Im Lager von Pflanzen-Mauk in Lauffen hat er gelernt. Nächste Woche wird er als beste Logistikfachkraft Deutschlands geehrt.
Vier Jahre ist es her, da stand Thomas Blind vor dem Nichts: Ein schlechtes Abschlusszeugnis von der Realschule, keine Lehrstelle, keine vernünftige Arbeit. „Ich war einfach richtig faul in der Schule und hab’ den Abschluss nur gerade so geschafft“, erzählt er. Seine Lehre aus dem verlorenen Jahr: „Auf keinen Fall noch ein Jahr verlieren. Sonst fällt man durchs Raster.“
Bei Pflanzen-Mauk in Lauffen hat er eine Lehrstelle gefunden - als Fachkraft für Lagerwirtschaft und Logistik. Nicht, weil er viel mit Pflanzen am Hut hätte: „Das ist nicht so mein Thema“. Sondern weil Logistiker überall gebraucht werden.
Drei Jahre lang hat er sich mächtig ins Zeug gelegt. Der Einsatz hat sich gelohnt: Nächste Woche fährt der 23-Jährige zusammen mit Alexander Mayer von Pflanzen-Mauk nach Berlin. Bei einer Gala im Palais am Funkturm wird er als bester Absolvent im Beruf Fachkraft für Lagerwirtschaft geehrt. Mit 98 von 100 möglichen Punkten hat Thomas Blind alle anderen Jahrgangskollegen in Deutschland hinter sich gelassen. „Hut ab“, freut sich Alexander Mayer und sagt: „Mein lieber Scholli.“
Drei Mitarbeiter und zwei Lehrlinge beschäftigt Pflanzen-Mauk im Lauffener Lager zurzeit - von hier werden auch die Schwesterbetriebe in Karlsruhe, Bruchsal und Balingen bedient. In Thomas Blinds Lehr-Lager geht es weniger um Pflanzen als um die sogenannte Hartware: Blumentöpfe und zurzeit natürlich massenweise Weihnachtsdekoration. Containerweise werden diese Güter angeliefert, sie müssen eingelagert werden, sortiert - und wieder verteilt. „Ein Großteil der Lagerarbeit wird am Computer gemacht“, erzählt Thomas Blind. „Aber zwischendurch muss man schon auch mit anpacken.“
Inzwischen packt der HEC-Fan aus Leingarten bei einem Metallverarbeiter in Marbach an. „Wir hätten ihn gerne behalten, aber wir hatten keine Stelle im Lager“, erklärt Alexander Mayer. Aber Logistiker werden schließlich überall gebraucht - und solche mit einem guten Abschluss erst recht. „Jetzt ist viel Export dabei“, freut sich Thomas Blind über die neue Herausforderung.
Quelle Heilbronner Stimme vom 8. Dezember 2997 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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