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Mustang expandiert - in Frankfurt
     
 
 

17.12.08

 

Das Unternehmen baut im Zuge des Umbaus Personal auf - 45 Stellen sollen in der neuen Einzelhandelsabteilung entstehen.

Für uns ist Künzelsau kein sterbender Standort. Hier sitzt die Intelligenz“, sagt Theo Birkemeyer. Der Mustang-Chef reagiert damit auf Gerüchte, dass der nächste Einschnitt beim Künzelsauer Modeunternehmen anstehe. „Wir bauen nicht ab.“ Im Gegenteil: Das Unternehmen baut im Zuge des Umbaus Personal auf - 45 Stellen sollen in der neuen Einzelhandelsabteilung entstehen. Allerdings nicht am Kocher, sondern am Main: In Frankfurt hat das Künzelsauer Unternehmen bereits Geschäftsräume für die neue Einzelhandelsniederlassung angemietet.

„Niemand muss nach Frankfurt“: Birkemeyer beruhigt die Mitarbeiter. Wobei es durchaus ein paar unter den etwa 200 Mustang-Beschäftigten in Künzelsau geben soll, die einen solchen Umzug gerne auf sich nehmen wollen. Allerdings betont der neue Chef, dass für die dortige Abteilung neue Leute gebraucht würden. „Einzelhandel ist die tägliche Arbeit am Detail. Das ist ganz anders als Großhandel“, sagt Birkemeyer. „Dort muss nach ganz anderen Kriterien gedacht werden.“ Die Frankfurter sollen ganz bewusst Kunden der Zentrale sein - und auch als solche behandelt werden. Dort werden Einkäufer sitzen, Verkaufsspezialisten, die die Beschäftigten in den Filialen führen, und Expansions-Experten. Von Frankfurt aus soll die neue Einzelhandels-Truppe die rasante Expansion der eigenen Ladengeschäfte vorantreiben - national und auch im Ausland. In schnellen Rhythmen sollen jetzt neue Mustang-Läden eröffnet werden.

Aktuell gibt es knapp 200 solcher Einmarken-Geschäfte, Ende 2010 sollen es, so kündigt Birkemeyer an, bereits 480 Geschäfte sein. Als Hauptmärkte sind Deutschland und China vorgesehen, wobei der Heimatmarkt für Birkemeyer „eine erhebliche Bedeutung“ hat. Allein im nächsten Frühjahr sollen hierzulande 20 zusätzliche Geschäfte eröffnet werden. „Dazu ist es wichtig, dass man schnell in alle Richtungen Reisen kann.“ Ohne Firmenjet zählt da die Nähe zum Flughafen.

Weitere, vergleichbare Niederlassungen, die ebenfalls an die Künzelsauer Zentrale berichten sollen, will Birkemeyer Zug um Zug in anderen Teilen der Welt etablieren.

Und was - außer dem Kopf - bleibt in Künzelsau? Der Großhandel; im Mustang-Jargon heißt der jetzt Wholesale. Der hat sich allerdings gewaltig verändert in den vergangenen Jahren. Es geht nicht mehr in erster Linie darum, kleinen Händlern Hosen zu liefern, sondern um Flächenbewirtschaftung.

Kaufhäuser

Wenn in einem Mehrmarkenhaus also Mustang-Mode auf einer in sich geschlossenen Fläche angeboten wird, für den Verkauf aber Mitarbeiter des Kunden zuständig sind, dann werden die von Künzelsau aus betreut. „Dazu brauche ich zum Beispiel einen Außendienst“, erklärt Birkemeyer. Mit diesem Konzept hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren seine Umstrukturierung vom Hersteller zum Händler vorangetrieben.

Eine Hierarchie zwischen den beiden Abteilungen gibt es nicht. „Es gibt nur gute und schlechte Geschäfte. Und wir wollen mehr gute Geschäft machen, mit denen wir Geld verdienen“, sagt Birkemeyer. „Das ist die Zielsetzung.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 17. Dezember 2008 von Manfred Stockburger www.stimme.de

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