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Zwei Täler – eine Zukunft
     
 
 

9.7.08

 

Mit dem Weinbau als „Werbe- und Imageträger“ will die neue WG stärker als bisher das Potenzial von Industrie und Tourismus der Modellregion Hohenlohe nutzen.

Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“, sagt Willi Seber, Vorstandssprecher der Kochertalkellerei in Ingelfingen. „Gemeinsam können wir mehr erreichen“, ist Peter Hepp, Vorstandsvorsitzender der Weingärtnergenossenschaft (WG) Jagsttal, überzeugt, während Helmut Lutz, Vorstands-Chef der WG Niedernhall, von einer „beispielhaften Vorreiterrolle für die Weinwirtschaft“ spricht.

Seit Februar haben die Chefs der drei WGs im Kocher- und Jagsttal „intensiv diskutiert“, um ihre Kräfte zu bündeln und unter dem Motto „Zwei Täler – eine Zukunft“ dem Weinbau im Kocher- und Jagsttal neues Profil zu verleihen. Alle drei bisher selbständigen WGs wollen bereits ab Ende August unter dem Firmennamen Kochertalkellerei eine Wengerter-Ehe eingehen, die mehr beinhaltet als eine bloße Verschmelzung.

Modellhaft

„Wir bewegen uns weg vom traditionellen Weg der Fusion und legen zwar Produktion und Vertrieb zusammen, gehen aber mit zwei Firmen individuelle Wege“, erklärt Torsten Kuhne den „Modellcharakter“ der geplanten Verschmelzung. Der derzeitige Geschäftsführer der WG Niedernhall ist als künftiger hauptamtlicher Vorstand der neuen Kochertalkellerei vorgesehen. „Alle drei Partner sind gesunde Betriebe, die nicht aus einer Notlage heraus handeln“, betont er. Dennoch sei es an der Zeit, im Umfeld eines verschärften Wettbewerbs mit nationalem wie internationalem Konkurrenz- und Preisdruck rechtzeitig die Weichen zu stellen, „um dem Weinbau im Kocher- und Jagsttal auch langfristig eine Perspektive zu bieten“.

Zweigleisig

Weil „Alleskönner megaout“ seien, will die neue Kochertalkellerei den Markt „differenziert und unter unterschiedlichen Namen“ bearbeiten, außerdem Synergieeffekte nutzen und durch gemeinsame Produktion, Geschäftsführung und Vertrieb Kosten sparen. So soll der Mutterbetrieb Kochertalkellerei als klassische WG den eher „klassischen Deutschweintrinker“ bedienen und mit einer eigenen Jagsttal-Linie den lokalen Markt hochhalten, während in Niedernhall als separater Tochterbetrieb ein so genanntes Weinkontor als Premium-Betrieb angesiedelt werden soll. Das Weinkontor wird nach strengen Qualitätskriterien ausgesuchte Trauben verarbeiten – zunächst etwa fünf Hektar aus den besten Lagen des Kocher- und Jagsttals von Ingelfingen bis Ernsbach sowie aus Bieringen und Dörzbach. Mit dem Weinkontor verfolgt Torsten Kuhne ehrgeizige Ziele: „Bis in drei Jahren wollen wir mit den besten Betrieben Württembergs auf Augenhöhe stehen.“

Mit dem Weinbau als „Werbe- und Imageträger“ will die neue WG stärker als bisher das Potenzial von Industrie und Tourismus der Modellregion Hohenlohe nutzen. Komplett umgestellt und im Vergleich zur herkömmlichen WG radikal verkleinert wird die Führungsstruktur.

Mitte Juni haben die Vorstände der drei WGs den Entwurf für einen Verschmelzungsvertrag unterzeichnet. Die erste Hürde ist bereits genommen: In der letzten Woche wurden die Mitglieder informiert. Trotz „kritischer Fragen“ sei die Stimmung bei den Infoveranstaltungen „hervorragend und sehr sachlich“ gewesen, bringt Willi Seber die gemeinsame Erfahrung auf den Punkt. Deshalb gehen Seber und seine Kollegen Lutz und Hepp davon aus, dass die Mitglieder in den Generalversammlungen am 21. Juli in Niedernhall, 22. Juli in Dörzbach und 23. Juli in Ingelfingen mit großer Mehrheit grünes Licht für die WG-Ehe geben.

Quelle Heilbronner Stimme von Jürgen Koch vom 8. Juli 2008 www.stimme.de

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