|
Mit innovativer Lichttechnik will der amerikanische Zulieferer Gentex punkten. Seine Europazentrale ist in Erlenbach im Landkreis Heilbronn.
Wie ein grauer Schleier liegen die Schreckensmeldungen zurzeit über der Autobranche. Mit innovativer Lichttechnik will der amerikanische Zulieferer Gentex, dessen Europazentrale sich in Erlenbach befindet, in dieser Situation punkten. Neben Spiegeln, die automatisch abblenden, wenn zu helles Licht den Fahrer stören würde, setzen die Unterländer Tüftler auf variables Fahrlicht. Im Prototypenstadium funktioniert es bereits.
Wie zwei Magnete
Es ist Nacht, leichter Regen sorgt zusätzlich für schlechte Sichtbedingungen. In diesen Dezembertagen sind solche Fahrten fast typisch: Das Abblendlicht ist zu schwach, mit dem Fernlicht würde man aber die anderen Autos blenden. Anders ist das nur beim umgerüsteten BMW X5 aus dem Gentex-Fuhrpark. Wie von Geisterhand scheint sich der Strahl an die Rücklichter des vorausfahrenden Autos heranzutasten. Egal, wie weit der Wagen entfernt ist. Auch auf Gegenverkehr reagieren die Scheinwerfer wie zwei gleich gepolte Magnete. Die Geisterhand ist eine Kamera, eingebaut in den Rückspiegel. „Die misst das Licht und steuert die Scheinwerfer“, erklärt Gentex-Geschäftsführer Klaus Weibler.
65 Beschäftigte hat Gentex in Erlenbach, wo neben einer kleinen Montage auch die Entwicklung in Zusammenarbeit mit den Autoherstellern angesiedelt ist. Nur noch 30 Prozent seines Umsatzes macht das Unternehmen mit den angeschlagenen großen US-Autobauern GM, Ford und Chrysler - vor zehn Jahren waren es noch 70 Prozent. Inzwischen sorgen die europäischen Kunden für 40 Prozent des Umsatzes. Auf die Probleme von GM und Chrysler hat auch Gentex mit Sparmaßnahmen reagiert - Anfang Dezember wurde der Abbau von 350 Stellen weltweit angekündigt.
Weibler ist dennoch zuversichtlich: „Es gibt in der Branche auch positive Aspekte“, sagt der Geschäftsführer - und verweist auf die 170 neuen Modelle, die im Sommer auf der Frankfurter IAA vorgestellt werden sollen. Und darauf, dass der Markt für automatisch abblendende Rückspiegel genauso wächst wie für andere Fahrerassistenz-Systeme. In diese Kategorie reiht er auch das automatisierte Fernlicht ein. Zunehmend werde die neue Technik nicht mehr nur in Oberklassefahrzeugen angeboten.
Finessen
Der deutsche Gentex-Technikchef Ralph Krempl erklärt einige technische Finessen der Kamera, die das variable Fernlicht erst möglich machen: Nicht nur hell und dunkel wird unterschieden - die Kameras können auch Farben erkennen und somit Rücklichter vom Gegenverkehr oder von dem Licht unterscheiden, das Verkehrsschilder reflektieren. Und sie wissen, ob sie in einer Stadt sind, da sie Gleichstrom-Licht von Wechselstromlicht unterscheiden.
Quelle Heilbronner Stimme vom 23. Dezember 2008 von Manfred Stockburger www.stimme.de
Quelle Foto: www.theautochannel.com/.../05/30/088462.1-lg.jpg
Weitere Informationen
|