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Im Erlebnispark begeistert seit der Saison 2008 die neue Holzachterbahn Mammut. Genau um diesen Baustoff dreht sich auch alles bei der 28. WM der Waldarbeiter, die vom 3. bis 5. Oktober vor den Toren Stuttgarts im dem Wildparadies Tripsdrill stattfindet. Dieses Event wird erst zum zweiten Mal in Deutschland ausgetragen und erstmals in dieser Größenordnung. Neben den Wettkämpfen erwartet alle Besucher abends ein Unterhaltungsprogramm mit Live-Musik von regional bekannten Bands. 130 Teilnehmer aus 30 Nationen treten zum Wettkampf in fünf verschiedenen Disziplinen an.
Mandat für Deutschland
Anfang des Jahres 2007 hat Belgien das Mandat zur Durchführung der Weltmeisterschaft völlig unerwartet zurückgegeben. Daraufhin ist der Verband Waldarbeitsmeisterschaften Deutschland e.V. kurzfristig eingesprungen und hat die Initiative ergriffen. Mit dem Erlebnispark Tripsdrill hat der Verband einen Partner gefunden, der alle notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen mitbringt. Innerhalb von eineinhalb Jahren galt es, dieser internationale Groß-Event in einer bislang nicht bekannten Größenordnung zu organisieren. So wird beispielsweise die Disziplin Zielfällung zu ersten Mal in der WM-Geschichte publikumswirksam im Stadion durchgeführt. Große Zuschauer-Tribünen wurden eigens für die WM aufgebaut und säumen so das Wettkampfgelände.
Die Welt der Waldarbeiter zu Gast bei Freunden
In Anlehnung das Motto der Fußball-WM 2006 ist „Die Welt der Waldarbeiter zu Gast bei Freunden“ in Tripsdrill. 30 Nationen sind zur 28. WM gemeldet und treten mit 130 Teilnehmern an. Dabei sind osteuro-päische Staaten wie Estland, Kroatien, Litauen und Weißrussland ebenso am Start wie Belgien, Frankreich oder Finnland. Die weiteste Anreise legt das Team aus Venezuela zurück. Die deutsche Nationalmannschaft hat das letzte Trainingslager bereits in baden-württembergischen Gefilden in Ochsenbronn absolviert, um optimal für die Wettkämpfe gerüstet zu sein.
Fünf Disziplinen
Für die Weltelite der Waldarbeiter gilt es, fünf Disziplinen zu absolvieren, die sich an der praktischen Arbeit im Wald anlehnen: Zielfällung, Kettenwechsel, Kombinierter Schnitt, Präzisionsschnitt und Entasten eines Baumes (siehe separates Infoblatt). Insgesamt 200 Kubikmeter Holz wird bei allen Wettkämpfen bearbeitet – das entspricht etwa fünf Dachstühlen eines Einfamilienhauses. Das Material wird im Anschluss an die Weltmeisterschaft selbstverständlich weiter verwendet. Das Forstamt Eppingen übernimmt die Koordination und vertreibt das Holz an heimische Firmen und Säger im Heilbronner Land.
Wertung
Für alle Wettkämpfer geht es um drei verschiedene Wertungen. Gekürt werden demnach: Einzelweltmeister in allen fünf Disziplinen und auch in der Testdisziplin, ein Gesamtweltmeister und schließlich der Mannschaftsweltmeister.
Abendprogramm
Auch abends erwartet die Teilnehmer und Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit Live-Musik von regional bekannten Bands:
| Do. |
02.10., 21.00 Uhr: Auftaktveranstaltung mit den New Shatters |
| Fr. |
03.10., 20.00 Uhr: Uniseven |
| Sa. |
04.10., 21.00 Uhr: Western Highway |
| So. |
05.10., 21.00 Uhr: Big-Band Polizeidirektion Heilbronn |
Eine faszinierende Lasershow mit Feuerwerk läutet den Abschlussabend am Sonntag, 05.10. ab 20.00 Uhr ein. Dabei erhalten die Besucher etwa 30 Minuten lang ungeahnte Einblicke in die Welt der Waldarbeiter. Auch der Erlebnispark Tripsdrill wird in dieser Show mit seinen wichtigsten Attraktionen bildlich eingebunden. Alle vier Abendveranstaltungen sind kostenlos und finden im großen Festzelt direkt vor dem Wildparadies Tripsdrill statt.
Tagesprogramm
Die WM-Wettkämpfe laufen von Freitag, 3. bis Sonntag, 5. Oktober jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr. Der Zugang zu der Veranstaltung ist im Eintritt für Erlebnispark und Wildparadies Tripsdrill ebenso enthalten wie im Jahres-Pass. Natürlich können Interessierte diese Veranstaltung auch separat besuchen. Die Tageskarte kostet für Erwachsene 7,- € und für Kinder (4-11 J.) 4,50 €. Wer die Wettkämpfe an mehreren Tagen beobachten möchte, für den bietet sich die Mehrtageskarte (gültig von Fr. bis So.) an: für Erwachsene 19,00 €, für Kinder (4 - 11 J.) 9,00 €.
Austragungsort Wildparadies Tripsdrill
Thematisch passend zur WM der Waldarbeiter wurde der Austragungsort gewählt. Das Wildparadies Tripsdrill ist bekannt für seine naturnahe Lage, mitten im Wald gelegen. Im Jahr 1972 eröffnet gehört es seitdem zum gleichnamigen Erlebnispark. Tierliebhaber finden hier über 100 Tiere – zum Beobachten, Anfassen und Füttern. Darunter gibt es seltene Wildtierarten wie zum Beispiel die Tarpane (Wildpferde), Weißkopfseeadler und natürlich die Stars im Wildparadies: die Wölfe, Luchse, Adler und Geier, die man bei der Fütterungsrunde, täglich um 14.30 Uhr, gut beobachten kann. Dabei lernen die Besucher Verhalten und Lebensweise der Tiere auf eindrucksvolle Weise kennen. Ein Naturschauspiel der besonderen Art bietet derzeit die Hirschbrunft im Wildparadies Tripsdrill. Die Geweihe der Rothirsche sind komplett ausgebildet. Aufgrund des erhöhten Testosteronspiegels wird jeder andere männliche Hirsch zum Konkurrenten. Denn jeder will die Gunst der weiblichen Tiere gewinnen – aber nur einer hat Erfolg: Der Platzhirsch. Er zeigt sich dabei besonders eifersüchtig und kampfeslustig.
Das Röhren setzt er zum Abschrecken der Mitstreiter ein. Wenn dies nicht ausreicht, kommt es zu spektakulären Kämpfen, bei denen die Geweihe der Hirsche lautstark aufeinander krachen. Neben den tierischen Lebewesen hat das Wildparadies weitere lehrreiche Attraktionen zu bieten, zum Beispiel den Barfuß-Pfad oder den Wald-Erlebnispfad. Auf dem großen Abenteuerspielplatz können sich die Kinder an der Kletterspinne, auf der Seilbahn oder der Wippe so richtig austoben.
Geschichte der Waldarbeiter-WM
Holz braucht Fachleute, ob in der Waldbewirtschaftung, in der Logistik oder in der Be- und Verarbeitung – in allen Bereichen sind Spezialisten gefragt. Gerade der Forstwirt (früher Waldarbeiter) hat unter anderem die Aufgabe, das Rohholz ohne Wertverlust und unter sehr hoher körperlicher Belastung fachgerecht einzuschlagen. Und das gilt nicht nur für Deutschland oder Europa, sondern weltweit sind Fachleute und Spezialisten mit der Holzernte beschäftigt. Was liegt da näher, als dass sich diese Fachleute in regelmäßigen Abständen treffen, Erfahrungen austauschen, internationale Kontakte pflegen und ihre beruflichen Leistungen in einem fairen Wettbewerb messen.
Wettbewerbe für Waldarbeiter wurden zuerst als nationale, später auch als gemeinsame Veranstaltungen einiger Nachbarländer ausgerichtet. Auf Initiative von Ungarn und dem früheren Jugoslawien wurden die ersten internationalen Wettbewerbe in den 60er Jahren entwickelt und erstmalig 1970 als gemeinsame Veranstaltung ausgeschrieben. Nach und nach hat eine stetig steigende Zahl von Nationen verschiedener Kontinente an den Wettbewerben teilgenommen. Es entwickelte sich eine Weltmeisterschaft. Das Handlungsgeschick mit der Motorsäge steht seitdem im Mittelpunkt der Wettbewerbe. Bewertet werden Sicherheit, Qualität und Geschwindigkeit bei der Ausführung der Disziplinen.
Die Bundesrepublik Deutschland hat sich erst relativ spät an den Weltmeisterschaften beteiligt. 1989 reiste erstmalig eine bundesdeutsche Nationalmannschaft, ungeübt aber voller Optimismus, nach Dänemark – und wurde Letzter! Dieses Ergebnis wurde als Herausforderung verstanden. Die Mannschaft verabschiedete sich mit einem "Wir kommen wieder"! Sie kamen und kommen seither zu jeder Weltmeisterschaft. Mit einem 2. Platz bei der Weltmeisterschaft 2004 in Italien erreichte die deutsche Mannschaft ihr bisher bestes Ergebnis. 1996 hat der Deutsche Verband mit Unterstützung der Thüringer Landesforstverwaltung im Rahmen der KWF-Tagung in Oberhof die erste Waldarbeitsweltmeisterschaft auf deutschem Boden ausgerichtet. Heute findet jedes zweite Jahr eine Weltmeisterschaft statt. 2008 findet die WM zum zweiten Mal in Deutschland statt.
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