Über 5000 Pakete packen die 80 Lagermitarbeiter bei Förch in Neuenstadt-Kochertürn jeden Tag. Die Tendenz ist stark steigend, denn auch in diesem Jahr will der dritte große Direktvertreiber von Handwerkerbedarf in der Region wieder zweistellig wachsen. Damit den Mitarbeitern in der Logistik die Arbeit leichter und schneller von der Hand geht, hat das Unternehmen nicht nur ein neues Lager gebaut, sondern ein komplett neues Logistikkonzept eingeführt. Sechs Monate lang dauerte die Umzugsphase im vergangenen Jahr.
Am Freitag hat das Unternehmen das 13 Millionen Euro teure Projekt feierlich eingeweiht.
Die Firma hat nichts Geringeres unternommen, als sämtliche Abläufe auf den Kopf zu stellen: Früher mussten die Mitarbeiter von Regal zu Regal gehen, um den richtigen Schraubendreher, den richtigen Dübel oder die richtige Glühbirne fürs Auto in die richtige Schachtel für den richtigen Kunden zu packen. Heute kommt kommt die Ware zum Mann – oder häufiger zur Frau, denn an den Packstationen sind vor allem Mitarbeiterinnen beschäftigt. Computergesteuert fahren die Lagerbehälter an den Packstationen vorbei, per Lichtzeichen wird den Menschen signalisiert, welche und wie viele Teile sie einpacken müssen. Der Computer rechnet auch aus, wie groß der Karton sein muss, damit alle Teile hineinpassen.
Nach Gewichts- und Qualitätskontrolle werden die Pakete zugeklebt, adressiert und vom Förderband gleich in den richtigen Lastwagen transportiert, der die Ware schnell und pünktlich auf den Weg bringt. Mehr als 98 von 100 Förch-Paketen sind in der Regel am Tag nach der Bestellung beim Kunden, sagt Geschäftsführer Reinhold Kuhn stolz – er ist von Haus aus Logistiker und IT-Spezialist. Deswegen hat er den Umbau der Logistik als Projektleiter direkt gesteuert. „Damit sind wir eindeutig wettbewerbsfähig“, sagt er. Der Wettbewerb unter den Direktvertreibern wird nämlich nicht allein über die Produkte entschieden, sondern über die Service-Qualität. „Da haben wir nicht gespart“, sagt Kuhn – der übrigens so intensiv mit den Funktionen der Vanderlande-Anlage beschäftigt hat, dass er jeden einzelnen Arbeitsplatz im neuen Lager selbst bedienen kann.
Eine Ausbaureserve ist übrigens mit eingebaut – wenn nötig kann die Kapazität durch einen Anbau vergrößert werden. „Bis 2016 wollen wir eine halbe Milliarde Euro Umsatz machen“, sagt Kuhn. „Bis dahin müssen wir die Kapazitäten mindestens verdoppeln.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 16. Februar 2008 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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