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Die Heilbronner Traditionsfirma G.A. Kiesel macht zwar keine Süßwaren – die Technologie des Heilbronner Familienunternehmens steckt aber in mehr Schokoladentafeln, als man denkt: Haribo und Ferrero stehen genauso auf der Kundenliste von G.A. Kiesel wie Sarotti, Storck oder Nestlé. Auch am Bau einer Fabrik für Aldi-Schokolade waren die Heilbronner beteiligt.
Mit den Molchen der Firma, die den Familien Auchter und Seeber gehört, werden die Produktionsanlagen gereinigt. Molche, das sind in diesem Fall absolut passgenaue Silikon-Stopfen, die durch die Rohre geschoben werden und Schokoreste aus den Leitungen kratzen, damit die Bitterschokolade nicht mit der weißen oder Trauben-Nuss mit Alpenmilch verunreinigt wird.
Etwa 25 Millionen Euro setzt das 1864 als Glockengießerei gegründete Unternehmen im Jahr um. Natürlich nicht alleine mit Schokoladen-Molchen, die Molchtechnik ist aber mit 55 Prozent der größte Umsatzbringer des Familienunternehmens. Eingesetzt werden die High-Tech-Teile auch in der Pharma-, Kosmetik- und Getränkebranche, aber genauso in der chemischen Industrie und bei der Produktion von Farben.
Globaler Mittelständler
„Großes Potenzial“ sieht Geschäftsführer Jochen Seeber in diesem Bereich – weltweit. In Korea haben die Heilbronner Kunden, in Indien sind sie zurzeit an einem Großauftrag dran. Sein Ziel ist klar: Mittelfristig soll G.A. Kiesel Weltmarktführer in der Molchtechnik werden. Aktuell liege der Marktanteil bei 25 bis 30 Prozent, schätzt Jochen Seeber.
Nur über Innovationen und höchste Qualität sei das erreichbar, ist der Geschäftsführer überzeugt. „Schlechte Qualität können auch Hersteller aus China liefern – und zwar ein Drittel billiger.“ Entsprechend hoch ist die Fertigungstiefe des Unternehmens im Industriegebiet Böllinger Höfe, das knapp 100 Mitarbeiter beschäftigt: Die meisten Edelstahl-Teile werden selbst bearbeitet. Jedes Einzelteil wird geprüft und dokumentiert. Und natürlich werden die Geräte auch in Eigenregie montiert.
Entstanden ist die Molchtechnik vor etwa 30 Jahren, als ein Kiesel-Kunde etwas haben wollte, um seine Rohre zu reinigen. „Das ist heute noch so“, sagt Jochen Seeber: „Innovationen gibt es oft dann, wenn wir auf Kundenanfragen reagieren.“ Im Gegensatz zu damals sitzen die Kunden aber nicht mehr im regionalen Umkreis, sondern in der ganzen Welt.
Weinbautechnik
Nicht umsonst hängen in Jochen Seebers Büro Landkarten von Chile und Südafrika. Die dortige Weinbauern gehören zu den guten Kiesel-Kunden. Mit Weinbautechnik beschäftigt sich das Unternehmen seit 90 Jahren. 15 Prozent des Umsatzes machten die Heilbronner mit ihrem ältesten Geschäftsbereich. Der Bereich Industriepumpen ist nach dem Zweiten Weltkrieg hinzugekommen und steuert etwa 20 Prozent des Umsatzes bei. Das jüngste Standbein ist die rasant wachsende Kiesel Steril-Technik in Bretten, die auf das Geschäft mit Kunden aus der Pharmabranche spezialisiert ist und inzwischen zehn Prozent des Gruppenumsatzes erwirtschaftet.
Quelle Heilbronner Stimme vom 20. Mai 2008 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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