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Landesgartenschau in Bad Rappenau

     
 
 

2.1.08

 

Die Kurstadt ist Gastgeber für die baden-württembergische Landesgartenschau 2008. Drei Parks und eine grüne Achse sollen den Kurort nachhaltig stärken.

Der Startschuss fällt in knapp vier Monaten. Am 25. April wird in Bad Rappenau die Landesgartenschau eröffnet. Peter Boxheimer hat Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen sowie die LGS-Geschäftsführer Manfred Wenninger und Markus Fleck zum Stand der Vorbereitungen und zur Bedeutung der Großveranstaltung befragt.

Was überwiegt knapp 120 Tage vor dem Start der Gartenschau: Spannung, Vorfreude oder Ungewissheit?

Hans Heribert Blättgen: Also bei mir überwiegen die Vorfreude und natürlich die Spannung, wie die Besucherzahlen schließlich aussehen werden. Das ist eigentlich für mich die einzige offene Frage. Ich gehe allerdings davon aus, dass wir die Prognosen nicht nur erreichen, sondern sogar übertreffen. Aber abgerechnet wird erst zum Schluss.

Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie denn?

Manfred Wenninger: Wir haben kalkuliert mit 450 000 Einzeleintritten und 7000 Dauerkarten. Ich denke, dass wir das hier in der Region erreichen können. Das Einzugsgebiet ist gar nicht so schlecht, wenn man weiß, dass vor allem der ländliche Raum auf die Gartenschau geht.

Hat Bad Rappenau seine Hausaufgaben erledigt?

Markus Fleck: Auf jeden Fall. Es gibt aber noch viel Arbeit bis zur Eröffnung. Und wir sind nicht die Einzigen, die in Bad Rappenau bauen. Das geht Hand in Hand mit zahlreichen städtischen Maßnahmen. Da gibt’s noch viel abzustimmen. Bei unseren Bauvorhaben sind wir im Soll: Wir gehen jetzt weg von den Daueranlagen und hin zu den Ausstellungsbereichen.

Wann kommt das Kassensystem?

Fleck: Anfang nächsten Jahres werden wir den Auftrag vergeben. Die Umsetzung ist für Februar vorgesehen. Dann tauschen wir auch die Dauerkarten um.

Liegen Sie denn im gesteckten Finanzrahmen?

Blättgen: Ja, und zwar 100-prozentig. Die Daueranlagen sind im Kostenrahmen, und bei den Ausstellungsbeiträgen gehe ich davon aus, dass dieser ebenfalls eingehalten wird.

Wie teuer ist die Landesgartenschau unter dem Strich?

Wenninger: Die Daueranlagen kosten rund 8,2 Millionen Euro. Und beim Durchführungshaushalt – Blumen, Zaun, Veranstaltungen, Marketing, Personal – sind wir bei rund acht Millionen Euro. Für die Daueranlagen gibt das Land einen Zuschuss von 3,8 Millionen Euro. Und beim Ausstellungshaushalt kommen wir hoffentlich mit einer Null raus. Wir erwarten, dass ein Drittel der Bevölkerung Dauerkarten kauft. Natürlich hoffen wir, dass dies nicht nur Bad Rappenauer tun. Wir gucken da auch Richtung Heilbronn, Bad Wimpfen, Mosbach und Sinsheim.

Wie viele Dauerkarten sind bis jetzt verkauft?

Fleck: Wir haben bereits über 3900 Dauerkarten verkauft und liegen damit deutlich über dem zum Jahresende anvisierten Ziel von 3500.

Was ist die besondere Note dieser Gartenschau?

Blättgen: Wir machen hier eine Gartenschau, die quer durch die Innenstadt geht und dabei drei Parks und die Grünspange umfasst. Das ist die außergewöhnliche Situation, die wir in Bad Rappenau bewusst gewählt haben, weil wir so mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen können. Wir bringen unsere Parks auf den neuesten Stand, haben dabei gegenüber anderen Schauen aber den Vorteil, dass wir mit altem Baumbestand arbeiten können. Dazu legen wir eine sehr attraktive grüne Achse durch die Stadt.

Unterscheidet sich die Landesgartenschau in Bad Rappenau stark von ihren Vorgängerinnen?

Wenninger: Wir haben hier einen Kurort, den unsere Maßnahmen stärken sollen. Heidenheim war der Neubau eines Stadtparks zwischen der Kernstadt und einem Vorort. Kehl war die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Straßburg und dessen Entwicklung zum Rhein hin. So hat jede Gartenschau eine unterschiedliche Ausrichtung.

Was wird über dieses halbjährige Festival hinaus an Nachhaltigkeit für Bad Rappenau bleiben?

Blättgen: Nachhaltigkeit ist eines der Hauptziele. Das gilt zunächst für die Daueranlagen und einige Beiträge im Ausstellungsbereich, die uns erhalten bleiben werden. Und dann haben wir mit der Gartenschau eine Vielzahl von städtebaulichen Projekten realisieren können: Rappsodie, Sanierungsmaßnahme Raiffeisenstraße, Untertunnelung des Bahngeländes, Stadtkarree, Hochwasserschutz. Hier gab es beträchtliche Zuschüsse, die alle unter der Überschrift Gartenschau geflossen sind. Wir haben inklusive der Gartenschau rund 45 Millionen Euro umgesetzt beziehungsweise werden das bis 2009 noch tun.

Wie identifizieren sich die Bad Rappenauer mit dieser Großveranstaltung?

Fleck: Wir haben sehr früh begonnen, die Vereine und Organisationen einzubeziehen. Aber man merkt dann, wenn man die Leute zwei Jahre vorher anspricht, dass das einfach noch zu weit weg ist. Das hat sich jetzt grundlegend geändert. Die Bevölkerung sieht, wie die Parks sich entwickeln und dass da etwas Tolles entsteht. Dann ist auch die Bereitschaft da, hier mitzumachen. Die Bürger planen für das nächste Jahr, die Gartenschau 2008 ist in den Köpfen drin. Ich wünsche mir, dass sie ein Stück weit identitätsstiftend sein wird für Bad Rappenau.

Es wird also auch zahlreiche Beträge mit Lokalkolorit geben?

Fleck: Sicherlich. Viele Beiträge sind so organisiert, dass die Kreisgruppen die Federführung übernehmen, aber die Aktiven vor Ort sich einbringen. Die Vereine haben die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Die Volkshochschule ist dabei, die Grundschulen, die Kindergärten. Viele Kulturschaffende werden sich präsentieren. Wir stellen dafür den bunten Rahmen zur Verfügung.

Was passiert am Ende der Schau: Werden die Zäune wieder fallen oder bleiben?

Blättgen: Die Frage ist noch nicht abschließend geklärt. Aber der Tenor lautet, dass das Gelände nach der Gartenschau wieder frei zugänglich sein wird.

Haben Sie keine Angst vor Vandalismus?

Blättgen: Die Befürchtung ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Nach unseren Erfahrungen muss man zumindest mit kleineren Schäden rechnen. Wer in das Gelände rein will, lässt sich aber von einem Zaun nicht abhalten – und hat dann auch noch die Sicherheit, dass außer ihm keiner da ist. Wenn der Park für alle zugänglich ist, gibt es zumindest ein bisschen soziale Kontrolle.

Quelle Heilbronner Stimme vom 28. Dezember 2008 www.stimme.de

Weitere Informationen unter

www.badrappenau.info/lgs/site/
 
         
         
 
Unsere Ehemaligen...
Jasmin Dankel

„Ich habe bei der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken mein Praxissemster während des Studiums BWL und Tourismus an der Hochschule Heilbronn absolviert, dann in Teilzeit dort gearbeitet und schließlich die Diplomarbeit geschrieben über 'Die touristischen Effekte der Fußball-WM in der Region Heilbronn-Franken'. Diese gab es. Hatten wir doch 2006 drei WM-Fandörfer in der Region konzipiert, organisiert und begleitet. Eine lehrreiche, hilfreiche und in jedem Sinne positive Zeit - einfach schön!"

 
Jasmin Dankel, Hoteldirektorin,
Hotel Ludwig Eins
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Ludwig Eins
Hotel und Restaurant
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