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Louis Gallois, der Chef des größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns, besucht die schwäbischen Triebwerkspezialisten.
Wenn der Chef des größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns einen Standort besucht, kommt er natürlich mit dem Hubschrauber. Vor allem, wenn es Freitagnachmittag ist und dieser Standort mitten im Hardthäuser Wald liegt. Es ist eine Premiere für Astrium Lampoldshausen und für EADS-Chef Louis Gallois. Zwar ist der Zeitplan des Topmanagers äußerst eng, doch Gallois lässt sich den Stress kaum anmerken. Bevor er sich bei einem Rundgang ein genaueres Bild der schwäbischen Triebwerkspezialisten macht, plauscht er bei Kartoffelgratin und Kaffee locker mit den Journalisten – auf englisch.
Viel Lob
Neuigkeiten hat der Franzose mit dem markanten Gesicht nicht mitgebracht. Dafür gibt es jede Menge Lob für das industrielle Kompetenzzentrum für Raketen- und Satellitenantriebe im Kochertal. „Lampoldshausen ist ein sehr wichtiger Standort“, sagt Gallois. Und hebt die Kompetenz der 260 Astrium-Beschäftigten hervor. Das Automatische Transportvehikel ATV etwa, das zur Versorgung der Internationalen Raumstation ISS eingesetzt wird, zeige das enorme Know-how der Lampoldshausener Tüftler.
Positive Tendenz
Angesichts der steigenden Nachfrage nach Präzisionsantrieben werde der vergleichsweise kleine Standort künftig an Bedeutung gewinnen. Größere Investitionen seien derzeit zwar nicht geplant, räumt Gallois mit Hinweis auf den allgemeinen Sparkurs im Konzern („Alle Bereiche müssen effizienter werden“) ein. „Aber wir investieren, wenn es nötig ist“, verspricht er.
Auch beim Personal gehe es tendenziell nach oben. Genaue Zahlen über Investitionssummen oder neue Arbeitsplätze lässt sich der Konzernchef freilich ebenso wenig entlocken wie eine Standortgarantie. „Ich garantiere nie etwas, in der Wirtschaft kann man nichts garantieren“, klärt der Manager lächelnd eine Journalistin auf.
Hoffen auf Galileo
Sorgen machen müssen sich die Astrium-Beschäftigten aber nicht. Sollte EADS beim europäischen Navigationssystem Galileo zum Zuge kommen, wird auch Lampoldshausen davon profitieren. „Wir werden hart darum kämpfen“, kündigt Gallois an und zeigt sich überzeugt, dass der Konzern wichtige Teile des Milliarden-Projektes bekommen werde. Spricht’s und eilt nach einem kurzen Fototermin weiter zu den Auszubildenden in den Werkstätten und an den Testständen. Schließlich hat man als Chef von 116 000 Mitarbeitern auch nicht alle Tage die Gelegenheit, sich vor Ort über die Arbeit zu informieren, die nötig ist, damit Satelliten und Raketen einwandfrei funktionieren. Mit Lampoldshausen hat Gallois deshalb die richtige Wahl für seinen Kurzbesuch betroffen.
Quelle Heilbronner Stimme vom 19. Juli 2008 von Jürgen Paul www.stimme.de
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