Übersicht
 
 
 

 

Klares Ja zum Autohof

     
 
 

10.5.08

 

Die große Autohof-Lösung in den Bonfelder Buchäckern kann verwirklicht werden. Mit klarer Mehrheit hat der Bad Rappenauer Gemeinderat am Donnerstagabend der Ansiedlung im Gewerbegebiet neben der A 6 zugestimmt. Mindestens 100 bis 150 Vollzeitkräfte sollen in der Tank- und Raststation mit angeschlossenem Hotel Brot und Arbeit finden.

Müll-Problem

Wild parkende Lkw verstopfen seit geraumer Zeit nachts den Erschließungsring in den autobahnnahen Buchäckern. Die Fahrer beschädigen Straßenbegrenzungen und hinterlassen jede Menge Müll und Unrat. Diese Probleme will die Stadt jetzt mit dem Autohof in den Griff bekommen.

Sie verkauft an dessen Betreiber Grundstücke mit einer Gesamtgröße von rund 25 Hektar. Dafür zahlt die 24-Autobahn-Raststätten-GmbH mit Sitz in Regensburg etwa 1,6 Millionen Euro an die Stadtkasse. „Der Verkauf verringert unseren Schuldenberg, die zukünftigen Steuereinnahmen entlasten unseren angespannten Haushalt“, verwies SPD-Fraktionssprecher Hans-Jürgen Thiel auf die finanziellen Vorteile.

Infrastruktur

85 Stellplätze für Lastwagen soll der Autohof bieten. Deren Fahrer entrichten acht bis zehn Euro für die Parkmöglichkeit. Tankstellen, Restaurants, Geschäfte und eine Spielothek gehören zur Anlage – und ein fünfstöckiges Hotel im Drei- bis Vier-Sterne-Bereich mit 56 Zimmern. „Eine perfekte Infrastruktur für das Gewerbegebiet“, wie Alexander Ruscheinsky, Geschäftsführer der 24-Raststätten-Gruppe, meint.

Gut zehn Millionen Euro will er in das Projekt investieren und bereits auf der Autobahn Geld setzen: Um unerwünschten Schleichverkehr zu vermeiden, wird dort ein Parkleitsystem installiert, das den Brummifahrern die noch freien Kapazitäten in den Buchäckern anzeigt – oder die volle Belegung. „Das ist einmalig für ganz Deutschland“, hob Ruscheinsky die Vorreiterrolle hervor, die Bad Rappenau damit einnimmt.

Weitere Zugeständnisse rang die Kurstadt dem Land wenige Stunden vor der Gemeinderatssitzung ab: So wird der Lärmschutz entlang der A 6 verlängert – einschließlich der Brücke über den Autobahnzubringer. Nicht nur Bonfeld, sondern auch Fürfeld profitiert davon. „Das ist eine Zusage, für die wir schon seit langem kämpfen“, freute sich Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen. Zudem bekommen Lkw, die den Autohof verlassen, eine separate Spur, die sie direkt zur A-6-Auffahrt Richtung Mannheim führt – ohne an Ampeln stoppen und wieder anfahren zu müssen.

Umdenken

„Es hat sich viel bewegt“, erkannte CDU-Fraktionssprecher Klaus Hocher an. Grund genug für die Christdemokraten, ihre bislang skeptische Haltung aufzugeben und dem Projekt zuzustimmen. Ein Ja, das allerdings an Bedingungen geknüpft ist. So soll das Rathaus „durch geeignete Maßnahmen“ dafür sorgen, dass der ruhende Lkw-Verkehr Bonfeld nicht als Ausweichparkplatz missbraucht und auch Fürfeld entlastet wird. Außerdem wurde die angedachte Bewirtschaftung der Parkplätze entlang der Ringstraße durch den Autohof zurückgestellt. „Wir wollen hier kein wildes Parken, sondern ein Halteverbot für Lkw“, verdeutlichte Hochers Vize Bernd Hofmann.

Christine Schlieter (ÖDP) betonte die moralische Verpflichtung gegenüber Lkw-Fahrern, die ein Nachtquartier finden müssten. „Ein schlüssiges Konzept“ sah Rüdiger Winter (FDP). Dagegen monierte Ulrich Feldmeyer (GAL), durch den Autohof werde die Lkw-Lobby unterstützt. Regina Schulze (SPD) warnte vor erhöhten Emissionen, denen Bonfeld ausgesetzt werde.

Doch am Ende votierten 26 Stadträte für den Autohof; drei lehnten ihn ab, drei enthielten sich. Nach diesem Grundsatzbeschluss geht es jetzt in die Detailplanung. Alexander Ruscheinsky hofft auf „eine Eröffnung noch 2009“.

Quelle Heilbronner Stimme vom 10. Mai 2008 von Peter Boxheimer www.stimme.de

Weitere Informationen unter:

Verkehrsanbindungen