Das zweite Semester des jüngsten Studiengangs der Berufsakademie Bad Mergentheim hat begonnen. Womit beschäftigen sich die Studenten?
Wie holen die Menschen Vitamine aus ihrer Nahrung? Wie hat sich die Ernährung von der Steinzeit bis heute entwickelt? Mit solchen Fragen beschäftigen sich die Studenten des bisher bundesweit einzigartigen Studiengangs Food Management und Kulinaristik an der Berufsakademie (BA) Bad Mergentheim. "Unser Anspruch ist es, eine sehr breite Allgemeinbildung zu vermitteln", macht Professor Dr. Sabine Woydt deutlich. Sie ist die Leiterin des Studiengangs, der im Oktober startete. Die Studenten beschäftigen sich mit interessant klingenden Fächern wie "Kulinarische Rhetorik", "Restaurant-Konzepte", aber auch betriebswirtschaftlichen Inhalten wie "Kosten- und Leistungsrechnung" und "Personalwirtschaft". Das dreijährige BA-Studium besteht aus Praxis- und Theoriephasen. Der praktische Teil wird in Partnerunternehmen absolviert, die einen Bezug zu dem Studiengang haben, etwa Gastronomiebetriebe oder Lebensmittelhändler. "Übrigens lernen die Studenten bei uns alles außer kochen", räumt Woydt mit falschen Vorstellungen auf. In der Theorie wird jedoch auch dem Kochen Zeit gewidmet: Wie entwickelt Iglo ein Tiefkühlmenü? Warum wird Eiweiß beim Schlagen steif? So lauten verschiedene Fragestellungen.
"Mit diesem Studiengang haben wir das erste Mal für das Lebensmittelhandwerk eine akademische Perspektive eröffnet. Bisher konnte man Metzger oder Bäcker werden und maximal mit dem Meister abschließen", so Woydt.
Das zweite Semester hat am 3. März begonnen. "Bisher sind alle an Bord zufrieden: die 20 Partnerunternehmen, die 25 Studenten und die Dozenten", bilanziert Woydt nach dem Auftaktsemester. Geplant ist, die Zahl der Studieneinsteiger und Ausbildungsbetriebe im Wintersemester zu verdoppeln. Auch einen Master-Studiengang für die Absolventen soll es ab dem Herbst 2010 geben. Typische Einsatzfelder für Food Manager sind laut Woydt die Filialleitung, das Marketing oder die Finanzbuchhaltung. Im Idealfall werden die Studenten von ihrem Betrieb, der die Ausbildung ja auch finanziell unterstützt, übernommen.
Die Studenten kommen etwa zur Hälfte aus Baden-Württemberg, die übrigen aus anderen Bundesländern. Dasselbe gilt für die Partnerbetriebe.
Der Studiengang entstand in Kooperation mit der Deutschen Akademie für Kulinaristik. Professor Dr. Woydt erhielt den Auftrag ihn zu konzipieren und wurde später als Leiterin eingesetzt.
Quelle Regio Business vom 7. März 2008 von
Sabine Franz
Weitere Informationen unter
|