Die Überlegungen, das Konzert- und Kongresszentrum "Harmonie" um eine Kunsthalle zu erweitern, haben einen kräftigen Schub erfahren: Dank des Engagements der Ernst-Franz-Vogelmann-Stiftung sowie erheblicher Landeszuschüsse könnte die fünf Millionen Euro teure Kunsthalle bereits 2010 eröffnet werden.
Über einen entsprechenden Vorschlag wird der Gemeinderat noch im Dezember abstimmen. „Nach der "experimenta" im Hagenbucher wäre die Kunsthalle das zweite herausragende Projekt, das wir dank privater Unterstützung schultern könnten", freut sich Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach über ein weiteres Highlight für das Oberzentrum.
In der neuen Halle sollen Städtische Museen und Kunstverein kooperieren, die gemeinsame Ausstellungsstrategie sieht drei größere Ausstellungsvorhaben der Städtischen Museen beispielsweise aus dem Bereich der Moderne oder der Klassischen Moderne vor, die durch drei bis sechs Ausstellungen des Kunstvereins zu Themen der zeitgenössischen Kunst ergänzt werden könnten. „Ziel ist es dabei, vermehrt attraktive Sonderausstellungen nach Heilbronn zu holen", so Bürgermeister Harry Mergel.
Die Finanzierung der neuen fünf Millionen Euro teuren Ausstellungshalle würde nur zur Hälfte zu Lasten der Stadt Heilbronn gehen: Eine Million Euro spendet die Ernst-Franz-Vogelmann-Stiftung für das Namensrecht, knapp 1,5 Millionen Euro beträgt der Sanierungszuschuss des Landes. Um die Halle zügig bauen zu können, soll der Doppelhaushalt 2008/2009, der bislang nur Planungsraten vorsah, entsprechend geändert werden. Der Zeitplan sieht weitere Planungsarbeiten bis Ende 2008 vor, nach der Ausschreibung könnten 2009 die Bauarbeiten beginnen und im Jahr 2010 die Eröffnungsausstellung mit Werken aus der 2007 übereigneten Beuys-Kollektion erfolgen.
Die künftige "Kunsthalle Ernst-Franz-Vogelmann" wird die bisherigen Räumlichkeiten des Kunstvereins (rund 300 Quadratmeter Ausstellungsfläche) sowie einen Richtung Allee vorgelagerten Neubau umfassen (Gesamtnutzfläche dann insgesamt 1370 Quadratmeter, davon 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche). Der Erweiterungsbau bietet drei Geschosse und macht dadurch auch parallele Ausstellungen von Kunstverein und Museum möglich. Im Erdgeschoss soll eine große zusammenhängende Ausstellungsfläche entstehen. Planer der Kunsthalle ist das Architekturbüro Rodriguez (Zürich), das auch bereits Umbau und Erweiterung der "Harmonie" entworfen hatte.
Für die Museen unter Leitung von Dr. Marc Gundel schafft die neue Halle für Sonderausstellungen den zusätzlichen Platz, um auch im Deutschhof ein umfassendes Entwicklungskonzept verwirklichen zu können. Dieses sieht vor, die Kunstsammlung sowie die für Heilbronn und die Region identitätsstiftenden Themen in einem "Deutschhofmuseum" zu präsentieren.
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