Der Eppinger Maschinenbauer Dieffenbacher hat zugekauft: Vom finnischen Metso-Konzern übernimmt er die Spanplatten- und MDF-Platten-Bereiche an den Standorten Sundsvall in Schweden und Nastola in Finnland. Damit stoßen gut 100 Mitarbeiter zur Belegschaft des Familienunternehmens, das nun mehr als 1000 Beschäftigte aufweist. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.
Für das Stammwerk in Eppingen wird das Geschäft keine großen Konsequenzen haben – allenfalls positive: Da die beiden neuen skandinavischen Standorte nicht produzieren, aber Anlagen der plattenherstellenden Industrie projektieren, verkaufen und warten, rechnet Dieffenbacher mit mehr Geschäft – mittelfristig zwei bis drei Anlagen pro Jahr, sagte Geschäftsführer Wolf-Gerd Dieffenbacher. Das hinzugekommene Umsatzvolumen veranschlagte er auf 30 bis 50 Millionen Euro. „Wir haben berechtigte Chancen, dass wir schon im ersten Jahr keine Verlust einfahren“, meinte er.
Mit dem Jahr 2007 ist das Unternehmen hoch zufrieden. Die Betriebsleistung stieg um zehn Prozent auf 300 Millionen Euro. Umsatzzahlen werden erst in einigen Monaten vorliegen, kündigte Dieffenbacher an. Die Auftragsbücher seien derzeit aber so voll wie nie – der Bestand reiche für eine Auslastung bis weit in das Jahr 2009.
Die beiden neuen Standorte, die als selbstständige Unternehmen geführt werden, bringen zusätzliche Bereiche in das Dieffenbacher-Spektrum: Die Eppinger haben mit den Standorten und Mitarbeitern auch Patente und das Knowhow für Spezialtechnologien erworben.
Ausschlaggebend für den Kauf war aber auch das Personal selbst: „Wir haben einen extremen Fachkräftemangel in unserer Branche, gerade bei Technikern und Ingenieuren“, berichtete Dieffenbacher. „Auf diese Weise bekommen wir ausgewiesene Fachleute, und zwar direkt in unserer Technologie.“ Die beiden Standorte sollen erhalten bleiben, die Mitarbeiter wurden fast alle übernommen, sagte der Geschäftsführer.
Am Stammsitz laufen unterdessen die Umbauprojekte weiter. Noch in diesem Frühjahr zieht der zweite Geschäftsbereich, die Umformtechnik, um in das ehemalige Eppinger Rathaus. Außerdem sind eine neue Lagerhalle und eine Vergrößerung der Montagefläche geplant. Der neue Geschäftszweig Energieanlagen wird gerade aufgebaut. Insgesamt investiert das Familienunternehmen innerhalb von zwei Jahren etwa 30 Millionen Euro, sagte Dieffenbacher.
Quelle Heilbronner Stimme vom 15. Januar 2008 von Heiko Fritze www.stimme.de
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