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In Berlin dabei zu sein, wäre schon cool
     
 
 

5.3.08

 

Seit langer Zeit geht das Verbandsjugendorchester wieder auf eine Konzertreise. In Berlin werden sie bei der Stallwächterparty für die Abgeordneten spielen.

Musik schallt aus dem Orchesterraum in der Musikschule Heilbronn. „There’s No Business Like Show Business“ ist da zu hören. Jetzt wird das Tempo von Dirigentin Dietlind Bäuerle-Uhlig noch ein bisschen angezogen. Der kleine Test muss sein, schließlich sind die Jugendlichen heute nicht nur zum Spaß hier. Bei der offenen Probe des Verbandsjugendorchesters vom Blasmusik-Kreisverband Heilbronn, kurz VJO, treffen die alten Hasen auf mögliche neue Mitspieler. Die Interessierten zwischen 14 und 25 Jahren müssen beweisen, dass sie ins Orchester passen und mithalten können.

Hohes Niveau

„Früher gab es mal eine Prüfungskommission, vor der die jungen Musiker vorspielen mussten“, erklärt Pressesprecher Friedrich Jürgen Kühne. Bäuerle-Uhlig hat das geändert. Jetzt kommen die Jugendlichen zur offenen Probe, spielen vom Blatt mit und müssen sich in Registerproben beweisen. „Wir erwarten D2-Niveau, aber nicht unbedingt einen absolvierten Lehrgang“, erklärt Orchestersprecher Alexander Stapf, selber Schlagzeuger. „Manche haben einfach keine Zeit für die Prüfungen oder leiden unter Prüfungsangst.“ Denen werde mit diesem Verfahren ein bisschen die Angst vorm Vorspiel genommen. „Sonst gehen einem da wirklich gute Musiker durch die Lappen.“

Nervös sind Lena Marquardt (Klarinette, MV Auenstein) und Katja Wallmann (Querflöte, MV Obergriesheim) aber trotzdem. Die 15-Jährigen waren 2007 beide beim Jahreskonzert des VJO in der Harmonie und total begeistert. Bekannte, die bereits dabei sind, haben sie heute mitgenommen. „Es gibt bestimmt viele, die besser sind, aber ich verbessere mich schließlich auch noch“, hofft Lena, dass sie es schafft. Katja will einfach so gut spielen, wie sie kann.

Konzertreise

Jetzt setzen sich die Mädchen erstmal wieder in ihre Gruppe. Getrennt von den Vereinskollegen, damit sich niemand nur so durchschummeln kann. „Wir beobachten schon, wie sich jemand verhält, ob er Interesse zeigt, Fragen stellt oder gar nur wegen der diesjährigen Berlinreise hier ist“, meint Stapf. Seit langer Zeit geht es nämlich mit dem VJO mal wieder auf eine Konzertreise. In Berlin werden sie bei der Stallwächterparty für die Abgeordneten spielen.

Bei Gesprächen zum Schluss müssen sich die Orchester-Anwärter selber einschätzen. Sie müssen sich anpassen können, verlangt Bäuerle-Uhlig, ausgeprägte Solistentypen funktionieren im Orchester mit 60 anderen nicht. „Aber das merken die meisten Jugendlichen auch selbst.“ Schließlich sind sie in ihren Vereinen alle Leistungsträger, verstehen etwas von ihrem Fach. Da kann man auch „Show Business“ mal eben vom Blatt spielen.

Die Konzertreise des Verbandsjugendorchesters wird unterstützt durch die Sparkassen der Region Heilbronn-Franken.