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Ein delikater Hochgenuss

     
 
 

25.3.08

 

Es war ein Fest für die Sinne. Da freuten sich Augen, Gaumen, Magen und letztlich die Seele. Denn es war ein Hochgenuss, was bei der Kochschule geboten wurde, die kürzlich unter dem Titel "Kulinarische Geheimnisse aus der Klosterküche" erstmals in der Orangerie veranstaltet wurde. Und das Vier-Gänge-Menü war schon "höhere Schule", das unter der gekonnten Anleitung der beiden Küchenmeister Otto Hoh (Hotel-Restaurant "Bestenheider Stuben") und Hagen Wolpert (Firma "Hofmann-Catering") von den 14 Teilnehmern gemeinsam angerichtet, kreiert, serviert und am Ende mit weiteren 14 Gästen gekostet wurde.

Die Initiative zu dieser Kochschule stammte von Dr. Matthias Wagner, Kulturmanager in Kloster Bronnbach. Er sprach die beiden Küchenmeister an und konnte sie für diese Idee gewinnen. Schließlich barg die Klosterküche schon immer Rezepte, die auf frische und regionale Zutaten aufbauten. Da lag es nahe, diese Rezepturen mit der heutigen Küche zu kombinieren, sie in vielfältiger Weise zu verfeinern, um so ein raffiniertes Menü zusammenzustellen. Apropos Klosterküche, dazu gehörten auch die passenden Weine, die hervorragend mit dem Menü korrespondierten.

Doch vor dem Preis steht der Fleiß. Um 12.30 Uhr trafen sich die 14 Kocheleven (fünf Frauen und neun Männer übrigens) in der Küche der Orangerie. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und Informationen zur bevorstehenden Kochschule durch die beiden Küchenmeister wurden die Teilnehmer, gewandet in weiße Kochkittel, in verschiedene Gruppen aufgeteilt, die jeweils für einen Menü-Gang zuständig waren. Zur Verstärkung standen den "Kochschülern" zudem die Köchin Christine Schilling, Objektleiterin in Kloster Bronnbach, und Koch Christian Helm von der Firma "Hofmann-Catering" hilfreich zur Seite.

Und jetzt konnte losgelegt werden. Da gab es jede Menge zum Beispiel an Gemüse zu putzen, zu schälen und zu schnippeln. Auf den Herden herrschte Hochbetrieb: Denn allein für den Wildfond waren zwei Stunden Kochzeit einzurechnen. Es wurde gebraten, gebruzzelt und gebacken. Derweil wurden an einem anderen Tisch die aufwändigen Vorbereitungen etwa für die Maultäschchen vom Hecht getroffen, schließlich wurde der Nudelteig selbst hergestellt.

Das war überhaupt Grundprinzip und hatte oberste Priorität: Es wurden nur frische Zutaten und Produkte verwendet, die von den Teilnehmern immer unter fachkundigem Rat der Köche von Grund auf selbst zubereitet wurden. Dabei gab es immer wieder hilfreiche Tipps und Hinweise von den Küchenmeistern und damit auch gleichsam einen Blick hinter die Kulissen einer Restaurantküche.

Qualität hat ihren Preis

Hierbei wurde mehr als deutlich, welch großer - auch zeitlicher - Aufwand und welche Produktvielfalt nötig ist, um ein Vier-Gänge-Menü dieser Klasse anzurichten. "Wenn man Qualität erreichen will, muss man dafür auch etwas einsetzen, und das hat auch seinen Preis", betonten die beiden Küchenmeister unisono. Anders könne man nichts Vernünftiges herstellen. Das A und O seien frische und qualitätsvolle Produkte, mit denen man sich auch auskennen müsse, empfahlen Hoh und Wolpert, sich beispielsweise auch mal in einem Kräutergarten umzusehen, zu riechen und zu probieren.

Ebenso wichtig sei aber, Spaß am und Liebe zum Kochen zu haben und es zu genießen und zu schmecken, was dabei herausgekommen ist. Dabei sollte man öfters auch einmal etwas ausprobieren und etwas experimentieren. Dass die beiden Küchenmeister Freude und viel Spaß am Kochen haben, das ließ sich an ihrer Zusammenstellung des Menüs ablesen und am Ende vortrefflich erschmecken. Die eher deftige frühere Klosterküche hatten sie mit feinen Nuancen zu einem delikaten und in sich stimmigen Menu kreiert.

Jede Menge Spaß am Kochen, den hatten übrigens auch die Kochschüler, wie sie alle bekräftigten. Denn in lockerer und angenehmer Atmosphäre konnte man an diesem Nachmittag nicht nur am "eigenen" Menü-Gang mitwirken, sondern hatte ebenso Gelegenheit, einen Blick in die "Nachbartöpfe" zu werfen oder erste kleine "Versucherle" zu kosten, die Lust auf mehr machten und hielten, was sie versprachen.

Gegen 19 Uhr waren schließlich alle Vorbereitungen getroffen. Zeit für einen kleinen Sektempfang, mit dem die Gäste der "Kochschüler" in der Orangerie begrüßt wurden, in der auch die schön dekorierte Festtafel eingedeckt war. Doch bevor das gemeinsame Abendessen als Höhepunkt der "Kulinarischen Geheimnisse aus der Klosterküche" begann, hieß es nochmals für die Teilnehmer in die Küche und an den Herd.

Dann war es endlich soweit: Die Kochschüler trugen "ihr" Menü auf und servierten den Gästen ihre Kochkünste, die man beim gemeinsamen Essen in gemütlicher Atmosphäre genoss. Es war der krönende Abschluss "einer äußerst gelungenen Premiere für diese Kochschule", wie eine Teilnehmerin anerkennend feststellte.

Hohe Anerkennung gab es aber auch für das Köcheteam von seinen Schülerinnen und Schüler: Per Urkunde wurden die beiden Küchenmeister zu "Kloster Chefköchen zu Bronnbach, cum laude" ernannt.

Damit wurde gleichzeitig das Credo der beiden Küchenmeister Otto Hoh und Hagen Wolpert erfüllt: "Wir wollen dem Gast ein Geschmackserlebnis vermitteln. Und wenn der Gast dann strahlt, begeistert und zufrieden ist, sind wir es auch. Das ist der schönste Lohn. Das bereitet Freude am Kochen."

Wer nun Lust aufs Kochen gefunden haben sollte, der hat im Herbst die Möglichkeit, bei einem weiteren Kochkurs, Blicke in die "Kulinarischen Geheimnisse der Klosterküche" zu werfen. Der genaue Termin wird noch vom Veranstalter, dem Landratsamt Main-Tauber-Kreis, bekannt gegeben.

Quelle Fränkische Nachrichten vom 22. März 2008 www.fnweb.de von Bernhard Müller