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Die Region ist um eine Attraktion reicher: Ab jetzt kann hoch über dem Jagsttal geklettert werden - Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg macht es möglich. Sein Waldkletterpark liegt inmitten des im 18. Jahrhundert auf Schloss Langenburg angelegten Landschaftsgartens mit mächtigen Eichen und Buchen.
Hohenlohe ist um einen Höhepunkt reicher: Am Donnerstag eröffnete Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg seinen Waldkletterpark und wurde von Interessenten beinahe überrannt.
„Zuerst dachte ich, ein Waldkletterpark passt nicht zu mir“, sagt der Fürst dem guten Dutzend Journalisten, die noch gar nicht fassen können, dass das Pressegespräch im Freien stattfindet. Am Morgen hatte es noch geschneit, jetzt strahlt die Sonne und der Fürst ebenso. Die anfänglichen Zweifel sind verflogen, in voller Montur mit Klettergurt um den Bauch stellt von Hohenlohe sein neuestes „Refinanzierungsprojekt“ vor: Ähnlich wie Oldtimer-Rallye, Gartentage sowie Mittelalter- und Renaissance- Spektakel, soll die neue Attraktion den Erhalt des Langenburger Schlosses finanziell unterstützen. Über drei Kilometer Stahlseil hängen zwischen den Bäumen am Schloss. 25 Tonnen Holz wurden verbaut für Plattformen, Stege, Tritte, Treppen und die Hütte inmitten des Kletterparks.
Abenteuerlust
400 000 Euro hat der Park gekostet, 25 000 Euro kamen vom Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Der Fürst hat viel vor. Bis zu 20 000 kletternde Gäste erwartet er pro Jahr. Philipp zu Hohenlohe-Langenburg hofft vor allem auf Gäste, die sich bislang weder fürs Schloss noch fürs Museum interessiert haben: „Das ist etwas für Leute, die mit Historie nicht viel am Hut haben.“ Der Kletterpark ist für sportliche, abenteuerlustige Menschen gedacht. „Eine Mischung aus Indiana Jones und Tarzan“, verspricht der Fürst, der selbst etwa die Hälfte der insgesamt 75 Stationen aufgeteilt in sieben Parcours selbst geklettert ist. Nicht immer mit Erfolg: „Beim Flohsprung habe ich fünf bis acht Minuten gezögert, ehe ich ihn gewagt habe.“ Durchlaucht sprang zu kurz, verfehlte die hölzerne Plattform und hing im Gurt.
Sicherung
„Das Runterfallen hält sich in Grenzen“, sagt von Hohenlohe. Und selbst wenn: Jeder Kletterer ist doppelt gesichert. Die beiden Sicherungsleinen sind in ein Stahlseil eingehängt, das auf eine Belastung von sechs Tonnen ausgelegt ist. Dennoch erfordert der Spaß auf den bis zu zwölf Meter hohen Stationen Mut und Geschicklichkeit, denn die Sicherungseinrichtung greift erst, wenn der Kletterer stürzt – nicht vorher.
Vor dem Abenteuer steht das Sicherheitstraining. 15 Minuten lang erklären ausgebildete Trainer, was zu beachten ist. Danach geht es in die Bäume, mit Helm und Gurt.
Die sieben Parcours bieten unterschiedliche Herausforderungen. Der Ritter-Rezzo-Steig, benannt nach dem einstigen Ritter von Bächlingen, ist für Kinder gedacht. Schwieriger wird’s beim Katzenstein oder beim Römerschlag. Wer mutig genug ist, kann auf einem Snowboard von Baum zu Baum fahren und in luftiger Höhe durch eine Tonne kriechen. „Wie schwer darf man sein – 100 Kilo?“, fragt ein Journalist. „120 Kilo – Gott sei Dank“, antwortet der Fürst.
Quelle Heilbronner Stimme vom 19. April 2008 von Matthias Stolla www.stimme.de
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