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Authentisches Schwein

     
 
 

11.3.08

 

Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) hat das "Mohrenköpfle" vor dem Aussterben gerettet. Die regional erzeugten Produkte werden überregional vertrieben. 980 Bauern in Hohenlohe haben sich einem gemeinsamen Ziel verschrieben: gesunde Lebensmittel zu erzeugen und zu vermarkten.

Aus dem Verein BESH ist zwischenzeitlich eine "mittelständische Unternehmensgruppe in bäuerlicher Hand" geworden, erklärt Rudolf Bühler die Firmenstruktur; 300 Beschäftigte erarbeiten einen Jahresumsatz von 80 Millionen Euro. Der Vorstandsvorsitzende des Vereins sorgte 1984 dafür, dass die schwäbisch-hällische Schweinerasse nicht ausstarb. Zusammen mit anfangs acht Gleichgesinnten setzte er sich für die robusten und stressresistenten Tiere ein. Nachdem die traditionellen Züchterverbände nichts von der "alten" Rasse wissen wollten, nahmen die Landwirte auch die Vermarktung der geschlachteten Tiere selbst in die Hand.
 
Aus der Entwicklungshilfe kannte Rudolf Bühler die Idee regionaler Vermarktungsstrukturen - er übertrug sie einfach auf Hohenlohe: "Das war damals eine rein strategische Entscheidung." So ist heute die komplette Wertschöpfungskette über die gesamte Produktionstiefe in der Hand der Bauern, "vom Acker bis zum Teller", betont der Vorstandsvorsitzende vom Sonnenhof in Wolpertshausen. Die Erzeuger liefern die Tiere, neben den schwarzköpfigen Schweinen auch Buf de Hohenlohe und Lamm, direkt an den eigenen, nur wenige Kilometer entfernten Schlachthof in Schwäbisch Hall. Die Produkte werden dann in BESH-Märkten, beispielsweise in Schwäbisch Hall, Wolpertshausen und Stuttgart, direkt an den Endverbraucher verkauft oder an Großkunden bzw. Spitzengastronomen in ganz Deutschland sowie in Österreich, der Schweiz und Italien geliefert.

Neben der regionalen Herkunft spielt die Qualität der Fleisch- und Wurstprodukte eine wichtige Rolle, "wir produzieren ausschließlich nach dem selbst auferlegten Reinheitsgebot", erklärt Rudolf Bühler. Die Produkte seien somit authentisch, was die Kunden immer stärker zu schätzen wissen: Sie wüssten, dass ihr Fleisch aus Hohenlohe kommt, die Tiere artgerecht gehalten und ausschließlich mit naturbelassenem Futter gemästet werden. Auch bei der Verarbeitung kommen nur Gewürze ohne Zusätze in die Wurst: "Wir verwenden nur echte, aromatische Gewürze", so Bühler, "die wir selbst produzieren". Der Pfeffer kommt aus Süd-West-Indien von rund 1200 Kleinbauern, die mediterranen Kräuter werden in Montenegro in Wildbeständen gesammelt, das Paprikapulver liefert eine Erzeugergemeinschaft von 30 Kleinbauern aus der Vojvodina (im Norden Serbiens) und die übrigen Kräuter wie Majoran, Kümmel, Koriander, Thymian und Senf kommen aus Hohenlohe. "Wir bauen die Pflanzen an den jeweils besten Standorten nach ökologischen Gesichtspunkten an und handeln sie fair", erläutert der BESH-Vorstandsvorsitzende. Die Produkte werden über drei Schienen vermarktet: als Qualitätsfleisch, als "Du darfst"-Produkte und als Bio-Fleisch.
 
Gerade das Fleisch der 230 Öko-Betriebe innerhalb der Erzeugergemeinschaft schneidet bei internationalen Wettbewerben hervorragend ab: Bei der Messe BioFach in Nürnberg belegten die Produkte aus Schwäbisch Hall erst kürzlich erneut den ersten Platz unter 130 Anbietern, "damit wurde unsere Philosophie wieder einmal bestätigt," freut sich Rudolf Bühler.
 
Auch die Kunden sind von den Erzeugnissen beeindruckt, "sie wünschen sich gesunde Produkte mit einer bestmöglichen Qualität", fasst der Vorstandsvorsitzende die Kundeninteressen zusammen. "Gerade durch den immer stärker werdenden Verlust der Esskultur war die Zeit reif für unser Konzept", ist sich Bühler sicher. ·

Quelle Regio Business vom 7. März 2008 von Thorsten Hiller

 
         
         
 
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