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Eine Umfrage unter Mittelständlern belegt, was viele schon ahnen: Der Standort Baden-Württemberg ist bei Unternehmen besonders beliebt. Die Unternehmer blicken optimistisch in die Zukunft. Aber auch im Musterländle gibt es noch Verbesserungspotenzial.
216 mittelständische Unternehmer in Baden-Württemberg befragte das Allensbacher Meinungsforschungsinstitut im Auftrag der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young. Die Chefs loben die Wirtschaftsstruktur, das hohe Ausbildungsniveau und die politische Stabilität in dem Bundesland.
Mehr als 90 Prozent der familiengeführten Unternehmen bewerten den Standort mit den Prädikaten „gut“ oder „sehr gut“. Die Mehrheit der Mittelständler blickt mit Zuversicht in die Zukunft, 53 Prozent erwarten eine steigende Bedeutung Baden-Württembergs als Wirtschaftsstandort.
Damit bestätigt die Umfrage den Berliner Wirtschaftsprofessor Bernd Venohr. Der hat für Handelsblatt.com eine Übersicht über die kommenden Weltmarktführer zusammengestellt. Im Interview sagte Venohr, dass sich viele hoffnungsvolle Unternehmen in Baden-Württemberg konzentrieren und betonte die Bedeutung der High-Tech-Branchen.
Das sehen die Unternehmer ähnlich: Mehr als 70 Prozent sind laut Umfrage der Meinung, dass die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie High-Tech-Industrien an Bedeutung gewinnen werden.
Die Arbeit der Landesregierung ist einer der Gründe für die Zufriedenheit und den Optimismus der Manager. 57 Prozent sind „zufrieden“ mit dem Kabinett unter Günther Oettinger.
Die Studie enthüllt aber auch die Probleme, die Unternehmer in Baden-Württemberg sehen. Sie kritisieren die unzureichende Verkehrsinfrastruktur (56 Prozent), ein Übermaß an Bürokratie (37 Prozent) und hohe Abgaben und Steuern (30 Prozent). Etwa jeder Sechste ist mit der Wirtschaftsförderung unzufrieden. Insgesamt beurteilen die Topentscheider die Zukunft des Standorts zwar positiv, aber knapp zwei Drittel befürchten einen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern.
Der Fachkräftemangel, hohe Kosten und Bürokratie lassen einige Unternehmer über eine Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland nachdenken. 19 Prozent der Mittelständler vermuten, dass in Zukunft eine größere Zahl von Betrieben aus Baden-Württemberg abwandern wird. Aber diese Zahl geben nicht allzu viel Anlass zur Sorge: 40 Prozent der Befragten rechnen damit, dass Unternehmen bereits ausgelagerte Produktionsstätten zurück ins Ländle holen werden.
Quelle Handelsblatt vom 29. Oktober 2008 http://www.handelsblatt.com/unternehmen/nachrichten-trends/baden-wuerttemberg-beste-bedingungen-fuer-unternehmen;2075082
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