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Ziel: stabile Leuchttürme

     
 
 

29.10.08

 

Die Cola-Flasche fliegt in einem weiten Bogen durch die Luft und findet sicher ihr Ziel. Was in Echtzeit kaum zu erkennen ist, entfaltet in Zeitlupe seine besondere Wirkung und weckt das Interesse der Wissenschaft. Und später vielleicht auch der Industrie.

An der Reinhold-Würth-Hochschule (RWH) soll mehr geforscht werden. Und: Leuchttürme sollen entstehen und nach Kräften gefördert werden. So will es der Wissenschaftsrat, und so wollen es auch Rektor Jürgen Schröder und die Mitglieder des Stiftungsrats, der seit 2005 immer wieder innovative Projekte angeschoben hat. Eines trägt den Titel „Werfen“ und könnte über kurz oder lang zu einem solchen Leuchtturm der angewandten Forschung werden, von dem die Firmen in der Region profitieren. Man denke nur an das „Packaging Valley“ in und um Schwäbisch Hall. An all die Hersteller von Verpackungsmaschinen, die auf dem Weltmarkt noch erfolgreicher sein könnten, wenn die Theorie in eine gangbare Praxis umgesetzt würde. Wenn die Forscher herausgefunden haben, wie Produkte nicht in Verpackungen gesetzt, sondern geworfen werden. Damit Firmen ihre Waren mit optimierten Maschinen noch viel schneller und rentabler verpacken können.

Austausch

So weit sind sie in Künzelsau noch nicht, doch das Projekt ist bereits in vieler Munde. „Sehen Sie“, zeigt Professor Wolfgang Ernst auf die Leinwand. „Das ist ein rotationssymetrischer Wurf.“ Geschwindigkeit und Richtung könnten so noch besser beeinflusst werden. Das Computer-Video, es gibt einen guten Eindruck davon, wie in Künzelsau geforscht wird. Und was in Zukunft noch möglich sein könnte. „Das mit dem Werfen kommt eher aus der Wissenschaft. Das ist vielen Firmen noch zu abgedreht. Das überlassen sie lieber den Unis und Hochschulen.“ Doch wenn die eine passende Strategie ertüftelt haben ? umso besser für die Unternehmen.

Genau anders herum kann und soll es natürlich auch laufen. Die heimische Wirtschaft gibt den Anstoß - und die Wissenschaft setzt ihn um. Das Trendfach „Energiemanagement“ ist so ins Leben gerufen worden, ein weiterer potenzieller Leuchtturm, die Firma EBM-Papst war der Antreiber und stiftete gleich eine Professur. Genauso könnte es mit dem Forschungsfeld „Magnetische Kreise“ laufen, das Gerhard Sturm in Künzelsau etablieren will. „Das Projekt ist schon sehr weit. Wir stehen kurz vor der Umsetzung.“ Ob daraus einmal ein eigener Studiengang wird? „Gut möglich.“ Von der Idee übers Projekt zum Studiengang: Dass solche Entwicklungen reifen können, verdankt die RWH der Stiftung zur Förderung der Hochschule. Seit ihrer Gründung vor drei Jahren hat sie 1,85 Millionen Euro in den Lehr- und Forschungsbetrieb gepumpt. Zweckgebunden - um Professionalität zu stiften und zu Neuem anzustiften.

BWL

Bisher war nur von Technik die Rede. Selbstverständlich ist die Betriebswirtschaft genauso wichtig. „Da haben wir ja schon unseren Leuchtturm“, sagt Ernst - und meint den Studiengang mit Schwerpunkt Kultur-, Freizeit- und Sportmanagement. Hier und im Bereich Marketing hat sich Forschung schon gut etabliert. In der Technik besteht noch Nachholbedarf, wie der Wissenschaftsrat erkannt hat. Deshalb stellen sie sich auf die Hinterfüße und treiben die Verzahnung von Hochschule und Wirtschaft, Forschung und Industrie, Theorie und Praxis voran. Und werden in Zukunft deshalb nicht nur Cola-Flaschen durch die Luft fliegen lassen.

Quelle Heilbronne Stimme vom 27. Oktober 2008 von Ralf Reichert www.stimme.de

Weitere Informationen:

Reinhold-Würth-Hochschule

Bildung in der Region
 
         
         
 
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