Die erste thematisierte Holzachterbahn der Welt entsteht derzeit im Erlebnispark Tripsdrill.
Flink klettern die Zimmerleute nach oben, sichern sich, schlagen Nägel in die Balken. Arbeit in teils schwindelnder Höhe verrichten rund 50 Männer zurzeit in Tripsdrill. Sie bauen die 30 Meter hohe und 860 Meter lange Holzachterbahn namens Mammut. „Jede Menge Holz erwartet die Besucher in der Saison 2008“, sagt Erlebnispark-Pressesprecherin Britta Dirrler. Unter anderem bei der Weltmeisterschaft der Waldarbeiter vom 2. bis 6. Oktober.
Gut 7000 Kubikmeter Erde wurden auf dem Gelände zwischen der Burg Rauhe Klinge und dem Waschzuber-Rafting seit Baubeginn im September abgetragen, das entspricht etwa 700 Lastzügen. Sehr komplexe Fundamentarbeiten waren notwendig, die Achterbahn steht auf 950 Betonstützen. Zwei Millionen Nägel, eine Million Schrauben, 70 000 Kiefernholz-Einzelteile werden insgesamt verarbeitet. „70 Prozent der Betonarbeiten sind bereits abgeschlossen, 65 Prozent der Holzkonstruktion montiert“, so Britta Dirrler.
„Es ist die erste thematisierte Holzachterbahn weltweit“, erklärt Tripsdrill-Geschäftsführer Helmut Fischer, der in den gesamten Themenbereich in den nächsten drei Jahren sechs Millionen Euro investiert. Die 24-sitzigen Züge sind als Säge gestaltet und brettern mit einer Spitzengeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern durch ein Sägewerk – vorbei an einer großen Kreissäge durchschneiden sie förmlich das Gebälk. Fischer hat sogar ein Bönnigheimer Sägewerk aufgekauft, das im Wartebereich wieder aufgebaut wird. Dort erfahren die Besucher – mitfahren dürfen Kinder ab sechs Jahre – dann Wissenswertes über Holzverarbeitung.
„Es wird eine Skulptur in Holz. Die Ästhetik spielt eine größere Rolle als bei anderen Holzachterbahnen. Das ist für unser Team eine besondere Herausforderung“, sagt Ulf Cordes von der gleichnamigen Herstellerfirma bei Bremen, die unter anderem auch die „Colossos“ im Heidepark Soltau gebaut hat.
Das Holz wird in seiner Holzbaufirma in Norddeutschland computergesteuert zugeschnitten und durchnummeriert nach Tripsdrill gebracht. Denn fast kein Balken ist wie der andere. Vor Ort nageln Fachkräfte nach einer ganz exakten Geometrie alles zusammen und verschrauben es zusätzlich, „damit durch die dynamische Belastung keine Nägel rausfallen“, erklärt Cordes. Erstmals stellt sein Unternehmen auch die hölzernen Schienen her. Besonderer Wert wird auf die Haltbarkeit und Standfestigkeit der Konstruktion gelegt. Die „Mammut“-Achterbahn ist auf 45 Jahre Dauerbetrieb ausgelegt.
Das Thema Holz und Mammut wird in der neuen Saison, die am 15. März beginnt, immer wieder Thema sein. Höhepunkt ist die Weltmeisterschaft der Waldarbeiter im Oktober. Dazu werden 130 Teilnehmer aus über 30 Nationen erwartet. Erstmals werden sechs statt fünf Disziplinen ausgetragen, sagt Torsten Nimsch vom Verband der Waldarbeitsmeisterschaften Deutschland: Zielfällung, Ketten wechseln, Kombinierter Schnitt, Präzisionsschnitt, Entlasten eines Baumes und – das ist neu – ein Staffellauf.
Quelle Heilbronner Stimme vom 9. Januar 2007 von Claudia Schönberger www.stimme.de
Weitere Informationen unter
|