| "Rock for Nature" heißt das Festival, das ganz im Zeichen von "love and peace for nature" stehen soll.
Wolpertshausen hat drei Gesangvereine, einen Musikverein, einen Posaunenchor, die Landfrauen, die Angler und Fischer, zwei Seniorenkreise, die Feuerwehr sowie das Rote Kreuz. Und es hat Rudolf Bühler. Bühler, 55, ist Bio-Landwirt und Vorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH). Dem ehemaligen Entwicklungshelfer gehört der "Sonnenhof" in Wolpertshausen, ein anerkannt ökologischer Betrieb, auf dem die berühmten Schwäbisch-Hällischen Zuchtschweine gehalten werden.
Vor genau 20 Jahren wurde die BESH gegründet - und die alte Haustierrasse vor dem Aussterben bewahrt. Heute gehören der Erzeugergemeinschaft 980 Hohenloher Landwirte an. Mit einem in dieser Region noch nie dagewesenen Rockfestival der Superlative soll der 20. Geburtstag gebührend gefeiert werden.
Rudolf Bühler hatte die Idee und will mal so richtig "die Sau rauslassen", auch wenn die "Mohrenköpfle", wie die Rasse wegen ihres schwarzen Hauptes heißt, natürlich keinen Zutritt aufs Festivalgelände haben werden.
Mit seinem uralten Land Rover Defender fährt der Mann mit dem Hut hinaus zu seinem Öko-Weizenfeld. Dahinter verläuft die A 6. Man hört entfernt die Lastwagen, ansonsten herrscht himmlische Ruhe. Noch. Bühler zeigt die Dimensionen, erklärt, wie man sich das so vorzustellen hat, wenn sich sein 13 Hektar großes Feld vom 22. bis 24. August in ein Festivalgelände verwandelt mit einer riesigen, 1000 Quadratmeter großen Hauptbühne und zwei Nebenbühnen.
"Rock for Nature" heißt das Festival, das ganz im Zeichen von "love and peace for nature" stehen soll. Woodstock-Feeling in Wolpertshausen - Bühler, die BESH und der Organisator, Eventmanager Dieter Link, haben ein großes Ziel vor Augen, das sie mit Künstlern wie Joe Cocker, den Scorpions, Roger Hodgson (Ex-Supertramp), Nena, Joy Fleming, Ich + Ich, Wir sind Helden und vielen Nachwuchsbands sicher auch erreichen werden.
"So wie unsere Produkte sind, so wird auch das Festival", sagt Rudolf Bühler stolz. Da sei alles "erste Liga" und übrigens auch alles öko. Natürlich soll bei diesem Benefiz-Open-Air die Musik die Hauptrolle spielen, aber der Grundgedanke, nämlich die Werbung für eine nachhaltige, gentechnikfreie Landwirtschaft und die Bewahrung der Schöpfung, darf dabei nicht zu kurz kommen. Deshalb sitzen auch der Welt-Bioverband IFOAM, die Nachhaltigkeitsstiftung "NaturLife-International", Greenpeace und "Slow Food Deutschland" bei "Rock for Nature" mit im Boot.
Die BESH hat laut Bühler kein kommerzielles Interesse an dem Festival. "Es reicht, wenn es sich selbst finanziert". Fünf Euro von jeder verkauften Eintrittskarte gehen an landlose indische Bauern.
Die Rock-Legende Joe Cocker, der eigens aus New York nach Wolpertshausen einfliegen wird, hat Bühler schon persönlich kennengelernt. "Wir hatten gleich eine gute Gesprächsebene", berichtet er. Cocker sei ein "sensibler, netter Mensch", sagt er. Und was sollen die Leute hinterher über "Rock for Nature" erzählen? Rudolf Bühler schaut auf sein Feld und muss nicht lange überlegen: "Dass es ein tolles Fest war."
Quelle Fränkische Nachrichten vom 28. Juni 2008 www.fnweb.de
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