Im Büro des Seniorchefs steht noch der Kamin, im Aufenthaltsraum noch die Einbauküche: Das Wachstum beim Leingartener Software- und Elektronikspezialisten Aberle war in den vergangenen Jahren derart rasant, dass selbst die Gründerfamilie in ein anderes Haus ausweichen musste – jeder Raum am Stammsitz im Gewerbegebiet wird gebraucht.
Mit der absoluten Enge soll bald zwar Schluss sein, wenn der 1500 Quadratmeter große Neubau bezogen wird. Nicht jedoch mit dem Wachstum: „Wir haben ein gutes Auftragspolster mit ins neue Jahr gebracht“, berichtet Geschäftsführer Mark Aberle. Im abgelaufenen Jahr ist der Umsatz um gut 30 Prozent gewachsen – 2006 lag er noch bei 21,3 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter stieg in zwölf Monaten von 120 auf 160, davon alleine 120 in Leingarten.
Generationswechsel
„Da wird es sicher weiter nach oben gehen“, erwartet Mark Aberle. Denn zum einen ging vor wenigen Wochen die erste Auslandsniederlassung an den Start: In Barcelona in Spanien arbeiten bereits fünf Beschäftigte. Zu Jahresbeginn nahm außerdem die Aberle Robotics in Göppingen ihren Betrieb auf, bei der die Leingartener als Partner eines Roboterherstellers für die Programmierung der Anlagen zuständig sind. „Zwei erste renommierte Aufträge haben wir schon erhalten“, berichtet der Geschäftsführer.
Im Herbst hat das vor 24 Jahren von Wilfried Aberle gegründete Unternehmen den Generationswechsel vollzogen. Neben dem Seniorchef sind Achim und Mark Aberle sowie Andreas Ebert in die Geschäftsführung aufgerückt. Gleichzeitig wurde der Betrieb neu organisiert: Es gibt nun die Geschäftsbereiche Automotive, Airport-Systeme, Intralogistik Schwerlast und Retrofit. Sie richten sich an spezielle Kundenkreise: Automotive liefert Anlagen-Steuerungen für Autohersteller, Airport-Systeme Software für Flughafenanlagen und Intralogistik Schwerlast die Steuerungen vor allem für Aluminiumhersteller, während Retrofit für die Modernisierung bestehender Steuerungsanlagen zuständig ist.
Mehrere Niederlassungen
Dabei liefert Aberle nicht nur die Software für die Anlagen, sondern auch Hardware – vor allem die Schaltschränke. Damit hat der Familienbetrieb schließlich einst begonnen, berichtet Mark Aberle. „Auf diesen Bereich legen wir auch heute noch Wert.“
Neben Leingarten sind mit der Zeit weitere Niederlassungen hinzugekommen: In Sindelfingen ist der Bereich Automotive ansässig, in Dortmund Airport Systems. In Dahn in der Südpfalz betreiben die Leingartener eine Niederlassung, die sich mit Lagerlogistik beschäftigt. Dort kamen vergangenes Jahr durch die Insolvenz eines Mitbewerbers aus Pirmasens weitere Mitarbeiter – und neue Kunden – hinzu.
Dennoch bleibt das Familienunternehmen der Region treu. „Wir stehen zu unserem Stammsitz“, sagt Mark Aberle. „Wir wollen hier weitermachen.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 5. Februar 2008 von Heiko Fritze www.stimme.de
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