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Der Hamburger Journalist Jürgen Pander hat SPIEGEL Online wunderbare Tipps rechts und links der A 81 – der Lebensader unserer Region.
Es gibt Tage, an denen keine Termine drängen und kein Soll erfüllt werden muss. Wer an solchen Tagen im Pkw unterwegs ist, tut gut daran, die Autobahn zu meiden. Parallel zur A 81 beispielsweise gibt es wunderbare Wege zwischen Bad Mergentheim und Stuttgart.
Trollinger, Schwarzriesling, Lemberger oder Spätburgunder - das sind die Begleiter an den Straßenrändern auf dieser Tour. Die Strecke, parallel zur Autobahn A 81 und meist ein bisschen östlich der Fernstraße gelegen, folgt immer wieder der Württemberger Weinstraße. Ein kurzes Stück wird auf der Burgenstraße gefahren, ebenso auf der Idyllischen Straße und die Deutsche Limesstraße wird gequert. Man merkt schon an dieser Aufzählung, dass es viel zu fahren und entdecken gibt in diesem Landstrich, wo die Orte Kochersteinsfeld, Langenbrettbach oder Cleversulzbach heißen.
Und natürlich Berlichingen. Der Ort, der wegen einer Goethe-Formulierung zumindest im deutschen Sprachraum weithin bekannt sein dürfte, liegt im Jagsttal, das von der A 81 am besten über die Anschlussstelle Osterburken erreicht werden kann. Bei Bieringen kommt man dann an den Fluss, und es beginnt eine schattige Slalomfahrt immer mit der Strömung in Richtung Süden.
Kurz hinter Kochersteinsfeld verlässt die Route das Jagstufer. Über die Orte Brettach, Hölzern und Dimbach gelangt man bis Affaltrach - und ab da wird es dann deutlich welliger, denn hier beginn der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer-Wald. Über tolle, schmale, kurvige Straßen wird die Stadt Löwenstein erreicht. Der Ort mit rund 3100 Einwohnern rühmt sich, die Heimat von Wilhelm Maybach zu sein, des "Königs der Konstrukteure", der zusammen mit Gottlieb Daimler und Carl Benz zu den Pionieren des Automobilbaus zählt. Geboren wurde Maybach zwar im nahen Heilbronn, standesamtlich eingetragen aber als "Wilhelm Maybach aus Löwenstein".
Wer hier Station macht, kann die Burg Löwenstein aus dem 11. Jahrhundert besichtigen oder das Lust- und Badeschlösschen Lautereck besuchen, das im Stadtteil Teusserbad liegt, wo eine Heilquelle entspringt. Fahrerisch allerdings fängt hinter Löwenstein der beste Abschnitt der Tour an. Aus dem Städtchen folgt man der Straße nach Sulzbach an der Murr, hält sich dann jedoch rechts nach Prevorst, weiter nach Gronau und schließlich Oberstenfeld. Es ist eine hakenschlagende Berg-und-Tal-Fahrt durch Bauernland, dichte Wälder und kleine Dörfer.
Spätzle, Schupfnudeln und Zwiebelrostbraten
Hinter Oberstenfeld erblickt man rechts den Wunnenstein, einen erstklassigen Aussichtsberg, auf dem natürlich eine Burg steht mitsamt ordentlichem Turm. Und schon einen Ort weiter eröffnet sich wieder ein großartiger Blick: In Beilstein sieht man schon von weitem die Burg, die über den Fachwerkhäusern und den Weinbergen thront. Wer mag, kann hier die Falknerei besuchen, das Mineral-Freibad oder natürlich ein Gasthaus, und die ortsüblichen Spezialitäten genießen, etwa Käsespätzle, Schupfnudeln oder Zwiebelrostbraten.
Kurz nach Beilstein quert die Strecke die Autobahn A81. Über Ilsfeld gelangt man in den beschaulichen Weinort Mundelsheim, danach geht es entlang des Neckars nach Ludwigsburg. Hier lohnt ein Besuch der beiden Schlösser Favorite und des drei Kilometer entfernten, über eine Allee erreichbare Rokkoko-Seeschloss Monrepos. Von diesem Idyll mit englischem Park, geharktem weißen Kies und mächtigen alten Bäumen ist es nicht mehr weit nach Stuttgart. Zäh tropft der Verkehr durch die Stadt, Fahrspaß sieht anders aus. Gut, dass man wenigstens eine Alternative zur A 81 kennt.
Quelle SPIEGEL Online vom 27. Juli 2008 von Jürgen Pander www.spiegel.de
Der Autor:
Jürgen Pander arbeitet als freier Journalist mit Schwerpunkt im Bereich Motor. Er ist Mitbegründer der Redaktionsagentur "büro 504". Seine Texte erscheinen unter anderem bei Spiegel Online, Berliner Zeitung, NZZ am Sonntag (Zürich), H.O.M.E. und TV Today. Darüber hinaus betreut er als Projektleiter das zweimal pro Jahr erscheinende Lifestyle-Automagazin GQ Cars.
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