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Hoch hinaus mit dem Bauboom
     
 
 

5.2.08

 

Je mehr neue Wolkenkratzer gebaut werden, umso besser geht es der Heilbronner Traditionsfirma Wolffkran. Immer größer und schwerer werden die Einzelteile, aus denen Großbauten zusammengesetzt werden. Entsprechend leistungsfähiger müssen die Kräne werden, mit denen die Elemente an Ort und Stelle gehievt werden.

Zumindest global betrachtet boomt der Bau zurzeit, wie sich an der Umsatzentwicklung der Heilbronner Erfinder des Turmdrehkrans unschwer ablesen lässt: Gut 50 Millionen Euro erzielte die Firma vor zwei Jahren, 2007 waren es nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Peter Schiefer rund 70 Millionen Euro, im laufenden Jahr sollen es sogar mehr als 90 Millionen Euro werden.

Dieses Wachstum ist die Voraussetzung dafür, dass auch in Heilbronn neue Arbeitsplätze entstehen, obwohl Wolffkran die Kapazitäten seines Stahlbauwerks in Brandenburg derzeit kräftig ausbaut. 270 der gut 450 Mitarbeiter des Unternehmens sind am Standort Heilbronn, erklärt Schiefer – Leiharbeitskräfte nicht mitgerechnet. „Wir sind etwa 30 Leute short“, formuliert der Manager, der vor seinem Engagement bei Wolffkran hauptsächlich in der Finanzbranche aktiv war.

Querbeet durch alle Abteilungen würden die Mitarbeiter gebraucht. „Insgesamt werden es dann über 500 sein“, sagt Schiefer. Wie berichtet investiert Wolffkran zurzeit in Brandenburg etwa 14 Millionen Euro in ein neues Werk. Dort lässt Schiefer die Stahlbauteile seinen Kräne fertigen, in Heilbronn werden unter anderem die Steuerungen hergestellt.

Viele Leiharbeiter
Weil die Konjunktur dieser Branche extrem zyklisch ist, setzt Schiefer auf eine hohe Leiharbeiterquote – mittelfristig strebt er eine Quote von 30 Prozent an. Der Schock der letzten Flaute sitzt dem Unternehmen noch in den Knochen, damals war die Nachfrage praktisch über Nacht komplett eingebrochen. Massenentlassungen waren die Folge.

Bei der IG Metall macht sich Schiefer mit dieser Strategie keine Freunde – auch, weil er im vergangenen Jahr aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten ist.

Jürgen Ergenzinger von der IG Metall in Neckarsulm moniert entsprechend, „dass ein so erfolgreiches Unternehmen ent gegen der ursprünglichen Zusage keine Tarif verträge mehr anwendet“. Gleichwohl erkennt Ergenzinger Schiefers Engagement für die Firma an.

Im Gegensatz zum Nachbarn M-Log – bis 2005 gehörten Wolffkran und der Hochregallagerbauer beide zum MAN-Konzern – hat Peter Schiefer die Betriebsimmobilie an der Austraße mitgekauft.

Parkplatzprobleme
Damit besteht zwar nicht die Gefahr, dass seine Produktionshalle gegen seinen Willen weiterverkauft wird. Mit der Parkplatzssituation ist Schiefer allerdings zunehmend unglücklich. Schon in den vergangenen Monaten sind die Stellplätze durch den Aufbau von Arbeitsplätzen bei Wolff und den benachbarten Betrieben knapp geworden. Massive Probleme sieht Schiefer auf die Firmen in der Austraße zukommen, wenn die Stadtbahn gebaut wird – weil dann noch mehr Parkplätze wegfallen. „Die meisten Mitarbeiter werden trotzdem weiter mit dem Auto kommen“, sagt der Chef voraus.

Dass in Heilbronn weder beim ECE noch am Klosterhof Wolffkranen stehen, bedauert Schiefer zwar. Aber: „Aber wir kaufen keine Baustellen. Auch nicht in Heilbronn“, sagt der Geschäftsführer. Stolz ist er hingegen, dass die Hamburger Elbphilharmonie und das Hochhaus der „Süddeutschen“ in München mit Wolffkranen gebaut werden.

Seine wichtigsten Wachstumsmärkte sind aber im Ausland: Osteuropa, Kanada und England – mittelfristig auch Südamerika und Indien. China sei dagegen weniger interessant: „Das ist nicht unser Markt.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 5. Februar 2008 von Manfred Stockburger www.stimme.de

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