Erst im Mai hat Bürkert das neue Systemhaus in Criesbach eingeweiht. Nun steht bereits das nächste Bauprojekt der Firma an, die Kontrollsysteme für Flüssigkeiten aller Art entwickelt.
Schneller als gedacht - selbst für die Geschäftsführung. "Wenn wir's im letzten Jahr schon gewusst hätten, hätten wir es auch schon im letzten Jahr gemacht", räumte Geschäftsführer Heribert Rohrbeck ein. Er gab dem Ingelfinger Gemeinderat erste Informationen zu dem neuen Bauvorhaben, das nach Weihnachten in die Planungsphase gehen soll.
Das Baugesuch soll den Stadtvätern und -müttern noch in diesem Jahr vorgelegt werden. Hintergrund des neuen Bauvorhabens ist das "hohe Niveau der Auftragslage" umschreibt Rohrbeck dezent, dass es bei Bürkert zurzeit brummt. Der neue Bau soll deshalb "normale, aber für uns sehr wichtige Produktionsfläche" zur Verfügung stellen, erklärte er den Ingelfinger Stadträten. Insgesamt sollen für die Produktion damit zusätzliche 2710 Quadratmeter entstehen.
Das gesamte Bauvorhaben teilt sich in zwei Teilprojekte: ein zweigeschossiger Bau für Büroräume und eine Maschinenhalle sowie eine weitere sollen in Criesbach im Bereich von Systemhaus und Bürkert-Werk 6 entstehen. Zwar sei der Neubau "nicht ganz auf dem architektonischen Niveau wie das Systemhaus." Doch der Funktionsbau werde sich gut ins Bauensemble einfügen. Neue Arbeitsplätze entstehen in Criesbach nicht. Teile der Ingelfinger Produktion werden in die Neubauten nach Criesbach verlagert, "weil wir dort stark wachsen", so Rohrbeck. Ob mit neuen Arbeitsplätzen im Ingelfinger Werk zu rechnen sei, diese Frage aus dem Gemeinderat ließ Rohrbeck offen. "Wir müssen auf dem Teppich bleiben, auch wenn es einige Jahre in Folge jetzt toll gelaufen ist", so Rohrbeck. Es ginge in erster Linie um die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen. Schließlich müsse man sich auch darauf vorbereiten, was in Asien an Konkurrenz erwächst und Arbeitsplätze sichern. Wenn der Markt wieder zurückgehe, sei zur Arbeitsplatzsicherung weiteres Wachstum nötig. Die Vorbereitungen dafür will Bürkert mit den neuen Produktionsflächen treffen.
Dass die Erweiterungsbauten die Verkehrssituation entlang des Kochers verändern, räumt Rohrbeck ein. Der Verkehr nehme zwar zu, nicht aber der Schwerverkehr. Die Anlieferungen ans Werk erfolge per Kleinlaster. Die Sicherheitsfrage auf der Keltenstraße, die von vielen Radfahrern und Skatern benutzt wird, wolle man partnerschaftlich regeln. Zugleich ist die Erschließung des Criesbacher Firmengeländes durch eine ringartige Straßenführung angedacht. In ihrem Zug sollte der Waldweg auf der Rückseite des Geländes ausgebaut werden. So könnte der Anlieferverkehr in einer Stichstraße zum Logistikzentrum, das zwischen Systemhaus und Werk 6 angedacht ist, gelenkt werden und ohne Wendemanöver wieder abfließen. Auch zwei zusätzliche Stellplatzreihen sollen auf den bereits bestehenden Parkplatz ausgewiesen werden, um dem wachsenden Bedarf Rechnung zu tragen. Zusätzlicher Hochwasserschutz ist für das Bauprojekt nicht erforderlich. Es liegt im ausgewiesenen Baugebiet, für das Rückhalteflächen bereits 2004 ausgewiesen wurden.
Hohenloher Tagblatt vom 7. November 2007 von BARBARA GRIESINGER www.suedwest-aktiv.de
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