Zwölf Studenten haben einen Traum: Bis Frühjahr 2009 bauen sie einen kleinen, flitzigen Rennwagen. Dafür suchen sie jetzt Mitstreiter, Mitschrauber, Mitdenker, Mitarbeiter in allen Studiengängen. Denn die Teilnahme am Wettbewerb Formula Student Germany ist ein Projekt, das Knowhow aus allen Disziplinen verlangt.
„Wir brauchen alle“, sagt Marco Wagner (siebtes Semester Automotive Systems Engineering, ASE) ganz schlicht. Deshalb hat er mit seinen Studienkollegen ein weißen T-Shirt mit KÜHN-Racing-Emblem angezogen und wirbt einen Tag lang im Foyer der Hochschule Heilbronn für das Rennwagen-Projekt. Schon haben Betriebswirte und Maschinenbauer und Elektroniker Interesse bekundet. Die Künzelsauer Wirtschaftsingenieure, daher das „kühne“ Racing, haben die Heilbronner schon ins Boot geholt. Jetzt wollen sie einen Verein gründen.
Formula Student ist ein Konstruktionswettbewerb, der seine Ursprünge in Amerika hat. 50 Hochschulteams waren dieses Jahr aus Deutschland beteiligt. Bastian Bittmann (siebtes Semester ASE und künftiger Formula-Vereinschef) hat Mitte August auf dem Hockenheimring einen Film gedreht vom Studentenrennen. Der macht jetzt im Foyer Lust auf eigene Rennfahrerlebnisse. Denn am Ende wird ein Heilbronner oder Künzelsauer Student den flotten Flitzer steuern. Doch bis dahin müssen etwa 20 000 Euro Sponsorengeld eingeworben werden. Ohne Finanzhilfe lässt sich das Projekt nicht verwirklichen.
Doch wo wird der Rennwagen gebaut? Studiengangsleiter Professor Ansgar Meroth ist in den sehr beengten räumlichen Verhältnissen auf der Suche nach einem Laborraum für die Formula-Studenten. Vielleicht müsse eine Halle angemietet werden, sagt Meroth. Er denkt aber auch über einen Container-Labor nach. Der könnte über Studiengebühren finanziert werden, vorausgesetzt, die Arbeitsgruppe Studiengebühr der Fakultät Technik I ist dafür. Das Formula-Projekt könnte aber auch aus dem allgemeinen Projekt-Topf der Studiengebühren schöpfen, schließlich können sich Studierende aus allen Studiengängen beteiligen.
Fest steht für die Formula-Anfänger, dass sich ihr Projekt in Bewerbungsschreiben ungemein gut macht. Ob sie als Siebtsemester den Rennwagen noch als Studenten am Start erleben, bezweifeln sie eher. Aber ein Anfang ist gemacht. Und in Zukunft, so träumen sie weiter, geht jedes Jahr ein tolles Gefährt aus der Hochschule Heilbronn ins Rennen.
Quelle Heilbronner Stimme vom 14. Dezember 2007 von Gertrud Schubert www.stimme.de
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