Das rasante Tempo des ersten Halbjahrs 2007 hat die Künzelsauer Würth-Gruppe im vierten Quartal nicht mehr beibehalten können. Dennoch geht das vergangene Geschäftsjahr als ein „sehr erfolgreiches“ in die Annalen des Unternehmens ein: 8,5 Milliarden Euro Umsatz, 570 Millionen Euro Betriebsergebnis vor Steuern, fast 9000 neue Mitarbeiter, davon 1262 in Deutschland.
Wenn Konzernchef Robert Friedmann trotzdem nicht ganz zufrieden ist, dann liegt das an der Zahl 9,5: Bedingt durch ungünstige Währungseffekte und die schwächelnde US-Wirtschaft ist der Konzern in Sachen Wachstum knapp unter der Zehn-Prozent-Hürde geblieben. Friedmann: „Das zweistellige Wachstum haben wir leider verpasst.“ Rechnet man die Währungsverluste heraus, ist die Welt aber wieder in Ordnung: Dann liegt das Umsatzplus des Konzerns bei 10,5 Prozent.
Maßstab gesetzt
Auch die deutschen Gesellschaften haben sich in den letzten drei Monaten des Jahres 2007 mit dem Wachstum etwas schwerer getan. Das lässt sich allerdings mit der außerordentlich guten Vorlage aus dem Vorjahresquartal erklären, das den Künzelsauern einen Rekorddezember beschert hatte. Dennoch hat das deutsche Stammhaus Adolf Würth KG (AWKG) einen neuen Maßstab gesetzt: Am 4. Dezember erreichte die AWKG als erste der mittlerweile 400 Einzelfirmen im Konzern die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro.
Die dynamische Entwicklung des Würth-Geschäfts machte sich auch in der Region mit einem deutlichen Zuwachs an Beschäftigten bemerkbar. In Deutschland hat das Unternehmen zum zweiten Mal in Folge sogar mehr als 1000 Stellen geschaffen, wie Friedmann stolz feststellt. Wenn das Wachstum in demselben Korridor bleibt, dann hält er einen ähnlichen Mitarbeiterzuwachs auch im neuen Jahr für „vorstellbar“. Die Planzahl für 2008 geht für den Konzern jedenfalls von einem zweistelligen Wachstum aus: Auf 9,4 Milliarden Euro soll der Umsatz im neuen Jahr steigen, so Robert Friedmann.
Bei der Investitionsplanung für das neue Jahr haben die Hohenloher ebenfalls einen Zuwachs vorgesehen: Nach knapp 500 Millionen Euro im vergangenen Jahr sollen 2008 über 600 Millionen Euro in betriebsnotwendige Anlagen investiert werden – 46 Prozent davon in Deutschland. Nicht mit eingerechnet in diese Rechnung sind mögliche Firmenkäufe. Schon bald, so Friedmann, könne eine Akquisition aktuell werden.
Verhalten
Wenn Friedmanns Optimismus für das neue Jahr dennoch verhalten ist, dann liegt das einerseits an der Lage in den USA. „Die Signale von dort sind nicht gut“, sagt er. Allerdings sei die amerikanische Wirtschaft auch nicht fundamental schlecht. „Es besteht kein Anlass zur Sorge.“ Andererseits gelten für 2008 dieselben Voraussetzungen wie für Ende 2007: „Wir sind im vergangenen Januar um 18 oder 19 Prozent gewachsen. Da nochmal zwölf Prozent draufzusetzen, ist fast unmöglich.“ Zudem werde sich bemerkbar machen, dass es im ersten Quartal wegen Ostern trotz des 29. Februar in diesem Jahr weniger Arbeitstage gibt.
Quelle Heilbronner Stimme vom 9. Januar 2008 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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