|
Mit ihrem Heilbronner Weg zeigt die IHK Heilbronn-Franken beispielhaft, wie Nachfolge im Unternehmen geregelt werden kann.
Leider wird in Unternehmen häufig immer noch zu spät erkannt, dass man sich mit dem Thema Nachfolge auseinandersetzen muss“, sagt Helmut Kessler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Heilbronn-Franken. Im Ernstfall rutschen Unternehmen mit ungelöster Nachfolge in die Krise, ihr Fortbestand und zahlreiche Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.
Vor allem in kleinen Unternehmen ist das ein Thema. Im Einzelfall mag es nur um einige Dutzend Arbeitsplätze gehen – Schlagzeilen machen solche Geschichten deswegen nur selten. Doch die Fälle summieren sich zu einem großen Problem: In Baden-Württemberg stehen jedes Jahr rund 11 000 Betriebe mit etwa 140 000 Mitarbeitern vor der Herausforderung eines geordneten Übergangs in die nächste Generation. Da die Unternehmensnachfolge jedoch oft nur unzureichend geregelt sei, werde der Generationswechsel auch für „kerngesunde“ Unternehmen schnell zur kritischen Situation, erklärt der promovierte Volkswirt Kessler, der bei der IHK den Bereich Wirtschaft und Politik betreut. Vor fünf Jahren hat die Kammer deswegen ein Konzept entwickelt, das die Mitglieder für das Thema sensibilisieren soll.
Der IHK-Nachfolgemoderator Jürgen Becker hat seither etwa 450 Fälle bearbeitet, 160 Unternehmen mit insgesamt 2700 Arbeitsplätzen sind dabei bereits mit IHK-Unterstützung erfolgreich an Nachfolger innerhalb oder außerhalb der Familie übergeben worden.
Vor Ort klärt der gelernte Banker Becker ab, ob potenzielle Nachfolger aus dem Familien- oder dem Mitarbeiterkreis vorhanden sind oder – was immer häufiger geschieht – ob ein externer Nachfolger von außen gesucht werden muss.
Becker sensibilisiert die Eigentümer auch in betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragen und unterstützt die Inhaber bei der Erstellung eines Übergabefahrplans. „Das greift oft tief in die familiären Beziehungsgeflechte“, weiß Becker. Details nennt er nicht: Diskretion ist ein wichtiger Teil seiner Arbeit.
Zunächst wurde das von der EU geförderte Heilbronner Moderatorenkonzept kritisch beäugt. Inzwischen macht es bundesweit Schule: Zusammen mit den anderen Bestandteilen des „Heilbronner Wegs“ ist das Moderatorenkonzept nicht nur landesweit zum Vorbild einer am Lebenszyklus von Firmen ausgerichteten Beratungsstrategie geworden. Auch bundesweit ist die Nachfrage nach dem Heilbronner Modell hoch. „Mit unserer Strategie aus einem Guss liegen wir goldrichtig“, freut sich Kessler.
Quelle Heilbronner Stimme vom 1. April 2008 von Manfred Stockburger
www.stimme.de
Weitere Informationen unter
|