Am Roto-Standort Edelfingen tut sich etwas: Acht Millionen hat Roto in das neue Logistikzentrum investiert.
"Roto Dach- und Solartechnologie" ist der offizielle Name des Werkes, das in Bad Mergentheim und Umgebung als "Roto" bekannt ist. Die Fabrik ist innovativ: Als andere noch von Gruppenarbeit redeten, war sie bei Roto lange eingeführt. Schon vor vielen Jahren entschloss sich die Firmenleitung, das Produktionssystem des japanischen Autoriesen Toyota zum Vorbild zu nehmen. Das Edelfinger Werk ist fraktal aufgebaut, die Produktion erfolgt von der Anlieferung bis zum fertigen Produkt in einer Linie. Der kontinuierliche Verbesserungsprozess ist bei Roto tägliches Geschäft.
Mitarbeiter, die Ideen einbringen, profitieren: Der rote Roto-Mini ist dafür nur ein Beispiel. Es ist bereits der zweite Wagen dieses Typs, der erste ist schon in den Besitz eines Mitarbeiters übergegangen. Wer gute Ideen hat, der darf auch mal ein Wochenende "Probefahren", der Wagen ist dann voll getankt. "Wer innerhalb von zwei Jahren die meisten umsetzbaren Vorschläge macht, bekommt das Auto", erklärt Roto-Vorstand Erich Rosenkranz. Etwa 1300 Vorschläge werden von den Mitarbeitern im Jahr gemacht.
"Das Werk Edelfingen bewährt sich erfolgreich im firmeninternen Wettbewerb", verweist Rosenkranz etwa auf den Glaszuschnitt. "Unser Werk in Polen hat die ausdrückliche Zusage, diese Produktion mit zu übernehmen, wenn sie günstiger arbeiten. Das ist bisher aber nicht der Fall, Edelfingen ist im Plus."
Seit dem 18. Februar ist das neue Logistikzentrum im Roto-Stammwerk in Edelfingen nun in Betrieb. Die Halle mit einer Fläche von 14 000 Quadratmetern wurde in Rekordzeit errichtet. Die Bauarbeiten waren am 21. Dezember beendet. Von hier aus werden Roto-Produkte nach Deutschland und Europa ausgeliefert. Bis zu 50 Lkw können täglich abgefertigt werden - das ist auch deshalb möglich, weil das Logistikzentrum direkt mit der Produktion verbunden ist. Nur etwa vier Minuten werden benötigt, um die verpackten Roto-Produkte aus dem Fertigungsbereich ins Logistikzentrum zu bringen. Reduzierte Lagerhaltung und ein hoher Durchsatz ermöglichen eine kurzfristige Verfügbarkeit der Roto-Produktpalette. Im neuen Logistikzentrum werden nur Waren bereitgestellt, die schon bestellt sind. Das Produktsortiment von Roto umfasst etwa 30 000 Artikel. Im Lager sind nur die am häufigsten nachgefragten 700 Artikel vorrätig. Der Rest, die so genannten C-Artikel, können in 24 Stunden produziert werden.
"Unser Engagement ist auch ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland", betont Roto-Vorstand Erich Rosenkranz. "Über 85 Prozent der in Deutschland verkauften Roto-Produkte werden hierzulande gefertigt, dieser Anteil wird sogar noch steigen." Das hat Auswirkungen auf die Zahl der Beschäftigten. Alleine im Logistikzentrum wurden 30 neue Arbeitsplätze geschaffen, und weitere werden folgen. Mit den geplanten 50 Neueinstellungen wird das Werk Edelfingen 600 Mitarbeiter haben. Immerhin neun Millionen Euro hat Roto in Edelfingen investiert, davon etwa acht Millionen in das neue Logistikzentrum und eine Million in den Ausbau eines Schulungszentrums. · Hans-Peter Kuhnhäuser
Quelle Regio Business vom 7. März 2008 von Hans-Peter Kuhnhäuser
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