistelligen Wachstum für sehr realistisch. Dass der Berner-Chef die
Firmendaten erstmals in Frankfurt erläuterte, ist Ausdruck eines Wachstumskonzeptes, das sich stark vereinfacht als internationaler Anspruch mit viel Bodenhaftung umschreiben lässt.
Schon heute macht Berner rund zwei Drittel seines Umsatzes jenseits der Landesgrenzen. So sind die "Blauen" seit diesem Jahr auch in der Slowakei, Finnland und Rumänien vertreten. Und den osteuropäischen Raum hat man auf dem Radar. Doch stringente Bearbeitung hat dabei Priorität. "Wir werden uns vor allem auf die vier großen Märkte Deutschland, Frankreich, Italien konzentrieren und versuchen hier alle Möglichkeiten auszuschöpfen.
Im ihrem Strategiekonzept hat die Berner-Spitze nämlich jene Punkte festgeschrieben, die den Erfolg bescheren sollen. Neben der konsequenten internationalen Ausrichtung, ist das vor allem die stärker e Ausrichtung an den Kunden und ein durchgängiger Auftritt als professioneller Problemlöser. Noch stärker als bisher will sich Berner an den Bedürfnissen der einzelnen Gewerke ausrichten: "Die Kunden sollen dabei aus einem Sortiment aus Standard- und Spezial-Produkten profitieren, das in seiner Breite und Tiefe keine Wünsche offen lässt", erläutert Vertriebsvorstand Ulrich Lindner. Erfolge beim Management von C-Teilen für große Autohersteller, sind Ansporn genug, den Dienstleistungssektor weiter auszubauen.
Näher an die Kunden ist eine der Vorgaben, weshalb die Künzelsauer auch Vertriebskanäle wie Callcenter oder E-Commerce zusätzlich ausbauen. Eine durchgängige Elektronisierung muss allerdings niemand fürchten. "Direktvertrieb ist Beziehungsarbeit. Wenn wir weiter wachsen wollen, benötigen wir Mitarbeiter, die mit den Profis in den Betrieben auf Augenhöhe sind", so Lindner weiter.
Mit dem Erfolg wächst auch die Zahl der Beschäftigten. Mehr als 7000 Mitarbeiter (4200 im Vertrieb) stehen auf der Gehaltsliste. Da klingt es beinahe schon absurd, dass ausgerechnet der Zuwachs an Jobs den Direktvertreiber in die Bredouille bringt. Wir versuchen gerade
Hochschulabsolventen mit hohem Potenzial und Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen zu fördern, aber wir haben hier zwischenzeitlich einen Flaschenhals, der das weitere Wachstum behindert.
Auch das ist ein Grund warum Berner darauf drängt, das Profil des Unternehmens und damit auch seinen internationalen Auftritt durchgängig und über Ländergrenzen hinweg zu stärken. Wir wollen damit auch dokumentieren, dass wir ein dynamisches Unternehmen sind, das seinen Mitarbeitern hervorragende Entwicklungschancen und zum anderen eine sichere Zukunft bietet. Internationalität mit Bodenhaftung eben. Allein 50 Millionen hat Berner im vergangenen Jahr investiert. Eine Größenordnung, die es in der Berner-Geschichte so noch nie gab. Runde 17 Millionen wurden dabei am heimatlichen Standort auf dem Garnberg ausgegeben. Rechtzeitig zum Jubiläum wurde das neue Kommunikatonscenter fertig gestellt, das die deutsche Vertriebsgesellschaft nun baulich direkt mit der Berner Holding verbindet. 15 Millionen flossen in die Erweiterung und Umstrukturierung des hochmodernen Logistikcenters, bei dem nicht nur völlig neue Lagerkonzepte wie "Pick and Light" (RegioBusiness berichtete) umgesetzt werden, sondern die wirtschaftlichen Kennzahlen bei der Versorgung der Region zentral (Deutschland, Schweiz, Polen und der Türkei) völlig neue Werte erreichen. Denn Marktnähe drückt sich bei Berner in Zahlen aus: In 98 von 100 Fällen ist die Bestellung innerhalb von 24 Stunden beim Kunden.
Quelle RegioBusiness vom 12. Oktober 2007 von Heribert Lohr www.suedwest-aktiv.de/
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