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Die Weltwirtschaft trudelt, Energiepreise explodieren, Transportund Logistik wird immer teurer. Was daraus folgt, sind Protektionismus und nationale Egoismen. Für Unternehmen in Heilbronn-Franken eröffnet das Ausland trotzdem riesige Chancen.
Unsere Wirtschaftsregion verfügt über einen gesunden Branchenmix und über hochgradig wettbewerbsfähige Unternehmen und Cluster:
Im Fahrzeugbau mischen Audi und das zugehörige Zulieferer-Netzwerk in jeder Hinsicht vorne mit. Ventilatoren und lüftungstechnische Anlagen sowie Befestigungstechnik aus Hohenlohe sind weltweit als innovative Lösungen auf der Überholspur. Auch unser Know-how im Maschinen- und Anlagenbau, insbesondere bei Verpackungsmaschinen, oder im Bereich Kunststofftechnik war in der Vergangenheit Basis unseres Erfolgs. Darin liegen auch in Zukunft große Potenziale.
Weit über ihre Grenzen hinaus ist Heilbronn-Franken inzwischen bekannt als ”Region der Weltmarktführer“. Unsere Unternehmen haben Prozesse und interne Strukturen optimiert, ihre Zuliefer- und Logistikabläufe verbessert und Sortimente auf neuesten Stand gebracht. Sehr frühzeitig wurden – vor allem auch im Ausland – neue Märkte bearbeitet und intensiver ins Visier genommen.
Region bestens gerüstet für den Weltmarkt
So profitieren unsere Unternehmen von inzwischen langjährigen Erfahrungen im Auslandsgeschäft. Darin glänzen nicht mehr nur große, sondern zunehmend auch kleine und mittlere Unternehmen. Das lässt sich an einer ständig steigenden Exportquote ablesen.
Die Exportquote der Region Heilbronn-Franken wird daher in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit die 50-Prozent-Marke erreichen. Dass jeder zweite Euro in den Industriebetrieben der Region mit dem Ausland verdient wird, ist beeindruckend.
Immer mehr Dienstleister erkennen ebenfalls, dass ihr Angebot nicht nur im deutschsprachigen Umfeld gefragt ist, sondern auch weit über Europa hinaus.
Auslandsaktive Unternehmen sind besser aufgestellt
Dass auslandsaktive Unternehmen einen insgesamt stabileren Auftritt haben, beobachten wir seit Jahren. Dieses Fazit bestätigte zuletzt auch die IHK-Studie ”Going International“. Im Dienstleistungs- und Beratungszentrum der IHK Heilbronn-Franken werden diese Entwicklungen täglich sichtbar.
Der Bereich Export, Auslandsgeschäfte, Internationale Märkte, sorgt mit Beratung, Ländersprechtagen, Workshops und Veranstaltungen sowie der Bereitstellung der nötigen Papiere dafür, dass unsere Unternehmen die Chancen und Perspektiven nutzen können, die in Export und Auslandsaktivitäten stecken.
Rahmen der Globalisierung ändert sich
Die Weltwirtschaft kämpft im Moment mit Problemen: Die Finanzkrise erschreckt, der Freihandel ist bedroht, nationale Einflüsse und Egoismen nehmen zu, Protektionismus ist allerorten spürbar.
Zu allem Übel verderben galoppierende Energiepreise und ernsthafte Versorgungslücken bei Rohstoffen derzeit die Stimmung. Die Verunsicherung ist auch deshalb so groß, weil die Globalisierung und die internationale Arbeitsteilung etwa 25 Jahre lang sehr geordnet und stets zu unserem Wohle vorwärts schritt.
Trotz allem: Auch in Anbetracht der aktuellen Probleme müssen wir kein Ende der Globalisierung befürchten. Wir sehen im Moment allerdings, dass sich auch die Rahmenbedingungen für die Globalisierung ändern können.
Hohe Transportaufwendungen infolge explodierender Energiepreise führen dazu, dass einige verwegene Geschäftsmodelle neu durchgerechnet werden müssen.
Es wird bald nicht mehr sinnvoll sein Stahl im fernen China fertigen zu lassen und ihn dann mit riesigen Frachtschiffen wieder nach Europa zu holen. Dies gilt insgesamt für alle schweren Güter. Auch Schnittblumen, die von Plantagen im fernen Afrika oder Lateinamerika via Flugzeug importiert werden, sind vom Aus bedroht.
Bereits seit einigen Jahren haben unsere führenden Hersteller im Bereich Ventilatoren- und Lüftungstechnik, im Apparate- und Maschinenbau wieder eigene Bestückungsautomaten für elektronische Bauteile.
Damit sind sie – was die Herzstücke ihrer Produkte betrifft – nicht mehr von asiatischen Zulieferern abhängig, die von Verfügbarkeit und Qualität oft nicht mehr mithalten können.
Arbeit wird neu verteilt
Zu den Verlagerungen ins Ausland – oft zum Schrecken aller medial aufbereitet – gibt es jetzt plötzlich Gegenbeispiele. Schon ist die Rede von einer Renaissance des Standortes Deutschland.
Die Arbeit, so ist zu lesen, kehre wieder heim. Aber machen wir uns nichts vor: Auch das ist kein Trend, der hochstilisiert werden müsste. Fakt ist, dass betriebswirtschaftliche Vernunft sowie Erfahrungen in und mit der Fremde eine andere Sicht der Dinge nahelegen. Wer nur aufgrund hoher Personalkosten verlagert hatte, merkte schnell, dass Faktoren wie gute und prompte Zulieferungen, Anlaufzeiten oder Kosten für Betreuung, Koordination und Kontrolle nicht unberücksichtigt bleiben können.
Bei Verlagerungen waren oft auch bewährte Kontakte und wichtige Vorleistungen auf der Strecke geblieben oder mussten weiterhin von hier bezogen werden – mit Zusatzkosten.
Der Standort D hat aber auch viel dazugelernt. Die Menschen hierzulande sind erheblich flexibler geworden und unsere Produktionen deutlich besser. Durch gewaltige Anstrengungen auf hohem Niveau wurde die Effizienz in vielen Prozessen erstaunlich gesteigert.
Teuer, aber gut im Wettbewerb
Der Standort D ist zwar teuer, aber hoch wettbewerbsfähig. Dass Asien oder auch schon Osteuropa Kostenvorteile verlieren, ist ein offenes Geheimnis.
Vor fünf Jahren waren die Lohnkosten in China 60 Prozent niedriger, in Rumänien haben sie sich innerhalb von acht Jahren verfünffacht, während Deutschland EU-Schlusslicht bei der Lohnentwicklung ist.
Lokale Netzwerke und die nirgendwo bessere Zuliefererdichte (gepaart mit Verlässlichkeit, Rechtssicherheit, guter Infrastruktur und gut ausgebildeten Fachkräften) haben unserem Standort zu neuer Kraft verholfen – auch und besonders für weltweite Geschäfte
Europa wichtigste Zielregion
Die EU-Osterweiterung war und ist für deutsche Unternehmen ein Glücksfall. Dass neben den großen Weltwirtschaftsbereichen Nordamerika und Asien auch in Europa ein stabiler Wirtschaftsraum geschaffen werden konnte, wird von vielen Kennern der Materie als Konjunkturprogramm erster Güte bezeichnet.
Europa bietet uns in ökonomischer Hinsicht große Möglichkeiten. Mit
fast 500 Millionen Menschen, einheitlichen Rahmenbedingungen sowie einer fast überall geltenden gemeinsamen Währung, ist Europa ein kraftvolles Gegengewicht zu den großen Wirtschaftsräumen in Nordamerika (USA, NAFTA) und in Asien (Japan, China und Indien) geworden.
Befürchtungen, dass Jobs in großem Stile abwandern, sind nicht eingetreten. Zwar werden die EU-Beitrittsländer und die MOE-Staaten immer noch als Auslandsmärkte empfunden, durch die Harmonisierung in Europa sowie fehlende Wechselkursrisiken ist jedoch vieles einfacher geworden. Und diese Märkte liegen vor der Haustür.
China und Indien ebenfalls im Fokus
Neben Osteuropa sehen deutsche Firmen größte Wachstumsmöglichkeiten in Russland und Asien – dort nach wie vor in China und Indien. Dabei ist der Export für die meisten Mittelständler der wichtigste Absatzweg.
Die Akquisition von auf fremden Märkten bereits eingeführten Unternehmen, wird ebenfalls für Ziel führend erachtet, besser als der zeitaufwändigere und risikoreichere ”Greenfield-Start“.
Trotz aller Turbulenzen, wir sind bestens gerüstet und auf dem richtigen Weg! So steigt in den MOELändern bereits die Nachfrage nach zum Markteintritt geeigneten Verbundunternehmen.
Heilbronn-Franken liegt zwischen drei starken Metropolregionen – Rhein-Neckar, Stuttgart und Nürnberg – und ideal im Herzen Europas.
Unsere Exportquote zeigt, dass unsere Unternehmen fit für den
Weltmarkt sind. Nehmen wir also unsere Chancen wahr!
Quelle w.news der IHK Heilbronn-Franken Ausgabe November 2008
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