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Herzblut für Hohenlohe

     
 
 

27.10.07

 

Hohenloher Mundart vom Feinsten – das ist Annâweech. Jetzt haben die fünf Musiker in der Geddelsbacher Kelter das Landmusical Oggdoowêrtee vorgestellt.

Es gab echte Hohenloher Bratwurst-Knöpfle. Es gab Sauerbraten mit Spätzle. Und es gab Oktobertee. Dieses Wort hat es in sich - und wer anders als Annâweech hätte darauf kommen können. Die Mundartband ist so authentisch hohenlohisch, dass sie als Botschafterin dieses Landstrichs nicht mehr wegzudenken ist. Wie viel Herzblut dahintersteckt und wie viel Wertschätzung ihnen entgegenschlägt, wurde einmal mehr deutlich, als „Molle“ und die vier anderen ihr neues Landmusical vorstellten. Am Mittwoch, in der Geddelsbacher Kelter. Oktobertee, oder in grammatisch korrekter Diktion: Oggdoowêrtee, das ist nichts anderes als Wein. Doch durch diese sprachliche Verwandlung wird daraus etwas Unverwechselbares, das für die Landschaft und ihre Menschen genauso gilt wie für Annâweech.

Verbindend Immer wieder schaffen sie es, das Typische an Hohenlohe auf einen Nenner zu bringen und ein einigendes Band zu schnüren. Was schwer genug ist, wie auch am Mittwoch zu beobachten war, als sich einige Ost-Hohenloher unters Volk gemischt hatten und von den West-Hohenlohern, die den Schwaben ja viel näher seien, abgrenzen wollten. Doch solche Scharmützel gehören einfach dazu. Für das Quintett ist es jedenfalls eine „Verpflichtung“, den Hohenlohern ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln. Über die unverfälschte Sprache, die süffisante Nabelschau ihrer Eigenarten, und nicht zuletzt über die Musik, die immer frisch und nie muffig klingt. „Wir müssen mal was zusammen machen“, sagte der mundartlich ebenfalls höchst bewanderte Landesbauernpfarrer Willi Mönikheim, als er sich von Frank Winkler verabschiedete. „Schön wäre, wenn wir die Arena Hohenlohe in Ilshofen vollkriegen.“ Winkler rümpfte kurz die Nase. Dann sagte er: „Die Frank’sche Scheuer wär’ mir lieber.“ Kein Wunder, dass die Jungs auf ihrem neuen Cover sehr verdutzt dreinblicken, als sie sich plötzlich auf der Opernbühne wiederfinden.

Natürlich Hohenlohe: Das sind aber nicht nur all die menschlichen Originale, die das ländliche Leben so liebenswert machen. Auch die Natur hat viel zu erzählen. Felder, Wiesen und Äcker haben Jahrhunderte überdauert. Genauso wie unzählige Bäume. Die HZ wird in den nächsten Wochen ausgesuchte Prachtexemplare porträtieren. Sie können zwar nicht sprechen, doch Menschen können über sie reden. Und bei längerem und genauerem Hinsehen können auch solche ganz natürlichen „Persönlichkeiten“ eine erstaunliche Wirkung auf den Betrachter entfalten. Freuen Sie sich also auf spannende Geschichten. Am kommenden Mittwoch schreiben wir über die Lutherlinde - passend zum Reformationstag.

Vorbildlich Zu Hohenlohe gehören natürlich auch die Tiere. Die einen leben in freier Wildbahn, die anderen in Ställen und auf umzäunten Feldern. Manche Tiere sind bedroht oder brauchen dringend Hilfe. Der Tierschutzverein Hohenlohe ist jetzt mit dem Landestierschutzpreis ausgezeichnet worden. Der Verein hat in kürzester Zeit mit relativ wenig Geld ein altes Bauernhaus bei Waldenburg zu einem Tierheim umgebaut. Dieser Einsatz ist vorbildlich - und deshalb völlig zu Recht belohnt worden.

Gefährlich Weniger Grund zur Freude haben derzeit die Schäfer. Die Blauzungenkrankheit wird keine Episode bleiben, sondern noch viele Monate eine potenzielle Gefahr darstellen. Auch wer Rinder und Ziegen hält, muss sich dauerhaft gegen das Virus wappnen. Deshalb: Daumen drücken, dass bald ein Impfstoff auf den Markt kommt.

Quelle Heilbronner Stimme vom 27. Oktober 2007

www.annaweech.de