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25 Jahre und kein bisschen alt geworden
     
 
 

25.7.08

 

Die Wände des ersten 70-Quadratmeter-Ladens im Heilbronner City-Süd-Center hat Ralf Klenk vor 25 Jahren noch selbst geweißelt. Immer noch ist der Bechtle-Vorstandschef sehr eng im operativen Geschäft des IT-Dienstleisters verwurzelt, bei den aktuell laufenden Arbeiten zum Anbau des Konzernsitzes in Neckarsulm muss der inzwischen 50-jährige Klenk aber nicht mehr persönlich anpacken: Aus dem Ein-Mann-Existenzgründerbetrieb von damals ist ein richtiger Konzern geworden. Bechtle gehört zu den Aushängeschildern der Region – selbst wenn der Aktienkurs den Anlegern jedenfalls in den vergangenen Monaten nur wenig Freude gemacht hat.

Apropos Börse: Der Geschichte der Erstnotiz der Neckarsulmer erzählt zugleich eine Menge über das, was die Neckarsulmer ausmacht. Zum Beispiel, dass sie ihre PR-Berater mit ihren für damalige Zeiten viel zu konservativen Prognosen schier zur Verzweiflung getrieben haben. Der schwäbische Konservatismus hat sich bezahlt gemacht: Das Unternehmen gehört zu den wenigen Überlebenden der Internet-Blase des Jahres 2000.

Dann das Zeitgefühl: Bechtle hat es jedenfalls fast immer verstanden, die richtigen Schritte zum richtigen Zeitpunkt zu gehen. Das beginnt mit dem Einstieg der als Softwarefirma gegründeten Bechtle in den Handel mit Computern. Weiter geht es mit dem Entschluss im Jahr 1992, selbst weitere Standorte anzugehen statt gefressen zu werden. Das perfekte Timing gipfelte im Termin des Börsengangs, der am 30. März 2000 fast auf den Tag genau den Höhepunkt des Neuer-Markt-Hypes traf. Mehr hätte die Bechtle AG für ihre Aktien kaum erlösen können – auch wenn die Zeichnungsgewinne der Aktionäre entsprechend gering ausgefallen sind. Wer statt Bechtle damals aber T-Online gezeichnet hat, dürfte deutlich mehr Geld verloren haben.

Und obwohl Klenk und sein Mitgründer, der heutige Aufsichtsratschef Gerhard Schick, stets mit prall gefüllten Kassen unterwegs waren, haben sie bei den Zukäufen der vergangenen Jahre mit wenigen Ausnahmen ein glückliches Händchen beweisen. Schwieriger hat sich zwischendurch die Suche nach Bechtle-geeigneten Managern gestaltet.

Expansiv, aber grundsolide, mit großen, aber doch erreichbaren Zielen, erwachsen geworden, aber immer noch jugendlich frisch: So präsentiert sich das Unternehmen zum 25. Geburtstag, der dieser Tage ausgelassen gefeiert wird.

Quelle Heilbronner Stimme vom 24. Juli 2008 von Manfred Stockburger www.stimme.de

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