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Umweltpreis des Landes für EBM-Papst
     
 
 

10.12.08

 

Zum ersten Mal hat eine Firma aus Hohenlohe den Umweltpreis für Unternehmen in Baden-Württemberg gewonnen.

Umweltministerin Tanja Gönner hat am Dienstagabend im Neuen Schloss in Stuttgart den Hauptpreis in der Kategorie „Industrie“ an den Ventilatoren- und Motorenhersteller EBM-Papst (Mulfingen) überreicht. Damit würdigt das Land eine umweltfreundliche Geschäftspolitik, die sich in betrieblichen Abläufen genauso widerspiegelt wie in Produkten, Gebäuden oder in der Logistik. Die Richard Henkel GmbH (Forchtenberg) erhielt eine Anerkennung. Der Möbelbauer hatte vor zehn Jahren die gleiche Auszeichnung erhalten.

Mit einem Sonderpreis bedacht wurde die Firma Agro Energie Hohenlohe mit Sitz in Kupferzell. Dahinter steckt der Betrieb von Thomas Karle, der auf dem Gebiet der alternative Energiegewinnung eine Vorreiterrolle einnimmt – seit elf Monaten etwa stellt die Firma in einer bundesweit einmaligen Anlage unter Nutzung eines Biogas-Kraftwerks Naturdünger her. In der Kategorie „Handel“ ging der erste Preis an die Kohler GmbH (Erolzheim), in der Kategorie „Dienstleistung“ an das Best Western Premier Hotel Victoria (Freiburg).

Der Umweltpreis wird seit 1993 verliehen – bis 2002 in jährlichem, seitdem in zweijährigem Turnus. Neben Henkel schafften erst drei Hohenloher Firmen eine Anerkennung: Würth (Künzelsau, 1998), Eberle (Niedernhall, 2004) und Hertweck (Niedernhall, 2006).

Quelle Heilbronner Stimme vom 10. Dezember 2008 www.stimme.de

Firmennetzwerk erntet reiche Früchte

Jeder neue Ventilator muss energieeffizienter sein als sein Vorgänger. 1200 Mitarbeiter werden täglich mit dem Bus zur Arbeit gefahren. Im neuen Werk in Hollenbach wird mehr Energie über Photovoltaik erzeugt als für das Heizen und Kühlen verbraucht wird. Und: Die Abwärme der Produktion geht nicht flöten, sondern wird intelligent genutzt. Die Firma unterstützt die lokale Hochschule seit vielen Jahren - unter anderem mit einer Stiftungsprofessur im Fach „Energiemanagement“. Der Film über EBM-Papst wirft einige Schlaglichter auf die Philosophie des Betriebs - und unterstreicht, warum der Ventilatoren- und Motorenhersteller aus Mulfingen den Umweltpreis des Landes für Unternehmen in der Kategorie „Industrie“ gewonnen hat.

Einmalig Reststoffe zu Wertstoffen machen. Gülle, Mist und Pflanzenreste in Strom und Dünger verwandeln. Darauf setzt Thomas Karle seit acht Jahren. Sein Biogas-Kraftwerk ist in dieser Form einmalig in Deutschland. Der Land- und Energiewirt hat einen Stoff-Kreislauf in Gang gesetzt, der in der Fachwelt mit Bewunderung studiert wird. Verstromung aus Biomasse - das genügte ihm nicht. Er nutzt die Reststoffe gleich mit und verarbeitet sie zu Natur-Dünger. Nachdem die Exkremente verstromt worden sind, werden sie mit Weintraubentrester und Gemüseabfällen vermischt. Der Clou: Die Mikrogasturbine, die den Strom aus Biogas liefert, macht gleichzeitig heiße Luft - und die nutzt Karle, um in einem großen „Gewächshaus“ den Natur-Dünger zu trocknen, der zu Pellets geformt und in Fachmärkten verkauft wird. Der Film über die Agro Energie Hohenlohe GmbH Co. KG veranschaulicht den Kern des Gedankens - und zeigt, warum der Strom- und Düngerproduzent aus Kupferzell-Füßbach als erster den Umweltpreis des Landes in der Kategorie „Sonderpreis“ gewonnen hat.

Zwei erfolgreiche Firmen, zwei spannende Beispiele, zwei von vier Hauptpreisen. Keine Frage: Hohenlohe hat beim diesjährigen Wettbewerb gut abgeräumt. Denn auch die Henkel GmbH aus Forchtenberg und die Firma Getrag mit Sitz in Untergruppenbach und Zweigwerk in Neuenstein haben jeweils Anerkennungen erhalten. Alle vier Preisträger engagieren sich in einem Netzwerk, das sich die Förderung des betrieblichen Umweltschutzes auf die Fahnen geschrieben hat und dessen Früchte nun erstmals bei diesem bedeutenden Kontest in reicher Form geerntet werden durften: das Modell Hohenlohe.

Leuchttürme

„Der Firmenverbund ist landesweit einmalig und bundesweit ganz vorne dabei“, sagt Vorstandsvorsitzender Kurt Weissenbach. Nahezu 160 Betriebe haben sich vereint, um Infos auszutauschen, Projekte anzuschieben und konkrete Maßnahmen umzusetzen. Materialeffizienz, Umweltmanagement, Energieeffizienz: Das sind die drei großen Aufgabengebiete, die unter anderem bei regelmäßigen Sitzungen, den sogenannten „Tischen“, beackert werden. Und die Saat geht auf. Wie bei EBM-Papst. Die Firma kann nicht nur mit ihrem Umweltengagement werben, sondern spart richtig Geld: satte drei Millionen Euro (oder 500 000 jährlich) seit 2002. Das Problem: „Es ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig“ (Energiebeauftragter Markus Mettler). Mit den Hauptpreisträgern verfügt das Modell nun über zwei starke Überzeugungstäter.

Quelle Heilbronner Stimme vom 12. Dezember 2008 von Ralf Reichert www.stimme.de

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