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„Es glitzert und funkelt …“
     
 
 

3.11.08

  Historischer und moderner Christbaumschmuck aus Glas im Glasmuseum Wertheim.

Versilberte Fische, bunt bemalt oder verziert mit Engelshaar, glitzern und funkeln zusammen mit Hirschen, Früchten, Kugeln ab dem ersten Adventswochenende an zehn echten Bäumen und in acht Vitrinen im Glasmuseum Wertheim. Das Geheimnis des glitzernden und funkelnden Christbaumschmucks liegt im schimmernden Glanz – dem Versilbern der gläsernen Formen. Das Herstellen versilberten Christbaumschmucks, das auch in der Museumswerkstatt gezeigt wird, und wie die fortschreitende Glastechnologie seit Beginn der Lampenglasbläserei in Thüringen Ende des 18. Jahrhunderts die unglaubliche Formenvielfalt gläsernen Christbaumschmucks beeinflussten ist Thema der diesjährigen Weihnachtsausstellung.

Im „Kleinen Haus“ glitzert in den acht Vitrinen rund um den 3 m hohen „Wertheimer Baum“ aus Wertheimer Laborglasstäben die über 100 Jahre alte Christbaumschmucksammlung. Dank des Mainfränkischen Museums in Würzburg kann sie durch einige Stücke aus der Privatsammlung von Gudrun Wirths aus Marktbreit ergänzt werden. Gezuckerte Früchte und Figuren sowie einfache kleine Formkugeln auf der einen Seite, bunt bemalter, reich verzierter Figurenschmuck, komplizierte und immer größere Formkugeln auf der anderen Seite veranschaulichen, wie der Bau einer Gasanstalt in Lauscha (1867) und neuartige Versilberungsmethoden (1860) die Produktion gläsernen Christbaumschmucks explosionsartig anstiegen ließen. In der „Glasbläserstube“ eine Etage höher wird deutlich, dass das Ersinnen immer neuer Formen – bis 1939 entstanden etwa 5000 Stück – zum harten Überlebenskampf der Glasbläserfamilien gehörte. Ein Highlight ist hier der Baum des Thüringer Glasbläsers Helmut Greiner-Petter mit hohlgeblasenen Tieren aus Milchglas.

Im „Großen Haus“ spiegelt der gläserne Christbaumschmuck an den zehn Weihnachtsbäumen den Zeitgeschmack der jeweiligen Epoche wider. Der 4 m hohe „Thüringer Baum“ mit über 300 gläsernen Prachtstücken veranschaulicht die Formenvielfalt von ca. 1880 bis heute. Paradiesgärtlein und „Kopf-über-Baum“ zeigen Beispiele weihnachtlicher Bräuche, bevor Zuckerbäume wie der „Kindernaschbaum“ die Stuben eroberten. Der „Silberbaum“ gibt die Mode des Jugendstils (um 1900) wider und veranschaulicht die Möglichkeiten des Versilberns. Zusammen mit dem „50er Jahre Baum“ und dem „Engelshaarbaum“ nimmt er Bezug auf die aus Thüringen stammende Wertheimer Glasindustrie.

In weihnachtlichem Glanz erstrahlt der moderne Christbaumschmuck, wie sie ab den 1970er Jahren die aus dem technischen Bereich kommenden Glasgestalter aus Wertheim und Thüringen herstellen: u. a. der „Wertheimer Kugelbaum“ oder der „Wertheimer Glasbläserbaum“ der beiden Museumsglasbläser Hermann Sührer und Günter Graf. Sie zeigen außerdem in der „Weihnachtswerkstatt“, wie aus Glasröhren Glaskugeln entstehen und laden die Besucher ein, ihre eigene Christbaumkugel als Erinnerung an die „Glasweihnacht“ im Glasmuseum Wertheim zu blasen. Jeden Freitag und Samstag können Besucher hier das Versilbern gläserner Christbaumkugeln miterleben. Gläsernen Weihnachtsschmuck für den individuellen Weihnachtsbaum zu Hause findet der Besucher im Weihnachtsbasar des Glasmuseums.

Eröffnung der Weihnachtsausstellung mit Weihnachtspunsch Samstag, 29. November 2008, 16.00 Uhr.

Öffnungszeiten mit Glasbläservorführungen:
Mo 15.00-17.00 Uhr, Di-Do 10.00-17.00 Uhr, Fr/Sa/So/Fei 13.00-18.00 Uhr
Hl. Abend und Silvester geschlossen

Versilbern von Christbaumschmuck: Fr/Sa 13.00-17.00 Uhr + auf Anfrage

Weihnachtsführung „Es glitzert und funkelt …“: Gruppen (ab 10 Pers.): 3,50 €/Pers.
Kinder und Schulklassen: 2,- €/Pers., mit Glaskugelblasen: 5,- bzw. 6,- €/Pers.
Anmeldung unter 09342/6866, info@glasmuseum-wertheim.de

Weihnachtsführung „Geisti feiert Weihnachten“:
Kinder (4-7 Jahre): 3,- €/Pers., Anmeldung Ans Preuß 09342/915607

Infos unter

www.glasmuseum-wertheim.de

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