Mit dem Schuljahr 2006/2007 startete der Schulbetrieb an der Freien Schule Anne-Sophie. Dass einiges anders ist als an anderen Schulen, ist bekannt. Viele Eltern zeigten bereits Interesse. Jetzt gab es Infos speziell für die Jugend. Schulleiter Frieder Münz nahm sich zwei Stunden Zeit, um den künftigen Schülern der Sekundarstufe eins zu erklären, was es bedeutet, eine Freie Schule zu besuchen.
Die meisten Kinder hatten ihre Eltern und Geschwister mitgebracht. Und sie lauschen alle voller Neugier. Aber zuerst will der Schulleiter wissen, was die Schüler überhaupt interessiert. Wie in der Schule melden müssen sich die Kinder da nicht. Einfach frei heraus fragen. Die Frage wird auf einem Schild notiert und an die Pinnwand geheftet. Dass die Kinder vieles wissen wollen, ist schnell klar: Die Fragen sprudeln nur so: Wann ist Unterrichtsbeginn? Gibt’s Noten? Wie groß ist der Pausenhof? Gibt’s einen Bolzplatz? Wie viele Schüler sind da? Gibt es Essen in der Schule – und vor allem was?
Nach dem Imagefilm und einem Vortrag geht Münz noch einmal auf die Schüler ein und beantwortet alle Fragen, die offen geblieben sind. Und den Kindern gefällt, was sie hören. Annika (10) aus Kirchensall: „Ich find’ das cool, und ich kann mir richtig gut vorstellen, dort zu sein. Nur man hat so wenig Freizeit und kann kaum mit Freundinnen spielen.“ Wenn sie auf die Freie Schule Anne-Sophie gehen darf, heißt das jeden Tag Ganztagesschule. Außer mittwochs, und „vielleicht ist auch freitags früher Schluss, aber das steht noch nicht fest“, so Münz.
Tabea geht noch zur Grundschule in Neuenstein, aber sie würde wie ihre Klassenkameradin Annika die Freie Schule besuchen. „Zumindest, wenn die Freundinnen mitkommen“, sind sie sich einig. „Naja, und wenn ich überhaupt reinkomme’.“ Natalia Scheiner findet das Konzept auch toll. „Ich bin zum dritten Mal auf einer Infoveranstaltung. Seit 2005 sind wir schon scharf darauf, einen Platz zu bekommen“, lächelt sie. „Besonders für Problemkinder oder besonders Begabte ist es das Richtige, dass sie gefördert werden und einen guten Abschluss machen“, weiß die Niedernhallerin.
Die Schule findet auch Anklang außerhalb der Region. Sigrid Staller ist aus Tübingen angereist. „Wir sind über das Internet auf die Schule gekommen und haben uns vorab gut informiert, da waren heute nicht so viele neue Informationen dabei.“ Ihr elfjähriger Sohn Tim kann jetzt schon sagen, dass er unbedingt in die Anne-Sophie-Schule will. „Hier ist es angenehmer zu lernen, vor allem weil ich in meinem Rhythmus lernen kann“, sagt der Realschüler.
Und die Freunde in Tübingen? „Hier werde ich neue Freunde finden, und am Wochenende sehe ich sie ja, wenn ich zu Hause bin.“ Mehr als das Wochenende bleibt da auch nicht. Tim müsste pendeln. Aber alleine wäre er in Hohenlohe nicht, denn die Familie seiner Mutter lebt in Haag. „Und am Anfang komme ich auf jeden Fall immer mit“, betont Sigrid Staller.
Quelle Heilbronner Stimme vom 18. Januar 2008 von Michael Rauch www.stimme.de
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