Der knallrote Drache schwingt sanft die mit Klebestreifen befestigten Krepppapierflügel. Daneben johlen und toben seine Erbauer, die "Dragons" des Marktbreiter Gymnasiums. Bei ihnen handelt es sich nicht etwa um kräftemessende Kampfsportler, sondern um zehn- bis 16-jährige Tüftler, die eines von 16 Teams beim Regionalentscheid der "First Lego League" stellen.
Zwei aus ihrem Team sind im praktischen Endkampf, der Rest feuert an. Den Sieg sollten die roten Drachen jedoch nicht davontragen. Den holten sich die "SPH-DOGies" vom Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim. Sie waren die besten beim Robot Game und erzielten auch den Gesamtsieg, so dass sie am 1. Dezember beim Deutschlandfinale in Triberg antreten.
Bereits zum dritten Mal fand der Regionalwettbewerb der "First Lego League" (FLL) im Casino der VS statt. Als Entwickler der genormten Tische und Lego-Partner ist das Schul- und Büromöbelunternehmen geradezu prädestiniert für die Austragung. Fetzige Rhythmen, konzentrierte Jugendliche, Bastler und Tüftler bis zur letzten Minute vor dem Wettkampf trafen aufeinander und verwandelten die Kantine in einen Tummelplatz für Nachwuchsforscher. "Power-Puzzle" lautete das Motto in diesem Jahr. Und gefragt war da nicht etwa nur die Aufgabe, einen Roboter zu bauen und für die Verrichtung vorgegebener Aufgaben zu programmieren, sondern auch die Erledigung eines Forschungsauftrages und einer Teamworkaufgabe.
"Wir haben uns rund acht Wochen im Team auf die Lego League vorbereitet und uns auch täglich für sechs Stunden in den Herbstferien getroffen", berichtet Achtklässler Michael Gackstetter von den Bad Mergentheimer "DOGgies".
Die Aufgaben für den Wettbewerb hat das Team ganz klar verteilt: Diejenigen, die am besten beim Bauen waren, bildeten ein Team bei der praktischen Roboterprüfung am Normtisch. Michael Gackstetter freut sich über das Super-Abschneiden seiner Mannschaft, hatten die "DOGgies" doch einen der einfachsten Roboter des Wettbewerbs gebaut.
Doch das Kalkül hat sich bewährt: Die relativ einfache Lösung ohne viel Schnickschnack war beim Endkampf letztlich in Sachen Zuverlässigkeit überlegen.
Zuvor hatten die 16 Teams allerdings noch andere Aufgaben zu erfüllen. So mussten sie im Rahmen einer Forschungspräsentation ein Gebäude aus ihrem Umfeld auf dessen Energieverbrauch untersuchen und mit Hilfe von selbst gewählten Experten aber auch eigenen Ideen eine höhere Energieeffizienz erarbeiten. Bei der Präsentation waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Bei der zweiten Aufgabe wurde die Teamfähigkeit auf die Probe gestellt. Ein Teammitglied baute aus großen Duplosteinen eine Figur, beschrieb seine Anordnung und ein Gegenüber, das den Vorgang nicht per Sicht beobachten konnte, musste das gleiche Gebilde allein aufgrund der mündlichen Beschreibung nachbauen.
Bei der Regionalausscheidung der "First Lego Legue" in Tauberbischofsheim erzielte den Gesamtsieg das Team "SPH-DOGgies" vom Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim, das ebenfalls den Preis für das beste Robot-Game erhielt.
Für das beste Robot Design wurde das Team "RIG 2007" des Riemenschneider Gymnasiums Würzburg erkoren. Die beiden Teams der Hauptschule Tauberbischofsheim, "Team Girls" und "Team Boys", erhielten jeweils Preise für das beste Durchhaltevermögen.
Für das beste Teamwork wurde das Team "robo007" vom Hermann Staudinger Gymnasium Erlenbach gekürt.
Und die beste Forschungspräsentation ging schließlich an das Team "MGF Kulmbach" vom Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium Kulmbach.
Quelle Fränkische Nachrichten vom 17. November 2007/hvb www.fnweb.de
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