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Einmalig und bärenstark
     
 
 

9.7.08

 

Eine Region zwischen landwirtschaftlich geprägtem Hinterland und Ballungszentrum am Neckar: Heilbronn-Franken bezieht seine Reize bis heute aus der Kulturlandschaft, den Wohlstand aber eher aus der Industrie.

Der ländliche Raum ist mit einer Fläche von 3941 Quadratkilometern (82,7 Prozent) das Rückgrat der Region Heilbronn-Franken. 77 der 111 Kommunen mit insgesamt mehr als einer halben Million Menschen (56,5 Prozent) liegen in diesen Bereich. Absolut gesehen wird dieses Ausmaß in keiner anderen Region in Baden-Württemberg auch nur annähernd erreicht. Der Vollversammlung des Regionalverbands Heilbronn-Franken wurde jetzt in Heilbronn eine Studie vorgestellt, die den Strukturwandel beleuchtet und analysiert.

Wirtschaftsleistung

Seit 1991 ist das Bruttoinlandsprodukt der Region um mehr als 8,7 Milliarden Euro (48,7 Prozent) auf 26,6 Milliarden Euro gestiegen. Damit werden in der Region Heilbronn-Franken Waren und Dienstleistungen in einem Wert erstellt und erbracht, der vergleichbar ist mit dem Saarland oder Slowenien. Von 2002 bis 2005 lag die wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Räume der Region mit + 8,1 Prozent etwas über dem Wert der Gesamtregion (+ 5,7 Prozent).

Bildung

2006/2007 gab es in 55 der 77 Gemeinden im ländlichen Raum mindestens eine Hauptschule. Mehr als eine Hauptschule hatten lediglich Crailsheim, Schwäbisch Hall, Bad Mergentheim, Wertheim, Gaildorf und Königshofen. In zwölf Hauptschulen wird bereits heute die empfohlene Mindestgröße von 85 Schülern nicht erreicht.

Arbeitslosigkeit

Arbeitsmarktmäßig hat sich der Hohenlohekreis und der Landkreis Schwäbisch Hall am besten entwickelt. In Zeitraum 2005 bis April 2008 konnte die Quote von sechs bis sieben Prozent auf rund drei Prozent gesenkt werden.

Gesundheitswesen

Nach wie vor hoch ist in der Region die Anzahl der niedergelassenen Ärzte. Allerdings wird dieses Niveau in den kommenden Jahren nicht mehr zu halten sein. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes liegt derzeit der Anteil der über 55-jährigen Hausärzte bei 41,5 Prozent. Das heißt: In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird fast jeder zweite Hausarzt in Ruhestand gehen.

Gestoppt werden konnte dagegen der Apotheken-Rückgang: Seit nunmehr vier Jahren verfügt die Region über 208 Apotheken. Im Landkreis Schwäbisch Hall (43) und im Hohenlohekreis (22) werden gegenwärtig so viele Apotheken betrieben wie seit 1991 nicht mehr. In der Regel beträgt die Entfernung zur nächsten dienstbereiten Apotheke nicht mehr als 15 Kilometer. Dennoch gibt es in 24 der 111 Kommunen in der Region keine Apotheke.

Tourismus

Zwar kann sich die Region Heilbronn-Franken mit den großen Reisegebieten in Baden-Württemberg wie dem Schwarzwald und dem Bodensee nicht messen, dennoch übernachteten in der Region im vergangenen Jahr knapp drei Millionen Menschen. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Region 2007 mit 9,2 Prozent die mit Abstand höchste Steigerungsrate aller zwölf baden-württembergischen Regionen erzielte. Vor allem die Gesundheits- und Wellnessangebote in den Heilbädern Mergentheim, Rappenau und Wimpfen wurden stark nachgefragt.

Eine wesentliche Rolle spielten aber auch die Luftkur- und Erholungsorte. Allen voran Löwenstein mit mehr als 106 000 Übernachtungen. Erwähnenswert sind aber auch Creglingen (knapp 51 000 Übernachtungen), Waldenburg (46 000), Weikersheim (40 000) und Wüstenrot (35 000). Diese Orte sind häufig Ausgangspunkt oder Zwischenstation für mehrtägige Touren.

Viehhaltung

Die Region hat im Bereich der Viehhaltung vor allem bei der Schweinehaltung, aber auch bei der Legehennen und Hühnerhaltung landesweit eine große Bedeutung. Im Jahr 2007 gab es in der Region 869 233 Schweine, 493 002 Legehennen und 616 643 Hühner. Insgesamt 38,8 Prozent der baden-württembergischen Schweine befinden sich in der Region. Weniger gewichtig sind Rinder-, Schaf- und Pferdehaltung. 





Quelle Heilbronner Stimme vom 9. Juli 2008 von Joachim Friedl  www.stimme.de

Weitere Informationen unter:

Regionalverband Heilbronn-Franken

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