Junge Ingenieure basteln an ihrem akademischen Titel und strecken gleichzeitig die Fühler in Richtung Wirtschaft aus. Möglich macht dies die enge Kooperation von Audi mit den Universitäten Stuttgart und Karlsruhe. Wie die Partnerschaft in der Praxis funktioniert, darüber informierte sich am Mittwochvormittag Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger beim Besuch im Audi-Forum in Neckarsulm.
Dort stellten sich die Hochschulinstitute Neckarsulm - kurz HIN genannt - rund 100 Vertretern aus Bildung, Politik und Wirtschaft vor. Oettingers Fazit: „Dies ist für beide Seiten eine Win-Win-Situation.“ Audi leiste mit der Investition in Promotionsprogramme auch einen Beitrag zur Standortsicherung. Doktoranden der HIN wiederum erhalten „optimale Arbeitsbedingungen und eine beruflich weiterführende Perspektive“, wie Audi-Personalvorstand Werner Widuckel es ausdrückt.
Ein Beispiel aus der Praxis: Doktorand Stefan Wiemer studierte Maschinenbau in Karlsruhe. Jetzt widmet er sich bei HIN dem Thema Schadstoffminimierung, damit die Fahrzeuge auch zukünftige Abgaswerte einhalten. Diese Verankerung von wissenschaftlicher Forschung, die in der Praxis ihre konkrete Anwendung findet, ist es, die HIN für ihn interessant macht, erzählt Wiemer. Vor zwei Jahren ging die Kooperation von Audi mit den Universitäten an den Start. Aus den anfangs zwei Projekten entwickelten sich bis heute neun mit den Schwerpunktthemen „Leichtbau“ und „Aggregate“.
Zwei Mitarbeiter der Hochschulinstitute haben ihre Doktorarbeit zwischenzeitlich abgeschlossen und sind in der Technischen Entwicklung der Audi AG tätig. Das Unternehmen finanziert die Hochschulinstitute, die ihren Sitz im SE-Zentrum gegenüber vom Audi-Forum haben. Die Stadt Neckarsulm unterstützt HIN nicht nur ideell, wie Oberbürgermeister Volker Blust betont, sondern beteiligt sich auch finanziell an der Ausstattung.
„Wirtschaft muss immer mehr Teil unserer Bildungskultur sein“, streicht Günther Oettinger heraus. 18 000 Ingenieure fehlten allein in Baden-Württemberg. In manchen Regionen des Landes sei der Fachkräftemangel ein größeres Problem als die Zahl der Arbeitsplatzsuchenden. Den Fuß in der Tür haben die acht Doktoranden der Hochschulinstitute Neckarsulm. Stefan Wiemer etwa verspricht sich „deutlich bessere Chancen, bei Audi im Bereich Motorenentwicklung beschäftigt zu werden“.
Quelle Heilbronner Stimme vom 25. Oktober 2007 von Heike Kinkopf www.stimme.de
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